Kooperation beim Botendienst

Wenn der Apotheker Bücher bringt

Berlin - 02.09.2016, 11:00 Uhr

Um dem Online-Handel etwas entgegenzusetzen, hat sich im Kreis Olpe eine neue  Allianz gebildet: Das Arzneimittel-Taxi der Linden-Apotheke fährt auch Bücher für eine Buchhandlung mit aus. (Foto: Linden-Apotheke)

Um dem Online-Handel etwas entgegenzusetzen, hat sich im Kreis Olpe eine neue  Allianz gebildet: Das Arzneimittel-Taxi der Linden-Apotheke fährt auch Bücher für eine Buchhandlung mit aus. (Foto: Linden-Apotheke)


Der Botendienst ist für viele Apotheken ein wichtiger, aber teurer Service. Bei den Lieferungen mit einem lokalen Buchhändler zu kooperieren, kann die Auslastung verbessern und so zu einem Schlüssel für die Wirtschaftlichkeit werden.

Angesichts unterschiedlicher Rabattverträge und vielfältiger Kundenwünsche bleibt Apotheken im Wettbewerb oft kaum eine Wahl, als einen umfangreichen Botendienst anzubieten. Doch ist dies für die Apotheke teuer. Das hat schon eine Kalkulation für den DAZ-Beitrag „Wann rechnet sich der Botendienst?“ in der DAZ 2013, Nr. 24, gezeigt.

Dort wurde eine verschreibungspflichtige Fertigarzneimittelpackung im Niedrigpreisbereich betrachtet, die durch das Handling und die Beratung in der Apotheke bereits fünf Minuten Arbeitszeit ausgelöst hat. Diese Packung dürfte dann zusätzlich zu den anderen Lieferungen nur noch weitere fünf Minuten Lieferzeit und einen Kilometer Fahrstrecke verursachen, um kein Verlustgeschäft zu werden. Allerdings verbessert sich das Ergebnis, wenn auf dem Rezept weitere Arzneimittel abgerechnet werden können.

Doch es kommt nicht primär darauf an, ob der Einsatz eine Minute länger oder kürzer dauert, oder wie viel Cent für einen Kilometer genau zu kalkulieren ist. Die Modellrechnungen in dem DAZ-Beitrag haben gezeigt, dass sich der Botendienst zwar in günstigen Fällen lohnt, bei langen Lieferwegen und großem Zeitaufwand für den Boten aber zu hohe Kosten produziert. Daher müssen bei den Fahrten möglichst viele Kunden in einer überschaubaren Zeit angefahren werden. Je mehr Kunden in einem begrenzten Liefergebiet besucht werden, um so kürzer werden die zusätzlichen Wege zu jedem einzelnen Kunden.

Es sollten keine sehr kurzen Lieferfristen versprochen, sondern bestimmte Orte oder Stadtteile in einer zeit- und wegsparenden Reihenfolge angefahren werden. Bei der genauen Routenplanung kann Software helfen, die speziell für Apothekenboten zur Verfügung steht. Ob der Botendienst im Handverkauf offensiv angeboten wird, sollte auch von der Lieferadresse abhängig gemacht werden.



Dr. Thomas Müller-Bohn (tmb), Apotheker und Dipl.-Kaufmann
redaktion@daz.online


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