Expopharm-Eröffnung

Import-Arzneimittel kommen nicht vom Mond

München - 12.10.2016, 13:00 Uhr

Auch Josef Schmid, 2. Bürgermeister Münchens, überbrachte ein Grußwort. (Fotos: A. Schelbert)

Auch Josef Schmid, 2. Bürgermeister Münchens, überbrachte ein Grußwort. (Fotos: A. Schelbert)


Die Expopharm ist eröffnet. Traditionell richteten Vertreter der Marktpartner ihre Grußworte an die Apotheker. Im Mittelpunkt stand dabei das Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz – und das gemeinsame Interesse, das Problem der Lieferengpässe in den Griff zu bekommen.

Erwartungsgemäß sparten die Vertreter der Pharma-Verbände nicht an Kritik am Entwurf für das Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG). Nach dem Pharmadialog waren die Hoffnungen groß – doch die Umsetzung enttäuschte. Vor allem die Verlängerung des Preismoratoriums bis 2022 ist für die Hersteller ein nicht nachvollziehbares Ärgernis. Schon seit 2010 sind die Preise auf dem Niveau von 2009 eingefroren.  

Jörg Wieczorek, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller e.V. (BAH), beklagte, dass der Gesetzentwurf weder zu Anreizen für die Weiterentwicklung bekannter Wirkstoffe noch zur Vertraulichkeit des Erstattungsbetrages eine zufriedenstellende Regelung biete. Doch er sieht auch Positives – und zwar für die Apotheker. Schließlich hätten diese „über die Jahre einen tollen Job gemacht“. Deshalb sei es nur folgerichtig, wenn der Gesetzgeber nun die Anhebung der Apothekerhonorare plant. Das begrüße und unterstütze der BAH ohne jede Einschränkung – im Übrigen als einziger Verband im Pharma-Umfeld, wie er betonte. 

Professor Dr. Michael Popp, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) relativierte die zuvor aus den Verbänden geäußerte Kritik und stellte klar, dass auch der BPI die Apothekervergütung nicht infrage stellen wolle. Vielmehr begrüße er die geplanten Honorarerhöhungen ausdrücklich. Kritisch sei allein, dass es Mehrausgaben lediglich zugunsten einer Leistungserbringergruppe – der Apotheker – gebe. Dem stehe auf der anderen Seite das Preismoratorium zulasten der Hersteller gegenüber.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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