Lutz Engelen bei der Fortbildung der AK Nordrhein

„Lassen Sie sich nicht nervös machen“

Köln - 10.11.2016, 09:00 Uhr

Lutz Engelen: Apotheker sollen sich durch ihre gute Arbeit beweisen. (Foto: Schlebert)

Lutz Engelen: Apotheker sollen sich durch ihre gute Arbeit beweisen. (Foto: Schlebert)


„Bleiben Sie bei der Qualität Ihrer Arbeit, machen Sie Ihren Job.“ Auf der „Großen Fortbildung“ in Köln appellierte Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, an die Teilnehmer, jetzt unbedingt die Nerven zu bewahren. NRW-Gesundheitsstaatssekretärin Martina Hoffmann-Badache sagte den Apothekern in Sachen Rx-Versandhandelsverbot Unterstützung zu.

Die Apotheker sollten sich nicht nervös machen lassen vom Urteil des EuGH, erklärte Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein. Gleich zu Beginn der „Großen Fortbildung“, die am gestrigen Mittwoch zum 56. Mal in Köln stattfand, machte Engelen klar, dass er das Urteil juristisch für überraschend halte, politisch sei es seiner Ansicht nach aber zu erwarten gewesen.

Die Apotheker sollten bei der Qualität bleiben und ihre Arbeit machen. „Damit helfen Sie der verfassten Apothekerschaft am meisten“, erklärte Engelen. Solange sie ihren Job machten, werde alles gut. Alle Kammern und Verbände knüpften nun Netze, sagte er weiter. So plane auch die Kammer Nordrhein eine Kampagne zur Imagebildung und Kommunikation. 

Unterstützung der NRW-Landesregierung

Solche Projekte hält auch Staatssekretärin Martina Hoffmann-Badache für wichtig. Sie überbrachte in Vertretung ihrer Chefin, der NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens, das Grußwort der Landesregierung. Man müsse den Menschen klarmachen, was es heißt, wenn Apotheken sterben. Die Staatssekretärin überbrachte zudem die Nachricht, dass der Gesundheitsausschuss des Bundesrats sich für ein Verbot des Rx-Versandhandels ausgesprochen hatte. NRW hatte bereits im Vorfeld erklärt, für den Antrag aus Bayern zu stimmen.

Das Urteil des EuGH vom 19. Oktober stelle gemeinsam mit dem Versandhandel eine konkrete Gefahr für die flächendeckende Versorgung dar, zitierte Martina Hoffmann-Badache aus der Begründung des Antrags. Eine Zerschlagung der bestehenden Strukturen sei unumkehrbar – Alternativen weder vorhanden, noch erwiesenermaßen besser. Deswegen müsse die Preisbindung für Rx-Arzneimittel ausnahmslos gelten. Das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sei geeignet und erforderlich, um dieses Ziel zu erreichen. Andere Regelungen, die wirksam und unionsrechtlich machbar sind, seien nicht ersichtlich.

Doch Geduld ist gefragt

Hoffmann-Badache wies aber auch darauf hin, dass das Ganze jetzt seine Zeit brauche. Der Bundestag müsse zustimmen, außerdem seien zwei Prüfaufträge vergeben worden.

Auf die Pläne des BMG, das das Rx-Versandverbot in einem eigenen Gesetz durchsetzen und nicht, wie es in der Bundesrats-Initiative vorgesehen ist, an das AMVSG anhängen möchte, ging sie nicht ein.

Des Weiteren wies die Staatssekretärin in ihrem Grußwort auf die wichtige Rolle der Apotheker im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen hin. Dies erfordere die Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitswesen. Apotheker hätten eine wichtige Beratungsfunktion, erklärte sie und spannte so die thematische Brücke zum Thema der Fortbildung – „Antibiotika“. 


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1 Kommentar

... nicht nervös machen ...

von Michael Wiench am 10.11.2016 um 19:30 Uhr

Keep calm and die ?

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