Zulassung in den USA

Atezolizumab jetzt auch bei nicht kleinzelligem Lungenkrebs

Stuttgart - 19.10.2016, 16:00 Uhr

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat die Zulassung für Tecentriq erweitert. (Foto: picture alliance / AP Photo)

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat die Zulassung für Tecentriq erweitert. (Foto: picture alliance / AP Photo)


Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat für das Lungenkrebsarzneimittel Tecentriq (Atezolizumab) die Zulassung für eine weitere Indikation erteilt: Es kann jetzt auch für die Behandlung einer speziellen metastasierenden Form des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) eingesetzt werden. In Europa ist der Wirkstoff noch nicht zugelassen. 

Wie die Roche-Tochter Genentech mitteilt, ist das Immunonkologikum Tecentriq (Atezolizumab) in den USA jetzt auch als Zweitlinien-Therapie für Patienten mit metastasierendem nicht kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) zugelassen, wenn die Erkrankung trotz oder nach einer Chemotherapie fortschreitet. Die Zulassung basiert auf Daten der Phase-III-Studie OAK und einer Phase-II-Studie. Für die Behandlung von Blasenkrebs ist es bereits  seit Mai 2016 zugelassen.

Der monoklonale Antikörper bindet selektiv an das Protein PD-L1 (programmed death ligand-1, programmierter Zelltod-Ligand 1). PD-L1 wird auf Tumorzellen und tumorinfiltrierenden Immunzellen exprimiert und unterbindet die körpereigene Immunabwehr durch Hemmung von T-Zellen. Atezolizumab blockiert die Interaktion zwischen PD-L1 und T-Zell-Oberflächenproteinen. So wird die T-Zellaktivierung und somit eine Immunantwort gegen den Tumor ermöglicht. Atezolizumab ist der erste PD-L1-Inhibitor überhaupt, der zugelassen wurde. Bei der EMA ist die Zulassung beantragt.

Die Wirkstoffe Pembrolizumab (Keytruda) und Nivolumab (Opdivo), die auch in Europa bereits erhältlich sind, greifen zwar in den gleichen Signalweg ein wie Atezolizumab, aber an einer anderen Stelle. Sie richten sich gegen den PD-1-Rezeptor, der auf T-Zellen exprimiert wird. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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