ABDA-Präsident in spe?

Wer ist Kai-Peter Siemsen?

Berlin - 08.09.2016, 18:00 Uhr

Kanditiert für das Präsidentenamt der ABDA: Kai-Peter Siemsen. (Foto: Schelbert / DAZ)

Kanditiert für das Präsidentenamt der ABDA: Kai-Peter Siemsen. (Foto: Schelbert / DAZ)


Nordisch-hanseatische Gelassenheit kombiniert mit inhaltlicher Entschlossenheit und der nötigen Liebe fürs Fach: So könnte eine Kurzbeschreibung von Kai-Peter Siemsen lauten, der jetzt neuer ABDA-Präsident werden will. Als Hamburger Kammerpräsident ist er dafür bekannt, für seine Überzeugungen einzutreten – auch wenn sie im Establishment nicht jedem gefallen.

Siemsen wurde 1962 im südafrikanischen Kapstadt geboren. Unabhängig voneinander waren seine Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg aus beruflichen Gründen nach Südafrika ausgewandert und lernten sich in Kapstadt kennen. Als Kai-Peter Siemsen zwei Jahre alt war, trat die Familie allerdings die Rückeise an. Neue Heimat der Familie Siemsen wurde Hamburg.

Sein Abitur legte er dann auch in der Hansestadt ab. Zwischen 1984 und 1988 studierte er Pharmazie an der Uni Hamburg und erhielt 1989 die Approbation als Apotheker. Anschließend reiste er drei Jahre lang als Vertretungsapotheker durchs Land. Zunächst war er angestellter Apotheker in Hamburg, später übernahm er Dienste im gesamten Bundesgebiet.

Doch einen echten Hanseaten zieht es zurück in seine Heimat. Noch bevor Siemsen seine Tätigkeit als Apotheker vorantrieb, machte er den ersten Schritt auf der berufspolitischen Karriereleiter. 1992 wurde Siemsen nämlich schon in den Vorstand der Hamburger Apothekerkammer gewählt. Dort vertrat er zunächst die angestellten Approbierten. Anfang 1993 pachtete er die Neue Eilbeker Apotheke in der Hamburger Innenstadt, unweit der Außenalster. Bei dieser Apotheke blieb Siemsen dann auch: Im Jahr 2006 übernahm er das Geschäft.

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Zwei Jahre später wurde er dann zum Vize-Präsidenten der Hamburger Apothekerkammer gewählt. Seit 2012 ist Siemsen Präsident der Kammer. Erst im Februar 2016 haben ihn seine Mitglieder erneut mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten gewählt.

Schon am Anfang seiner ersten Amtszeit sorgte Siemsen für Aufsehen, weil unter ihm erstmals eine komplette Umstellung des Beitragssystems in die Wege geleitet wurde. Ziel war es, den ständig im roten Bereich liegenden Haushalt der Kammer dauerhaft zu stabilisieren. Jedes Kammermitglied zahlt seitdem einen Grundbeitrag, der bei Arbeitnehmern nach der Wochenarbeitszeit gestaffelt ist. Hinzu kommt für die selbstständigen Inhaber öffentlicher Apotheken ein sogenannter Betriebsstättenbeitrag, der sich gemäß einer Staffel aus dem Nettogesamtumsatz ergibt. Rentner, Pharmazeuten im Praktikum und Mitglieder ohne Beschäftigung zahlen keine Beiträge. 2014 folgte dann die nächste Beitragsänderung: Weil im Kammerhaushalt immer noch Geld fehlte, beschloss die Mitgliedversammlung die Einführung einer Sonderzahlung für besonders umsatzstarke Apotheken.

Siemsen hat sich bei seiner Kammertätigkeit in den vergangenen Jahrzehnten auf die Öffentlichkeitsarbeit spezialisiert. Länger als 20 Jahre gehörte er dem Ausschuss für PR-Angelegenheiten der Hamburger Kammer an. Seit 2012 sitzt er nun im PR-Ausschuss der ABDA. Ähnlich wie ABDA-Präsident Friedemann Schmidt kennt sich Siemsen also mit den Medien aus. Schmidt hatte seine Karriere als Fernsehmoderator allerdings eine Zeit lang parallel zur Apothekenwelt betrieben. Siemsen nutzt die Medien ausschließlich als Sprachrohr für die Interessen der Apotheker.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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