Grippe-Saison

Impfen gegen Influenza in Deutschland wenig beliebt

Berlin - 21.09.2016, 11:30 Uhr

Wer sich gegen eine Grippe im Winter schützen will, kann sich impfen lassen. (Foto: Adam Gregor / Fotolia)

Wer sich gegen eine Grippe im Winter schützen will, kann sich impfen lassen. (Foto: Adam Gregor / Fotolia)


Bald beginnt die Grippe-Saison. Ältere Menschen oder chronisch Kranke sollten sich bald gegen Influenza impfen lassen – der ideale Zeitpunkt sei im Oktober und November, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. In Deutschland lassen sich allerdings nur wenige Menschen impfen. 

Vor Beginn der Grippe-Saison sollten sich Risikogruppen wie Menschen ab 60, chronisch Kranke und Schwangere gegen die Infektionserkrankung impfen lassen. Darauf weisen das Robert-Koch-Institut (RKI), das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gemeinsam hin. Empfohlen wird die Influenza-Schutzimpfung auch Menschen, die Kontakt zu solchen Risikogruppen haben, vor allem das Medizin- und Pflegepersonal. Als optimaler Impfzeitpunkt gelten Oktober und November. Bis ein ausreichender Schutz aufgebaut ist, dauert es bis zu 14 Tage. 

In der vergangenen Saison 2015/16 gab es laut RKI geschätzt 4,1 Millionen Arztbesuche und 16.000 Klinik-Einweisungen wegen Grippe. „Das Risiko einer Influenzaerkrankung sollte vor jeder Saison ernst genommen werden“, erklärte RKI-Präsident Lothar H. Wieler. Allerdings lassen sich in Deutschland nur relativ wenige Menschen gegen Grippe impfen: Bei Senioren lag die Quote im Winter 2014/15 bei etwas über einem Drittel, dies sei der niedrigste Stand seit der Saison 2008/2009. Für die zurückliegende Saison gab es keine Angaben.

Aufklärungskampagne

Mit einer gemeinsamen Kampagne „Wir kommen der Grippe zuvor“  wollen BZgA und RKI nun Impflücken schließen. „Für die Impfaufklärung sind Ärztinnen und Ärzte und weiteres Fachpersonal die wichtigsten Ansprechpartner für ihre Patientinnen und Patienten. Und selbstverständlich sollten sie mit gutem Beispiel vorangehen und sich selbst auch gegen Grippe impfen lassen“, betonte BZgA-Leiterin Dr. Heidrun Thaiss. Multiplikatoren können sich verschiedene Materialien bestellen – oder direkt aus dem Netz herunterladen.

Die geringen Impfquoten mögen auch mit den immer wieder aufkommenden Diskussionen um die Zusammensetzung der Impfstoffe und deren Effektivität zusammenhängen. Nach RKI-Angaben wird die Wirksamkeit in der zurückliegenden Saison nun als „niedrig bis moderat“ gewertet. In anderen Saisons hätten die Werte höher gelegen, bei 40 bis 60 Prozent. Unabhängig davon ist die Impfung laut RKI die „wichtigste Maßnahme“ zum Schutz vor Grippe.  

Neue Impfstoff-Zusammensetzung

Die Impfstoffe für die neue Saison 2016/2017 unterscheiden sich in zwei der drei Komponenten gegenüber denen der vorangegangenen Saison. Angepasst wurden nach der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die A(H3N2)-Komponente und die B-Komponente in den klassischen Impfstoffen mit drei Komponenten (trivalent). Es sind auch zwei tetravalente Impfstoffe mit jeweils zwei B-Stämmen zugelassen. Bei ihnen wurde der A(H3N2)-Stamm ausgetauscht. Der bei den trivalenten Impfstoffen eingewechselte B-Stamm war bereits in der letzten Saison enthalten. Das PEI hat bereits rund 14  Millionen Impfdosen freigegeben. Auf der Webseite des PEI finden Sie eine Übersicht der Influenza-Impfstoffe mit den Angaben zu der zugelassenen Altersgruppe.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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