Versandapotheken

Kurspotenzial bei Shop-Apotheke-Aktien

Berlin - 13.12.2016, 15:30 Uhr

Tendenz steigend? Aus Sicht vieler Analysten könnte der Aktienkurs der Shop-Apotheke auf bis zu 50 Euro pro Aktie steigen. (Foto: Kurt Kleemann / fotolia)

Tendenz steigend? Aus Sicht vieler Analysten könnte der Aktienkurs der Shop-Apotheke auf bis zu 50 Euro pro Aktie steigen. (Foto: Kurt Kleemann / fotolia)


Die Aktie der ersten an der Börse notierten Versandapotheke Shop-Apotheke.com konnte bislang nicht überzeugen. Dennoch sehen Analysten deutliches Kurspotenzial.

Die Papiere des Online-Versandhändlers Shop Apotheke sind am 12. Oktober 2016 zum Preis von 28 Euro je Anteilsschein an die Börse gegangen – nach einem kurzen Ausflug in die Region um 30 Euro notieren sie heute um 25 Euro. Für Aktionäre ist das Papier des DocMorris-Konkurrenten damit bislang kein Anlass zur Freude.

Dennoch geben sich mehrere Analysten optimistisch und prognostizieren zum Teil deutlich höhere Kursziele für den Versender von Arzneimitteln und Kosmetik- und Pflegeprodukten. Nach einem Bericht des Handelsblatts stuft die Commerzbank das Unternehmen mit Kaufen und einem Kursziel von 36 Euro ein. Die beim Börsengang beteiligte Berenberg Bank hält einen Anstieg bis auf 38 Euro für möglich und empfiehlt den Versender mit Sitz im niederländischen Venlo ebenfalls zum Kauf. Noch weiter lehnt sich dem Bericht nach die amerikanische Citibank aus dem Fenster – sie formuliert ein Kursziel von 50 Euro für die Anteilsscheine der Shop Apotheke.

Woher kommt die Fantasie bei den Analysten?

Die Fantasie basiert im Wesentlichen auf den Zukunftsplänen des Managements. Das will mit den 100 Millionen Euro aus dem Börsengang die europäische Expansion vorantreiben. Wachstumschancen sieht dieses vor allem außerhalb von Deutschland, wo der Onlinemarkt bereits gut entwickelt ist. „Unser Ziel ist es, die Marktführerschaft in allen relevanten europäischen Märkten zu erreichen“, sagte Finanzvorstand Ulrich Wandel im November im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Zu diesen Märkten gehörten Frankreich, Belgien, die Niederlande, Spanien und Italien. Wesentlich helfe bei der Expansion der Zukauf der Online-Apotheke Farmaline im September dieses Jahres.

Die kostenträchtige Expansionsstrategie spiegelt sich in der Bilanz des Unternehmens wider. Während der Umsatz von Shop Apotheke in den ersten neun Monaten dieses Jahres von 91 Millionen Euro im Vorjahr auf knapp 125 Millionen Euro kletterte, erhöhte sich der Nettoverlust auf neun Millionen Euro. In den Zahlen zeigt sich laut Handelsblatt auch der deutliche Kontrast zwischen Deutschland und den anderen europäischen Ländern. Während der bereinigte operative Gewinn hierzulande mit drei Millionen Euro im Plus ist, liegt er für das gesamte Unternehmen mit vier Millionen Euro im Minus. Der Break-Even, also die Schwelle zum Gewinn, werde erst für 2018 erwartet.

Vor diesem Hintergrund hielt das Onlinemedium Anleger Plus die Bewertung von Shop Apotheke kurz nach dem Börsengang von 254 Millionen Euro als ambitioniert. Die würde sich allerdings relativieren, wenn die angestrebten Wachstumsraten tatsächlich erreicht werden können.

Für 2017 rechnet die Berenberg Bank immerhin mit einem Umsatz von 267 Millionen Euro, für 2018 dann mit 377 Millionen Euro. Auf einen Vorteil durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu Rx-Boni kann die Shop-Apotheke dabei nicht rechnen, da sie keine verschreibungspflichtigen Arzneimittel im Sortiment hat.


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Kurspotential

von Bernd Küsgens am 13.12.2016 um 19:17 Uhr

Hier kann man wieder demonstriert bekommen, wie man Anleger für dumm verkauft. Kein Gewinn, aber Umsatzsteigerung! So wird den Dummen das Geld aus er Tasche gezogen. Und die Banken, die solche Phantastereien in die Welt setzen, verdienen.

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