Kongress im Vatikan

Papst fordert Anstrengungen gegen seltene Erkrankungen

Vatikan - 15.11.2016, 08:40 Uhr

Mehr Forschung, mehr Hilfe: Papst Franziskus setzt sich für Patienten mit bislang vernachlässigten Erkrankungen ein. (Foto: dpa)

Mehr Forschung, mehr Hilfe: Papst Franziskus setzt sich für Patienten mit bislang vernachlässigten Erkrankungen ein. (Foto: dpa)


Seltene und vernachlässigte Krankheiten seien eine „enorme Herausforderung“, erklärte der Papst auf einer internationen Konferenz in Roma. Politiker, die Pharmaindustrie und jeder Einzelne müsse mehr gegen globale Gesundheitsprobleme tun. Kritik aus dem Vatikan gab es auch.

Auf einer internationalen Konferenz im Vatikan rief Papst Franziskus zur Bekämpfung seltener und vernachlässigter Erkrankungen auf. Auf globaler Ebene sei diese eine „enorme Herausforderung“, hieß es laut Katholischer Nachrichtenagentur. Der Papst fordere von Politik, Gesundheitsorganisationen, Pharmaindustrie, Interessenverbänden und Bürgern ein gemeinsames Vorgehen. Die Leidtragenden seien insbesondere arme Menschen – und Umweltverschmutzung verschlimmere deren Lage oder löse Erkrankungen sogar aus.

Einerseits betonte der Papst in einer Erklärung die Notwendigkeit des medizinischen Fortschritts, andererseits sei aber auch praktische Hilfe vor Ort wichtig. Entscheidend sei der „freie und mutige Wille, ein globales Gesundheitsproblem zu einer guten Lösung zu bringen“, betonte der Papst.

Hunderte Millionen Betroffene

Mit mehr als einer Milliarden Menschen ist laut Weltgesundheitsorganisation WHO rund jeder siebte Mensch von einer vernachlässigten Erkrankung betroffen – weitere rund 400 Millionen Menschen von einer seltenen Krankheit. Schlechte hygienische Verhältnisse wie fehlende Versorgung mit sauberem Trinkwasser tragen zu vielen Erkrankungen bei.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin kritisierte laut Katholischer Nachrichtenagentur, dass die Pharmaindustrie zu wenig Geld in die Erforschung seltener Erkrankungen investiere – oft würde die Entwicklung von Arzneimitteln aufgrund zu geringer Gewinnerwartungen eingestellt. Er rief gleichzeitig die Staaten auf, das Problem und ihre Verantwortung ernster zu nehmen. Dies sei nötig, um neue Therapien zu entwickeln. 


hfd / DAZ.online
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