Erenumab

Migräne-Antikörper erfolgreich in Phase-III

Basel / Stuttgart - 29.09.2016, 13:50 Uhr

Der Antikörper Erenumab scheint die Zahl der Migränetage verringern zu können. (Foto: Dirima / Fotolia)

Der Antikörper Erenumab scheint die Zahl der Migränetage verringern zu können. (Foto: Dirima / Fotolia)


Möglicherweise steht bald eine neue Option zur Migräne-Prophylaxe zur Verfügung. Der monoklonale Antikörper Erenumab hat in einer Phase-III-Studie vielversprechende Ergebnisse geliefert. Das teilte Hersteller Novartis am Mittwochabend mit. 

Erenumab, auch bekannt unter dem Namen AMG 334, ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper. Er richte sich gegen den Calcitonin-Gene-Related-Peptid(CGRP)-Rezeptor, der im Verdacht steht, an der Übertragung der bei Migräne für den Schmerz verantwortlichen Signale beteiligt zu sein. AMG 334 soll zur Migräneprävention eingesetzt werden. Entwickelt wurde der Wirkstoff vom schweizerischen Pharmakonzern Novartis gemeinsam mit Amgen. Amgen hat die Vermarktungsrechte für die USA, Kanada und Japan, Novartis für Europa und den Rest der Welt. 

Novartis hat nun positive Daten einer Phase-III-Studie veröffentlicht. In der „Arise“-Studie hatten insgesamt 577 Migräne-Patienten entweder AMG 334 oder ein Placebo erhalten. Bei den Patienten, die das Medikament erhielten, wurde eine statistisch signifikante Reduktion von 2,9 Migräne-Tagen verzeichnet gegenüber einer von 1,8 Tagen in der Placebo-Gruppe. Das Sicherheitsprofil von AMG 334 sei ähnlich zu dem des Placebos, heißt es in einer Mitteilung des Herstellers. 

Ermutigende Ergebnisse

Die positiven Resultate aus der „Arise“-Studie seien sehr ermutigend, da es bisher keine Behandlungsoptionen gebe, die spezifisch auf die Prävention von Migräne abziele, wird der Chief Medical Officer Vasant Narasimhan des Konzerns in der Mitteilung zitiert. Bislang werden für diese Indikation verschiedene Wirkstoffklassen eingesetzt, die primär für andere Indikationen entwickelt wurden, zum Beispiel Betablocker oder bestimmte Antiepileptika. 

Bereits Anfang Juni hatte eine Phase-II-Studie vielversprechende Ergebnisse geliefert. Bei den Patienten, die im Mittel unter 18 Migränetagen pro Monat litten, konnte eine Reduktion um durchschnittlich 6,6-Tage pro Monat in jedem der Behandlungsarme erreicht werden. Die Gruppen unterschieden sich jeweils in der Dosis. Im Placebo-Arm gab es nur 4,2 Migränetage weniger.


dpa-AFX / DAZ.online
redaktion@daz.online


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