Mehr Aufgaben für Apotheker

Kinderapotheken und Diabetiker-Beratung in der Schweiz

Berlin - 07.11.2016, 11:30 Uhr

Aufgaben in der Primärversorgung: In der Schweiz wird derzeit ausgelotet, welche Aufgaben Apotheker in der Grundversorgung übernehmen können. (Foto: dpa)

Aufgaben in der Primärversorgung: In der Schweiz wird derzeit ausgelotet, welche Aufgaben Apotheker in der Grundversorgung übernehmen können. (Foto: dpa)


Nach dem Willen ihrer Gesundheitspolitiker sollen die Schweizer Apotheker sich in Zukunft erheblich stärker als bisher in die Grundversorgung einbringen. Der Weg hierfür ist bereitet, nun geht es an die praktische Umsetzung, zunächst mit zwei Pilotprojekten.

In den letzten Jahren wurden in der Schweiz deutliche Akzente gesetzt, um die Expertise der Apotheker in der Gesundheitsversorgung stärker zu nutzen. So sollen Apotheker nach dem revidierten Heilmittelgesetz nach einem persönlichen Kontakt mit dem Kunden für leichte Erkrankungen gewisse verschreibungspflichtige Arzneimittel auch ohne Vorliegen einer ärztlichen Verordnung abgeben dürfen. Die hierfür notwendigen Voraussetzungen in der Aus- und Weiterbildung regelt das ebenfalls revidierte Medizinalberufegesetz.

Wo am besten ansetzen?

Nun geht es an die praktische Ausgestaltung des politischen Auftrags. Der Schweizer Bundesrat wurde gebeten, aufzuzeigen, welche Aufgaben Apotheken im Gesundheitswesen wahrnehmen können, wie ihr Tätigkeitsgebiet zur Sicherung der Grundversorgung ausgebaut werden kann und welche Auswirkungen eine Neupositionierung der Apotheken auf die Aus- und Weiterbildung sowie auf allfällige Vergütungsmodelle hat. Mitte Oktober hat er seinen Bericht dazu vorgelegt.

Ansätze sind vorhanden, aber…

Hierin wird bekräftigt, dass den Apothekern eine wichtige Rolle in der medizinischen Grundversorgung zukommt, insbesondere auch in Anbetracht der Zunahme von Personen mit chronischen Erkrankungen und dem fehlenden Nachwuchs bei den Hausärzten.

In der Schweiz existierten zwar verschiedene erfolgversprechende Ansätze für Modelle der Zusammenarbeit von Apothekern mit anderen Medizinal- und/oder Gesundheitsfachpersonen, heißt es dort weiter, aber diese seien je nach Kanton sehr unterschiedlich und hätten bislang noch nicht wirklich Fuß fassen können.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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