DAZ-Tipp aus der Redaktion

Mit Bor gegen Krebs?

Stuttgart - 15.12.2016, 17:30 Uhr

(Foto: natros ( Fotolia)

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Vitamin-D-, Selen-, Magnesium-Mangel – und jetzt auch noch zu wenig Bor? Glaubt man der Werbung, dann ist auch die Versorgung mit dem Ultraspurenelement Bor unzureichend. Dieser Mangel solle negative Auswirkungen auf Knochenstoffwechsel und kognitive Fähigkeiten haben. Auch Tumoren sollen durch Bor-Mangel begünstigt werden. Löst eine Substitution all diese Probleme? Ist Bor die neue Wunderwaffe? Das wollte die DAZ genauer wissen.

Das Halbmetall Bor wird von Ernährungswissenschaftlern zu den Ultraspurenelementen gezählt. Der tägliche Bedarf ist damit geringer als 1 mg. Ob und inwieweit Bor aber essenziell für den Menschen ist, ist unklar, denn Mangelzustände sind nicht bekannt. Die in einigen Publikationen postulierten positiven Wirkungen auf die Gesundheit beziehen sich meist auf Tier- oder Zellversuche. Auch die Annahme, dass eine erhöhte Bor-Aufnahme vor einem Prostatakarzinom schützt, ergibt sich aus einer epidemiologischen Studie mit geringer Teilnehmerzahl und methodischen Mängeln. Bei den anderen Indikationen, die in Zusammenhang mit einer Bor-Supplementierung gebracht werden, sieht es nicht besser aus – wissenschaftliche Belege sucht man vergebens. Die europäische Lebensmittelbehörde sieht daher keinen Nutzen in einer Supplementierung. Im Gegenteil: Die Aufnahme von Bor sollte auf 10 mg pro Tag beschränkt werden, weil zahlreiche Tierversuche auf eine reproduktionsschädliche Wirkung hindeuten. Prof. Dr. Ralf Stahlmann und Denise Häschke haben für die DAZ eine ausführliche Nutzen-Risiko-Bewertung vorgenommen.

Wunderwaffe Bor? Eine Nutzen-Risiko-Bewertung von Bor in Nahrungsergänzungsmitteln

Was kann die interstitielle Glucosemessung?

Für Diabetiker ist die kontinuierliche interstitielle Glucosemessung ein großer Fortschritt. Seit September können die Geräte auch von den gesetzlichen Kassen erstattet werden – aber nur wenn alle vom G-BA geforderten Voraussetzungen und qualitätssichernden Maßnahmen erfüllt sind. Auch wenn die Geräte derzeit nicht über die Apotheke vertrieben werden, lohnt es, sich mit Möglichkeiten und Grenzen dieser neuen Methode auseinanderzusetzen. Mehr dazu in unserem Beitrag „Glucosemessung in Echtzeit“.

Glucosemessung in Echtzeit: Real-Time-Messgeräte geben Patienten mit Diabetes mehr Sicherheit 

Denkt man an nobelpreiswürdige Theorien in der Pharmazie, fällt einem vielleicht nicht gleich der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ein. Doch die in diesem Jahr ausgezeichnete Prinzipal-Agenten-Theorie ist auch in der Apothekenpraxis interessant. Sie erklärt, wodurch das Arbeitsverhältnis zwischen Prinzipal (Apothekeninhaber) und Agent (Filialleiter) beeinflusst wird. Basierend auf dieser Theorie wurden Fragebögen erstellt, in denen die Zielvorstellungen beider Akteure und die Informationsasymmetrie zwischen ihnen ermittelt werden. Dadurch ist es möglich, Probleme zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Wie mithilfe der Prinzipal-Agenten Theorie die Arbeitsbeziehung verbessert werden könnte, wird im Artikel „Der Prinzipal und sein Agent in der Apotheke“ erörtert.

Der Prinzipal und sein Agent in der Apotheke:                       Eine nobelpreiswürdige Theorie für die Arbeitsbeziehung zwischen Apothekeninhaber und Filialleiter


Dr. Mathias Schneider, Apotheker, Volontär DAZ
redaktion@daz.online


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