Rx-Versandverbot

SPD will keine Schnellschüsse

Berlin - 28.10.2016, 17:00 Uhr

Gesundheitsminister Hermann Gröhe könnte es schwer haben, den Koalitionspartner vom Rx-Versandverbot zu überzeugen. (Foto: Sket)

Gesundheitsminister Hermann Gröhe könnte es schwer haben, den Koalitionspartner vom Rx-Versandverbot zu überzeugen. (Foto: Sket)


SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach lehnt die Pläne des Bundesgesundheitsministers ab, den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten komplett zu verbieten. Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Hilde Mattheis, hält nichts von voreiligen Entscheidungen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will das Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Dafür will er nun in der großen Koalition Unterstützer finden. Während in der Union viele Stimmen pro Versandhandelsverbot zu hören sind, gab sich die SPD in diesem Punkt bislang zurückhaltend.

Nun hat sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, allerdings klar positioniert: „Den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zu verbieten, als Konsequenz aus der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes von letzter Woche, ist falsch, und dahingehende Forderungen sind abzulehnen. Gerade für chronisch kranke Menschen in strukturschwachen Gebieten mit wenigen Apotheken wäre es unzumutbar, ihnen diesen einfachen Weg der Arzneimittelversorgung abzuschneiden“.

Statt über ein Verbot des Versandhandels sollte man lieber weiter darüber nachdenken, wie die Beratungsleistungen in der stationären Apotheke besser vergütet werden kann, meint Lauterbach. „Aber auch hier verbieten sich Schnellschüsse.“

Hilde Mattheis (SPD): Zunächst andere Lösungen ausloten.

Ähnlich äußerte sich Hilde Mattheis, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, gegenüber DAZ.online. Sie glaube nicht, dass das Rx-Versandhandelsverbot auf Dauer trage. Ein solches Verbot ginge ihr zu weit, schließlich beträfe es auch inländische Versandapotheken. Mattheis ist zwar ebenfalls der Meinung, dass man nach dem EuGH-Urteil dafür sorgen muss, dass keine Versorgungslücken entstehen. Sie würde es bevorzugen, zunächst Alternativen zum Versandverbot zu prüfen – und der Ansatzpunkt ist auch für sie das Apothekenhonorar. Das sei sicherlich auch „keine einfache Lösung“, sagte Mattheis gegenüber DAZ.online. Aber vorschnelle Lösungen sind aus ihrer Sicht ohnehin nicht die besten. Ein Hintertürchen hält sie allerdings offen: Wenn sich nach Prüfung verschiedener Alternativen am Ende herausstelle, dass das Rx-Versandverbot doch die beste Lösung ist, sei sie auch hierfür bereit, so Mattheis.

Ob Gröhe die SPD-Politiker doch noch von seinem Vorschlag überzeugen kann, muss sich nun zeigen. Würde er seinen Plan tatsächlich im AMVSG unterbringen wollen, gäbe es durchaus noch Zeit, diese Lösung genauer zu beleuchten – und ihr gegebenenfalls andere Modelle gegenüberzustellen. Unüberlegte Schnellschüsse sind sicherlich schwierig – das Rx-Versandhandelsverbot ist allerdings schon eine lange diskutierte Option, die in den letzten Jahren immer wieder von verschiedenen Politikern in Spiel gebracht wurde.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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14 Kommentare

Versandspotheken: Verbot ist falsch!

von Reiner Schmidt am 29.10.2016 um 12:21 Uhr

Hier im Ort auf dem Lande gibt es weder Apotheke noch Arzt. Deshalb bestellen wir günstig und gut im Internet! Und wir werden sogar am Wochenende telefonisch gut beraten.
Ein Verbot missachtet Verbraucherinteressen. Es hilft nur der Pharmaindustrie. Preisbindung ist immer falsch und kontraproduktiv. Ein Zuschlag für ländliche Apotheken und ein Abschlag für Stadtapotheken wäre richtig. An vielen Marktplätzen der Grosstädte gibt es drei Apotheken - das sind zwei Zuviel! Dieser Überfluss macht unser Gesundheitswesen zu teuer!

Und Herr Gröhe sowie sein Ministerium werden wieder einmal mehr von den Pharmalobbyisten eingefangen. Die Patienten sollen es mit volkswirtschaftlich kontraproduktiver Preisbindung bezahlen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 3 Antworten

AW: Versandspotheken: Verbot ist falsch

von gabriela aures am 29.10.2016 um 13:31 Uhr

Sehr geehrter Herr Schmidt,

erlauben Sie mir einige Anmerkungen zu dieser leider von Anbeginn an emotionalisierten und oft auf falschen Aussagen beruhenden Diskussion.

1. Die Möglichkeit, "alles ohne Rezept" weiterhin zu Sonderpreisen zu bestellen, ist überhaupt nicht Gegenstand des angedachten Versandverbotes.
Es geht rein um die Medikamente, die Sie ( und alle anderen Versicherten) vom Arzt verschrieben bekommen.

2. Die Preise, die Versandapotheken im Ausland mit den deutschen Krankenkassen abrechnen, sind identisch mit denen, die die deutschen Apotheken in Rechnung stellen.
Es gab und gibt keinen finanziellen Vorteil für die Krankenkassen.

3.Auch sind durch das Urteil des EuGH NICHT die Preise betroffen, sondern die Zuzahlungen, die Versicherte u.U. zu leisten haben, falls es sich nicht um ein zuzahlungsbefreites Medikament handelt, werden von den holländischen Versandapotheken teilweise durch eine Einkaufsgutschein gutgeschrieben. Die Rechnung an die Krankenkassen bleibt unverändert .

4. Sie holen sich beim Arzt ein Rezept über 3 Medikamente und bestellen in Holland.
Ihre Krankenversicherung bezahlt der Versandapotheke 3 Medikamente.

Sie holen sich beim Arzt ein Rezept über 3 Medikamente, gehen in Ihrer Stadt an 4 Apotheken vorbei und holen Ihre Medikamente in der 5. Apotheke.
Dieser -und nur dieser - bezahlt Ihre Krankenkasse 3 Medikamente.

5. Die Zahl der Apotheken hat keinen Einfluß auf Anzahl der Verschreibungen, denn bekanntlich machen das die Ärzte.

AW: Versandspotheken: Verbot ist falsch

von Heiko Barz am 29.10.2016 um 14:09 Uhr

Das ständige wider kauen platter und immer gleicher Abwertungen in den Medien dem Berufstand der Apotheker gegenüber, die Sie anscheinend unkritisch übernehmen, und der Hinweis auf eine verstärkte Lobby-arbeit, vor der unsere Regierung Ihrer Meinung nach ständig einbricht, zeigt, dass sie kaum dieser Berufsgruppe- geschweige denn mit eigener Apotheke- angehören.
Wenn Sie sich vielleicht die Mühe machen und die Liste der beliebtesten Berufe in Deutschland aufmachen, werden Sie den Apotheker weit Oben finden.
Machen Sie sich doch die Mühe und lesen sie ein paar Zeilen des Kommentars vom Kollegen Giese, der die mahnenden Worte von Kant über Werte und Würde in den Raum stellt.
Nach Ihrem Kommentar ist es wohl unnötig die Deutsche Apotheke mit ihren Vorteilen zu erklären, vielleicht aber werden auch Sie zu Weihnachten oder einem anderen Feiertag ein dringendes Arzneimittel brauchen, dabei wünsche ich Ihnen dann viel Glück bei '' Ihren" Versandapotheken!

AW: Versandspotheken: Verbot ist falsch

von Bernd Jas am 29.10.2016 um 16:25 Uhr

Na, na, Herr Barz nicht so barsch,
Frau Aures hat da schon völlig Recht. Um das für Volkes Meinung ins richtige Licht zu rücken, bedarf es schon mal der Aufforderung zum Nachdenken mit den richtigen Argumenten.
Der Glaube, unsere Apotheken sein in ihrer Zahl überflüssig, erscheint schon zweifelhaft. Denn gäbe es (um bei dem Beispiel zu bleiben) zwei Apotheken weniger an dem Ort, dann wäre dort der Wettbewerb stark eingeschränkt und die Preise (im OTC-Bereich) könnten steigen. Auch müsste die übrig gebliebene Apotheke die Arbeit, die Personalkosten, Kosten zur Erweiterung und Umbau selbst tragen um den höheren Aufwand durch mehr Patienten und Kunden zu bewältigen. Das zahlt nicht die Krankenkasse, sondern die Apotheker.
Da kann man den Satz:
"Dieser Überfluss macht unser Gesundheitswesen zu teuer!"
- schon mal argumentativ umdrehen. Wer bezahlt´s? Nicht die Schweizer.
Mit anderen Worten; wir Apotheken teilen uns das, was uns so zur Türe reinpurzelt. Der Kuchen für alle wird dadurch nicht größer. Weniger Apotheken, mehr für die einzelne. Da hört der Arzt nicht plötzlich auf Rezepte auszustellen.
Das gleiche gilt allerdings für die Rentner die müssen sich auch das teilen was wir erarbeiten. Dabei gilt dann: Weniger Rentner, mehr Rente für den einzelnen. Ich hätte da auch einen Wettbewerbsvorschlag.

Rx-Versanhandelsverbot

von Daniel M. am 29.10.2016 um 11:34 Uhr

Ich hoffe sehr, unsere Standesvertretung verlässt sich nicht ausschließlich auf das Rx-Verdandhandelsverbot! Denn wer außer uns Apothekern nimmt denn sonst noch Schaden am aktuellen Status? Ist die aktuelle Situation für den Bürger wirklich von Nachteil?
Gibt es denn sonst keine Strategien?

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Strukturschwache Gebiete

von Alexander Murr am 29.10.2016 um 9:51 Uhr

Das Problem der strukturschwachen Gebiete hat Herr Lauterbach ja richtig erkannt. Nur kann es der Versand nicht lösen.
Wer liefert denn in diesen Gebieten die Akutmedikation, BTM und Rezepturen? Sind lange Wege für akut Kranke etwa zumutbar? Noch schlimmer ist, dass Herr Lauterbach übersieht (oder verschweigt) dass jeder Euro Ertrag der in den Versandhandel geht, beim Erhalt der jetzigen Strukturen fehlt.....die Strukturschwachen Regionen also immer mehr und immer größer werden.

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Argumente sind genug da!

von Uwe Hansmann am 28.10.2016 um 20:16 Uhr

Die Herrschaften jenseits des Goudaäquators können den Kassen und der Politik ja viel erzählen und ihnen den Mund wässrig rabattieren.

Eines ist doch klar:

Sie - die Versender aus dem europäischen Umland - drücken sich vehement um die uns Apotheken in Deutschland via Sozialgesetzgebung verordneten Gemeinwohlpflichten jeglicher Couleur.

Wer sich Rezepturanfertigung, Spezialversorgung, Zytoversorgung, inhouse-Betreuung, Heimversorgung, Notdiensten und weiteren Orts- und zeitnah zu erbringenden und vielfach notwendigen, von Patienten gewünschten, Diensten verweigert und nur die Sahne bei den Chronikern abseihen möchte, der hat in diesem, unserem Gesundheitswesen bismarkscher Prägung schlichtweg nichts verloren und ist davon auszuschließen!!

Ich warte im Übrigen auf den Tag, an dem ich dem Kassen-Außendienst, der bei mir danach fragt, ob ich denn nicht meinen Angestellten nahelegen möchte, sich in seiner deutschen Krankenversicherung versichern zu lassen, mitteilen kann, daß er umsonst da wäre, da die Konkurrenzkasse in Groningen das gleiche Paket für den halben Preis anbietet.

Das täte mir dann zwar leid - aber: so what!

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RX -Verbot

von Frank ebert am 28.10.2016 um 18:44 Uhr

Wer hat uns verraten ? Die Sozialdemokraten ! Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Einkommenssteuer, Arbeitsplätze alles nach Holland. Die SPD sagt nein, das wars, wüsste nicht wann sich die CDU in den letzten drei Jahren mal durchgesetzt hat. Ach ja, Nahles Fahrstühle durften doch bleiben. Es ist schwierig einzusehen, von welchen Menschen man abhängig ist. Lauterbach wird demnächst sicher wieder einen gut dotierten Beratervertrag bekommen.

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AW: RX -Verbot

von Martin am 28.10.2016 um 18:55 Uhr

wir haben uns selbst verraten...

Mit unserer Trägheit und unserem Anspruch auf Besserwisserei.....

Es ist die Markt "Apotheker", die wir nicht ausreichend gepflegt haben, der wir nicht ein Image verpasst haben, das die Gesellschaft als wichtig erkennt.

Schnellschüsse

von Christian Giese am 28.10.2016 um 17:54 Uhr

Wenn die SPD keine Schnellschüsse will, dann soll sie mal über Immanuel Kant nachdenken, was der wohl gemeint haben könnte:

"Alles hat entweder einen Preis oder eine Würde.
Was einen Preis hat, ist austauschbar,
was dagegen über allem Preis steht, das hat eine Würde."

Das ist wohl eine sehr lange nachdenkenswerte Strecke her, vielleicht kann da die SPD in den Parallelen zu den Preisboni und was es da sonst noch so gibt, ihre Austauschbarkeit erkennen.



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Unsere Hoffnung - die Politik

von Martin am 28.10.2016 um 17:53 Uhr

Die Kette der Entwicklungspunkte dürfte nicht zu schwierig sein:

1.
Unsere Politiker vertreten 80 Millionen Bundesbürger und darunter vielleicht 150000 Apotheker (falls es soviele sind).

2.
Profitierten die Kunden / Patienten vom Arzneimittelversand in der Vergangenheit ? Ja sie haben profitiert.

2.
Profitieren die Patienten durch die neuen Möglichkeiten ?
Vorerst JA und über die Zukunft können wir alle nur rätseln.

3.
Profitieren die Apotheker ? NEIN, eindeutig nein. In unserer Darstellung machen wir uns große Sorgen über die künftige Versorgung. Argumente und handfeste Vorteile der Kunden / Patienten lassen wir links liegen. Unser ökonomisches Interesse ist dabei aber unübersehbar.

4.
Welche Position haben die Krankenkassen ? Das dürfte klar sein. Jede Maßnahme zur Senkung der Kosten wird ergriffen.

5.
und die Politik ?
Glauben wir ganz ernsthaft, daß sich die Politik vollständig hinter die Interessen unserer Berufsgruppe stellt und alles andere ignoriert ?

Die Tragik unserer Argumentation liegt leider darin, daß wir nichts Neues zu bieten haben.
Wir präsentieren uns als Bremser, als vermeintliche Bewahrer des Gestrigen, als Sorgenmacher (für die Patienten), als Wächter großer gesellschaftlicher und sozialer Werte.....

Das ist alles aber eine sehr große Nummer !!! und - so finde ich persönlich - eine gewagte Strategie.

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Oh weia....

von gabriela aures am 28.10.2016 um 17:48 Uhr

1.Herr Lauterbach : "Gerade für chronisch kranke Menschen in strukturschwachen Gebieten mit wenigen Apotheken wäre es unzumutbar, ihnen diesen einfachen Weg der Arzneimittelversorgung abzuschneiden“."
Die Versorgung in strukturschwachen Gebieten umfaßt aber nicht nur Chronikern, ab und an sollen da sogar Antibiotika benötigt werden, was man so hört !
Sollen die Menschen dann dort erst in die Stadt fahren müssen, um ihre Akutmedikation zu bekommen ?
Nach der Anregung des EuGH dann gerne auch etwas teurer für die Bürger.
Warum mutwillig die Strukturen auf dem Land zerstören ?
Warum , um einen anderen Vorschlag aufzugreifen, der vielleicht gar nicht mehr aktuell sein mag, die Präsenz von Apotheken auf dem platten Land extra honorieren ?
Warum soll hier sehenden Auges erst die Versorgung unrentabel gemacht werden und im Anschluß wird subventioniert ?
BITTE erklären Sie mir den Sinn dieses Vorgehens !

2. @Frau Mattheis: "Ein solches Verbot ginge ihr zu weit, schließlich beträfe es auch inländische Versandapotheken. "
Meines Wissens ist eine Versandapotheke immer an das Vorhandensein einer " echten" Apotheke gebunden.
Außer Portokosten würde nichts entfallen ;-)

Zur Honorarfrage: Das ist momentan relativ übersichtlich konzipiert und dennoch bereits Anlaß für ...nun, sagen wir Unmut und auch den Begehrlichkeiten der Krankenkassen ausgesetzt.
Ob hier weitere Module wirklich zielführend sind ?
Was passiert, wenn z.B. Versandapotheken diese honorierten Aufgaben den Kassen billiger bis umsonst anbieten wollen ?
Wie lange wird es dann bis zur Klage dauern ?

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AW: Oh weia - Nachtrag

von gabriela aures am 28.10.2016 um 17:55 Uhr

Wie kommen nach Herrn Lauterbachs Meinung die Menschen außerhalb von Ballungsgebieten an ihre Medikamente ?
So viel Verblendung und Realitätsverlust tut doch weh ....

Nein, das hat ü b e r h a u p t

von Christiane Patzelt am 28.10.2016 um 17:42 Uhr

Keine Eile!! WÄHRENDDESSEN KANN DOC MORRIS GEMÜTLICH FAKTEN SCHAFFEN, aber was soll so ein kleiner Famlilienbetrieb wie meiner schon was dagegen haben, seit Jahren regiert an uns Apotheken ja der Sparzwang, da haben wir privat ja noch jede Menge Reserven mitzubringen, damit wir die ordnungsgemäße Versorgung aufrecht erhalten können! Ich kann ja noch das Zuhause meiner Kinder verkaufen, damit ich nicht pleite machen muss!! Ich habs so dicke!!

Hat einer der Politiker je ein Geschäft geführt und den Hauch einer Ahnung, was das TAGTÄGLICH bedeutet?

Die hier viel zitierten Menschen in den abgelegenen Landstrichen werden von uns tagtäglich mit dem Auto angefahren, die Menschen schätzen persönlichen Kontakt und die Aufklärung von Ihnen bekannte Menschen! Viele Alte wollen gar nichts aus dem Ausland, das Misstrauen ist riesig und es gibt Leute, die haben einen total miesen Internetzugang - oder gar keinen!! Der Senior? Der geht hier voll verloren!! Allein gelassen mit seiner Tablette, die ohne Beratung mit einem riesen Umkarton aus NL kommt..

Ach so, auf anderen Portalen heisst es, wir sollen ja nicht mehr rumjammern, sondern unsere Stärken zeigen -- ehrlich? Meine Stärke liegt darin KOSTENLOS zu beraten, abzuraten, am Telefon Hinweise geben, die Rezeptfehler der Ärzte zu heilen oder deren Fehlverordnungen---alles eine Dienstleistung, die nie nie nie bezahlt wird, aber eingepreist wird in meine OTC-Ware! Ich kann nicht billig!! Ich kann nicht mit den Internetapotheken mithalten, ich habe eine ganz andere Kostenstruktur!! Und für den billigsten Jacob im Land hab ich auch nicht Pharmazie studiert,

Fakt ist, diese Verzögerung wird Arbeitsplätze kosten, dieses Urteil wird Arbeitsplätze kosten!
Im Stundentakt wird mein Geschäft wertlos und wertloser....

Meine Wahlkampfunterstützung findet am HV statt und die SPD ist mit Sicherheit nicht dabei, Regine Hildebrandt würde sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüsste,was aus dieser Partei geworden ist!

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