Kleine Anfrage in Sachsen

AfD sorgt sich um die Pharmazie in Leipzig

Stuttgart - 07.10.2016, 17:30 Uhr

Apothekerausbildung in Sachsen: Leipzig ist der einzige Pharmaziestandort. (Foto: Universität Leipzig)

Apothekerausbildung in Sachsen: Leipzig ist der einzige Pharmaziestandort. (Foto: Universität Leipzig)


Die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag hat eine Kleine Anfrage zum Studiengang Pharmazie in Leipzig gestellt. Darin erkundigt sie sich unter anderem nach einem Konzept der Uni zur Fortführung des Studiengangs. Die Zukunft der Pharmazie in Leipzig ist seit Jahren ungewiss. Zuletzt gab es Kooperationspläne mit Halle.

Sachsens Landtagsfraktionen machen sich offensichtlich Sorgen um den Studiengang Pharmazie in Leipzig. Vergangenes Jahr gab es bereits eine Kleine Anfrage der Linksfraktion zum Erhalt des Studienganges, jetzt hat die AfD nachgelegt. So wollte die Fraktion, die im sächsischen Landtag mit 14 Sitzen vertreten ist, beispielsweise wissen, welches konkrete Konzept von der Universität zur Fortführung des Studiengangs vorgelegt wurde. Außerdem fragte sie nach der Zahl der immatrikulierten Studenten seit dem Wintersemester 2012/2013 und ob es den Tatsachen entspreche, dass seit 2011 zwei Stellen für ordentliche Professuren unbesetzt seien. Mit welchen konkreten Maßnahmen die Staatsregierung gewährleisten wolle, dass der Studiengang Pharmazie in Leipzig vollumfänglich fortgeführt werden kann, lautete die letzte Frage. 

Anlass der Anfrage war eine Fernsehsendung, die über die Nachwuchsprobleme der Apotheker ins Sachsen berichtete, sowie die Ankündigung in der Antwort auf die Anfrage der Linksfraktion, bis Mitte 2015 eine Planung zur langfristigen Fortführung des Studiengangs vorlegen zu wollen. 

Weniger Studenten in Leipzig

Nach Aussage der Staatsregierung werden derzeit zwei Varianten beraten, die Pharmazie zu erhalten. Zum einen eine länderübergreifende Kooperation mit der Universität Halle oder alternativ eine Fortführung ohne Kooperation. Die Zahl der immatrikulierten Studenten ist leicht rückläufig. Laut Antwort der Staatsregierung  waren es im Wintersemester 2012/2013 49 Studenten im Erstsemester. 2013/2014 begannen 43 Pharmaziestudenten in Leipzig. 2014/2015 waren es 44 und 2015/2016 noch 38, die ein Pharmaziestudium begonnen haben.

Dass Professoren-Stellen seit 2011 nicht besetzt seien, entspreche nicht den Tatsachen, heißt es weiter. Die Stellen existieren nämlich gar nicht mehr. Die Universität habe Professorenstellen in der Pharmazie genutzt, um den vorgegebenen Stellenabbau umzusetzen, liest man in der Antwort der Staatsregierung. Des Weiteren werde man im Hochschulentwicklungsplan bis 2025 und den neuen Zielvereinbarungen der Universität Leipzig die notwendigen Festlegungen zur Pharmazie treffen, formulierte die Staatsregierung ihre „konkreten Maßnahmen“ zur langfristigen Fortführung des Studiengangs.

Seit 2011 sucht die Uni nach Lösungen

Die Hochschule hatte 2011 beschlossen, den einzigen Pharmazie-Standort in Sachsen aufzugeben, um Sparvorgaben der damaligen schwarz-gelben Landesregierung zu erfüllen. Der Proteststurm war groß. Seitdem sucht die Uni nach Lösungen für den Erhalt des Pharmaziestudiums.

Die Kooperationspläne mit der Universität Halle stoßen bislang auf wenig Gegenliebe bei den Studierenden. Sowohl räumlich als auch personell sei das Pharmazeutische Institut den hohen Studentenzahlen nicht gewachsen, heißt es aus Halle. Die Pharmaziestudenten der dortigen Martin-Luther-Universität fürchten um die Qualität des Studiengangs an ihrer Hochschule. Und auch die Leipziger Studenten sind nicht angetan von dieser Lösung, wenn es zur Folge hat, dass sie zwischen beiden Standorten pendeln müssten.

Im laufenden Wintersemester – die Vorlesungen beginnen am 17. Oktober – werden 36 Studierende ihr Pharmaziestudium in Leipzig beginnen. Ihnen wurde zugesagt, dass sie ihr Studium ordnungsgemäß absolvieren könnten. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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