expopharm Medienpreis 2016

Exorbitante Preise und zufällige Entdeckungen

München - 13.10.2016, 12:20 Uhr

Laudatoren, Stifter und Gewinner beim expopharm Medienpreis 2016 (v.l.): ABDA-Präsident Friedemann Schmidt, Martina Keller, Petra Vortkort (DKV), Dr. Pia Heinemann, Peter Schlögell (ApoBank), Eric
Breitinger, Julia Friedrichs, Avoxa-Geschäftsführer Metin Ergül, DAV-Vorsitzeder Fritz Becker, BAK-Präsident Dr.
Andreas Kiefer. (Foto: ZWEILUX)

Laudatoren, Stifter und Gewinner beim expopharm Medienpreis 2016 (v.l.): ABDA-Präsident Friedemann Schmidt, Martina Keller, Petra Vortkort (DKV), Dr. Pia Heinemann, Peter Schlögell (ApoBank), Eric Breitinger, Julia Friedrichs, Avoxa-Geschäftsführer Metin Ergül, DAV-Vorsitzeder Fritz Becker, BAK-Präsident Dr. Andreas Kiefer. (Foto: ZWEILUX)


Er ist bereits Tradition: Anlässlich der größten pharmazeutischen Fachmesse Europas, die derzeit in München stattfindet, wurde am gestrigen Mittwochabend der expopharm Medienpreis verliehen. Die Auszeichnung ging an vier Journalisten, die sich mit Themen rund um Apotheke und Arzneimittel auseinandergesetzt haben.

Bereits zum zwölften Mal hatten sich Journalisten um den expopharm Medienpreis bewerben können. Das Motto des Wettbewerbs: „Die Apotheke in der Gesellschaft“. Sein Ziel: Die umfassende, seriöse und kritische Berichterstattung über Apotheken fördern. In vier Kategorien war der Preis ausgeschrieben, in jeder erhielten die Sieger 5.000 Euro.

In der Kategorie Apotheke und Politik wurde Julia Friedrichs für ihren im Zeit-Magazin erschienenen Beitrag „Der Preis der Hoffnung“ ausgezeichnet. Ihr Thema: Die „exorbitanten Preise“ einiger neuer Arzneimittel. Die Autorin beleuchtet nicht nur die Situation in Deutschland, sondern auch in anderen Industrienationen. Die Erkenntnis: Wirklich zufriedenstellend gelöst ist sie nirgends. Nur im gesellschaftlichen Konsens könne eine Lösung entwickelt werden.

Eric Breitinger ist Preisträger in der Kategorie Apotheke und Ökonomie. Gemeinsam mit internationalen Journalistenkollegen und der Unterstützung des Journalismfund.eu hat er über die unterschiedlichen Preisniveaus in Europa geschrieben. „Heilung nur für Reiche“ erschien in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und zeigt auf, dass Europa in der Arzneimittelversorgung noch weit von einheitlichen Leistungen der Sozialversicherungssysteme entfernt ist. Während bei uns über hohe Arzneimittelpreise diskutiert wird, können sich die Patienten zum Beispiel in Griechenland, Lettland oder auch Bulgarien und Rumänien viele Innovationen überhaupt nicht leisten.

In der Kategorie Apotheke und Verbraucher ging der Medienpreis an Dr. Pia Heinemann. Ihr Beitrag „Ungeschützte Behauptung“ aus der Welt am Sonntag greift das Thema Schutzimpfungen auf. Obwohl sich Infektionskrankheiten wie Masern mit einem kleinen Piks für immer ausrotten ließen, lässt sich die nicht kleiner werdende Zahl der Impfgegner nicht überzeugen. Die dabei in den Raum gestellten Behauptungen entstammen eher dem Bereich der Mythen als dem der wissenschaftlich nachweisbaren Fakten. Die Autorin ergreift leidenschaftlich Partei – und wirbt für eine bessere Information zum Thema.

Für ihre Sendung „Zufallsentdeckungen in der Medizin“, die in SWR2 Wissen ausgestrahlt wurde, wurde Martina Keller in der Kategorie Pharmazie und Forschung ausgezeichnet. Auch wenn die forschenden Pharmaunternehmen bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe oft sehr zielgerichtet vorgehen, gibt es immer noch Zufallsentdeckungen. Ein bekanntes Beispiel ist der zunächst gegen koronare Herzerkrankungen entwickelte Wirkstoff Sildenafil, den heute jeder als Viagra® kennt. Die Autorin meint, dass sich Wissenschaftler und Firmenchefs wieder mehr mit der Geschichte bedeutender Entdeckungen beschäftigen sollten – und dazu gehört für sie auch die Gunst des Zufalls sowie die Kunst, diese zu nutzen.

Die Verleihung des expopharm Medienpreises fand im Münchner GOP-Theater statt. Der Wettbewerb wurde von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, der DKV und der Messe München unterstützt.


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