ABDA-Reaktion auf Rx-Versandverbot

„Alle politischen Kräfte müssen dieses Gesetz unterstützen“

Berlin - 13.12.2016, 13:00 Uhr

Wirbt für Unterstützung: ABDA-Präsident Friedemann Schmidt wünscht sich, dass möglichst viele Bundestagsabgeordnete dem vom BMG vorgelegten Gesetzentwurf zum Verbot des Rx-Versandes zustimmen. (Foto: A. Schelbert)

Wirbt für Unterstützung: ABDA-Präsident Friedemann Schmidt wünscht sich, dass möglichst viele Bundestagsabgeordnete dem vom BMG vorgelegten Gesetzentwurf zum Verbot des Rx-Versandes zustimmen. (Foto: A. Schelbert)


Die ABDA begrüßt den vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegten Referentenentwurf zum Rx-Versandverbot. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt wünscht sich, dass nun möglichst viele Politiker aufspringen und das Verbot unterstützen. Zu einzelnen Details des Vorhabens will sich die ABDA allerdings nicht äußern.

Trotz der heftigen Kritik an seinem Vorhaben hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am gestrigen Montag einen ersten Entwurf zum Verbot des Versandhandels mit Rx-Arzneimitteln präsentiert. In den Büros der Bundestagsabgeordneten und bei den großen Verbänden des Gesundheitswesens wird der Entwurf derzeit noch geprüft. Die ABDA reagierte am heutigen Dienstag mit einer kurzen Mitteilung.

Darin erklärt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt: „Es ist richtig, und es ist gut, dass Bundesminister Gröhe zügig einen Gesetzentwurf für ein Versandhandelsverbot bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln vorgelegt hat. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19. Oktober, das ausländischen Versandhändlern ein Unterlaufen der Arzneimittelpreisbindung erlaubt, hat eine extreme Schieflage im Wettbewerb erzeugt. Ein umgehendes Versandhandelsverbot ist die konsequente Lösung, die es jetzt braucht, um wieder faire Wettbewerbsbedingungen für die Präsenz-Apotheken herzustellen und die Versorgung in der Fläche zu sichern. Man kann das Problem nicht auf die lange Bank schieben und zusehen, wie die Situation in der Arzneimittelversorgung kippt.“

In dem Entwurf wird unter anderem eine Neuregelung in der Apothekenbetriebsordnung aufgegriffen, die sich um den Botendienst der Apotheken dreht. Konkret soll es Apotheken in Zukunft ermöglicht werden, dass das Apothekenpersonal Rx-Arzneimittel an Kunden ausliefert. Dabei geht es dem BMG offenbar einerseits darum, den Botendienst klar vom Versandhandel abzugrenzen. Andererseits legt das Ministerium in dem Entwurf erstmals konkrete Anforderungen an einen Botendienst der Apotheken vor. Unter anderem soll klar geregelt werden, dass nur Apothekenmitarbeiter in einem gewissen Umkreis der Apotheke ausliefern dürfen. Auf Nachfrage wollte ein ABDA-Sprecher diese Pläne nicht im Detail kommentieren. In der heutigen ABDA-Mitteilung erklärt Schmidt dazu kurz: „Dass der Gesetzentwurf die Patientenversorgung über den Botendienst von Präsenz-Apotheken rechtlich konkretisiert, ist vernünftig.“



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

Antichambrieren statt Klartext für Botendienste

von Christian Timme am 14.12.2016 um 8:04 Uhr

Leider wieder mal nicht die Hausaufgaben gemacht. Trotz Silbertablett noch nicht mal die Andeutung von einer eigenen Position, dafür wieder mal "Bitte nicht stören". Ist hier die Frage gestattet, wer bremst hier wen aus?. Oder könnte der Herr Präsident hier bitte noch einen Millimeter nachlegen?. Sonst könnte der Eindruck entstehen das es hier schon gar nicht mehr um die Präsenz-Apotheke geht.

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