Landessozialminister Lucha zu Apotheken

„Von der Prise Zucker kann der Laden nicht leben!“

Stuttgart - 30.11.2016, 11:05 Uhr

Manne Lucha hält nichts vom Rosinenpicken großer Versandapotheken zulasten der Apotheken vor Ort. (Foto: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg)

Manne Lucha hält nichts vom Rosinenpicken großer Versandapotheken zulasten der Apotheken vor Ort. (Foto: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg)


„Die Arzneimittelversorgung in Baden-Württemberg soll so bleiben, wie sie ist!“ Das forderte der baden-württembergische Sozialminister Manne Lucha (Grüne) vor dem Hintergrund des EuGH-Urteils. Zugleich lobte er die patientenindividuelle und sichere  Arzneimittelversorgung der Bevölkerung durch die niedergelassenen Apotheken im Land.

Die Apotheker in Baden-Württemberg sind für den baden-württembergischen Minister für Soziales und Integration, Manne Lucha, ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Im Rahmen der von der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg jährlich veranstalteten Pharmazeutischen Tafelrunde betonte er am gestrigen Dienstagabend, dass er um Quartiersentwicklung und klein strukturierte Versorgungseinheiten gerade im ländlichen und ländlich-städtischen Bereich kämpfe. Daher könne er von seinem Selbstverständnis ausgehend nicht einer Versorgung das Wort reden, die den Apothekern in Baden-Württemberg die Geschäftsgrundlage entzieht. „Sie haben wie jeder andere Kaufmann auch einen Kalkulationsmix. Und es kann sicherlich nicht angehen, dass beispielsweise ein Versandhändler hergeht, irgendwelche Rosinen pickt und diese besonders günstig an den Markt bringt.“ Man habe dies bei den Tante-Emma-Läden gesehen: „Von der Prise Zucker um drei vor sechs kann der Laden nicht leben!“ 

Die Herausforderung sei natürlich, dass die niedergelassenen Apotheken in der Lage sein müssen, die Patienten auch zu beliefern. Für Baden-Württemberg sieht Lucha hier kein Problem. Allerdings müsse die Frage gestellt werden, ob für ein in weiten Teilen entvölkertes  Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern dieselben Maßstäbe angelegt werden können wir für Baden-Württemberg.

Lucha sieht die niedergelassenen Apotheken vor dem Hintergrund dubioser Arzneimittelangebote im Internet zudem als wichtige Garanten für eine sichere Arzneimittelversorgung. Deshalb unterstützt er auch ein Rx-Versandverbot. Baden-Württemberg zählte vergangene Woche zu den Ländern im Bundesrat, die für die Empfehlung, das Rx-Versandverbot im Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz unterzubringen, gestimmt haben.


Dr. Doris Uhl (du), Apothekerin
Chefredaktion DAZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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