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HIV-Prophylaxe mit Truvada

07.10.2016, 17:45 Uhr

Männer oder Transgender, die penetrierenden Sex mit Männern haben, könnten von der PrEP profitieren. (Foto: mbruxelle / Fotolia)

Männer oder Transgender, die penetrierenden Sex mit Männern haben, könnten von der PrEP profitieren. (Foto: mbruxelle / Fotolia)


Das erste Arzneimittel zur HIV-Prophylaxe ist zugelassen und ab sofort in Deutschland verkehrsfähig. Ärzte dürfen Truvada nun zur Therapie und Prophylaxe von HIV verordnen. Die Präventionsstrategie sieht auch Safer Sex-Praktiken vor.  

Truvada® ist seit langem bewährt in der Therapie der HIV-1-Infektion. Auch ist Truvada® zugelassen zur Post-Expositionsprophylaxe (PEP) nach Kontakt mit eventuell HIV-kontaminierten Körperflüssigkeiten. Neu ist, dass die antiretrovirale Fixkombination aus Emtricitabin und Tenofovir künftig auch zur Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) eingesetzt werden darf, um vor Infektionen mit dem Humanen Immundefizienz Virus zu schützen.

Truvada und Safer Sex als Prävention 

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte bereits im August 2016 Truvada® zur Prä-Expositions-Prophylaxe bei HIV-1 zugelassen. Die Zulassung von Truvada® für diese neue Indikation war allerdings unter Auflagen erfolgt: Bevor das Arzneimittel zur PrEP in der Bundesrepublik ärztlich verordnet werden darf, musste der pharmazeutische Unternehmer Gilead Schulungsunterlagen für Ärzte und Anwender zur Verfügung stellen. Der Inhalt musste mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) abgestimmt werden.

Dieser Pflicht kam Gilead nun nach: Ab sofort dürfen Ärzte Truvada® gesunden Erwachsenen mit hohem Infektionsrisiko auch zur PrEP verordnen. Das Arzneimittel ist Teil einer Gesamtstrategie zur Prävention von HIV. In Verbindung mit regelmäßigen Arztbesuchen, Kontrolluntersuchungen und Safer Sex-Praktiken soll Truvada® das Risiko einer Ansteckung mit HIV reduzieren. Die Zulassung zur Prä-Expositions-Prophylaxe zielt auf Personen ab, die ein hohes Risiko haben, sich sexuell mit HIV-1 zu infizieren.

Zu dieser Risikogruppe gehören Männer oder Transgender, die penetrierenden Sex mit Männern haben. Aber auch heterosexuelle Partnerschaften, in denen ein Partner HIV-negativ und der andere positiv ist. 

Keine Kostenübernahme der PrEP

Eine Monatspackung Truvada® kostet rund 820 Euro. Die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen wollen das Arzneimittel zur PreP bislang nicht bezahlen.Zur Therapie ist es hingegen Kassenleistung. Allerdings zeigen Untersuchungen aus den Niederlanden und aus UK, dass sich die Verschreibung zur PrEP trotz es hohen Preises rechnet. 


Celine Müller (cel)
redaktion@daz.online


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