Weltweite Vorhersage bis 2021 

Arzneimittelausgaben sollen auf 1,4 Billionen Euro steigen

Stuttgart - 07.12.2016, 14:30 Uhr


Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen die Ausgaben für Medikamente global um ein Drittel auf dann 1,4 Billionen Euro ansteigen, so eine Vorhersage von QuintilesIMS. Bei Berücksichtigung von Rabatten ergäben sich jedoch Einsparungen von 118 Milliarden Euro. Beschleunigt sich das Wachstum weiter?

Nach einer Berechnung des Marktforschungsunternehmens QuintilesIMS werden die weltweiten Arzneimittelausgaben bis 2021 auf rund 1,5 Billionen US-Dollar (1,4 Billionen Euro) ansteigen. Dies bedeutet eine Zunahme um rund 342 Milliarden Euro im Vergleich zu den Werten von 2016. 45 Prozent der zukünftigen Ausgaben werden der Voraussage nach in den USA anfallen.

Bei den Zahlen ließ QuintilesIMS jedoch noch nicht die voraussichtlichen Rabatte einfließen. Allein für den vorhergesagten Anstieg von 342 Milliarden Euro sollen sie rund 35 Prozent beziehungsweise 127 Milliarden Euro betragen, erwarten die Marktforscher. Gleichzeitig würde der jährliche Ausgabenzuwachs abnehmen, erklärte das Unternehmen: Während die Kosten 2014 und 2015 jährlich um fast 9 Prozent gewachsen seien, soll der Anstieg in den nächsten Jahren nur noch zwischen 4 und 7 Prozent betragen.

Wachstumsraten nehmen ab

Obwohl weiter hochpreisige Arzneimittel zu erwarten seien, werden zunehmender Marktdruck, niedrigere Wachstumsraten in zuvor stark wachsenden Märkten und verstärkte Einsparungen durch Patentabläufe die Kosten drücken. 53 Prozent des Zuwachses der nächsten fünf Jahre sollen laut QuintilesIMS in den USA anfallen, als zweitgrößter Markt trägt China 12 Prozent bei. Das Volumenwachstum soll im Reich der Mitte von aktuell 17 Prozent bis 2021 auf nur 4 Prozent zurückgehen.

„Die Vorhersage für den Zuwachs der Arzneimittelausgaben stellt ein für die Gesundheitssysteme nachhaltigeres Ausmaß dar, nachdem in den letzten Jahren das Wachstum unerwartet hoch war“, sagte der QuintilesIMS-Geschäftsführer Murray Aitken laut einer Pressemitteilung. „Gleichzeitig wird das erstaunliche Niveau des wissenschaftlichen Fortschritts für die Behandlung von Erkrankungen ausweislich weiteren Druck auf die Finanzierung von Arzneimitteln ausüben“, betonte er. Daher sei es notwendig, die Interessen von Patienten sowie Arzneimittelherstellern auszubalancieren.


Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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