IMS Health-Zahlen

OTC-Umsatz sinkt, AMNOG-Einsparungen steigen

Berlin - 18.11.2016, 16:30 Uhr

3,7 Prozent mehr Gesamtumsatz: Der OTC-Umsatz sank, der Rx-Umsatz stieg im ersten Dreivierteljahr 2016 laut IMS-Health. (Foto: dpa)

3,7 Prozent mehr Gesamtumsatz: Der OTC-Umsatz sank, der Rx-Umsatz stieg im ersten Dreivierteljahr 2016 laut IMS-Health. (Foto: dpa)


Im ersten Dreivierteljahr dieses Jahrtes legte die Zahl verkaufter Packungen im Apothekenmarkt um 0,4 Prozent leicht zu. Der Rx-Bereich stieg laut IMS Health um 1,3 Prozent, OTC-Arzneimittel sanken jedoch um 0,5 Prozent – während sie im Versandhandel stark zulegten. AMNOG-Rabatte stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 60 Prozent auf 832 Millionen Euro.

Wohl aufgrund des vergleichsweise warmen Herbstes sank laut dem Marktforschungsunternehmen IMS Health die Zahl der verkauften OTC-Präparate im September um 6 Prozent auf nun 63 Millionen Packungen, der Umsatz um rund 1 Prozent auf nun 373 Millionen Euro. Der Rx-Umsatz stieg hingegen um 6 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, sodass auch der Gesamt-Apothekenumsatz für die ersten drei Quartale im Vergleich zum September 2015 um 3,7 Prozent auf 24,2 Milliarden Euro zulegen konnte.

Für den Bereich der gesetzlich Versicherten legte IMS Health nur Zahlen für das erste Halbjahr vor. Unter Berücksichtigung von Rabatten stiegen die GKV-Arzneimittelausgaben um rund 2 Prozent. Die Anzahl der Packungen legte um 4 Prozent auf 178 Millionen zu. Besonders stark stieg die Zahl der abgegebenen Arzneimittelpackungen mit 14 Prozent bei Angiotensin-II-Regulatoren als Monopräparate, mit 7 Prozent bei Lipidregulatoren, oder mit je 9 Prozent bei Analgetika und Betäubungsmitteln. Die Einsparungen durch Rabattverträge erhöhten sich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Nachdem innovative Hepatitis-C-Mittel nach deren Einführung im vergangenen Jahr zu hohen Ausgaben geführt hatten, sank dieser Bereich seit Januar deutlich.

Die AMNOG-Einsparungen bei den gesetzlichen Kassen beliefen sich von Januar bis September laut IMS Health auf 832 Millionen Euro, während sie im Vorjahreszeitraum nur 525 Millionen Euro betrugen. Zu diesem Plus von 58 Prozent kamen weitere 105 Millionen Euro bei den privaten Krankenversicherungen, sodass die Gesamteinsparungen bis September knapp 950 Millionen Euro betrugen. Im nächsten Jahr könnten die Einsparungen sich so auf zwei Milliarden Euro hinbewegen, die ursprünglich als AMNOG-Zielmarke angepeilt worden war.

OTC-Versandhandel legt deutlich zu

In den ersten neun Monaten des Jahres 2016 legte die im OTC-Versandhandel abgegebene Packungszahl um 13 Prozent auf nun 109 Millionen Packungen zu, der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Am stärksten stieg mit je 17 Prozent die Anzahl der verkauften Packungen in den Bereichen der Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel und Mineralstoffe sowie im Sektor „Verschiedenes“, zu dem unter anderem Homöopathika gehören.

Rezeptfreie Arzneimittel machten im OTC-Versandhandel einen Mengenanteil von 63 Prozent aus, sowie die Hälfte dessen Umsatzes. Als nächstgroßer Sektor folgten Gesundheitsmittel, die 23 Prozent des Umsatzes ausmachten, gefolgt von Kosmetik- und Körperpflegeprodukten. Der Anteil verkaufter Medizinprodukte belief sich auf nur 6 Prozent des Umsatzes, stieg jedoch mit 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr am stärksten.

Weniger Impfstoffdosen

Während im Jahr 2016 bis zum September 25 Millionen Impfstoffdosen abgegeben wurden, waren es im Vorjahreszeitraum noch rund 1 Prozent mehr. Mehr als die Hälfte der Dosen gehörte zur Gruppe der viralen Impfstoffe. Rund jede Dritte aller Impfstoffdosen war ein Mehrfach-Impfstoff. Im Vergleich zu August sank im September 2016 die Anzahl der abgegebenen Impfstoffdosen um 9 Prozent, die Zahl der Mehrfach-Vakzine nahm sogar um 23 Prozent ab.


Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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