Übernahme von Gliimpse

Apple investiert in Gesundheitsdaten-Plattform

Stuttgart - 30.08.2016, 11:45 Uhr

Vom iPhone direkt zum Arzt: Apple hat das Start-up Gliimpse übernommen. Gliimpse stellt Patienten eine App zur Verfügung, mit der sie Gesundheitsdaten für Ärzte auf einer Cloud speichern können. (Foto: dpa)

Vom iPhone direkt zum Arzt: Apple hat das Start-up Gliimpse übernommen. Gliimpse stellt Patienten eine App zur Verfügung, mit der sie Gesundheitsdaten für Ärzte auf einer Cloud speichern können. (Foto: dpa)


Der US-Konzern Apple hat bereits vor einiger Zeit klammheimlich Gliimpse Inc. übernommen. Das Start-up hat eine App entwickelt, mit der der Nutzer seine Gesundheitsdaten sammeln und weitergeben kann. Branchenbeobachter spekulieren bereits über einen Strategiewechsel des Technologiekonzerns.

Seit dem iPhone-Betriebssystem iOS 8, das 2014 eingeführt wurde, befindet sich auf allen iPhones das sogenannte „HealthKit“, in dem gesundheitsbezogene Daten gespeichert werden können. Standardmäßig werden in Deutschland aktuell nur die Schritte gezählt, die App kann aber unzählige Parameter vom Köpergewicht über Kalorienmenge, Blutzucker- und Blutdruckwerte bis hin zum Menstruationskalender speichern und analysieren. Die Daten können eingegeben werden, stammen aus Gesundheits- oder Fitness-Apps auf dem iPhone oder werden von mit dem Smartphone verbundenen Geräten wie der AppleWatch, Wearables  oder anderen (Mess-)Geräten überspielt.

Auf seiner deutschen Website fordert Apple Entwickler und Anbieter von entsprechenden Geräten oder Apps dazu auf, diese Möglichkeiten aktiv zu nutzen. „Das könnte der Anfang einer echten Gesundheitsrevolution sein“, heißt es in diesem Zusammenhang. Durch Zugriff auf die Gesundheitsdaten könnten Fitness-Apps noch nützlicher für die Anwender werden. „Wenn Gesundheits- und Fitnessapps zusammenarbeiten, werden sie leistungsstärker. Und du vielleicht auch.“

Patienten laden ihre Gesundheitsdaten in eine Cloud

Gliimpse, ein Start-up aus Kalifornien, bietet eine Cloud-Lösung für Gesundheitsdaten an. Insbesondere elektronische Arztberichte, Röntgenbilder usw. sollen die Nutzer auf den Servern des vor drei Jahren gestarteten Unternehmens speichern. Von dort können sich Ärzte die von ihnen benötigten Berichte der Kollegen herunterladen, wenn der Patient ihnen das gestattet. Oder wie es das Unternehmen selbst formuliert: „Jeder soll seine Gesundheitsdaten selbst verwalten können und sie mit denjenigen teilen, denen er vertraut“. Laut dem Digitalbranchen-Dienst golem.de ist das Besondere an dem Angebot, dass es unterschiedliche Quellen und Dateiformate zusammenführt.

Für das „Wall Street Journal“ ist die Akquisition ein Indiz dafür, dass Apple eine Plattform entwickeln möchte, die die Daten aus der Gliimpse-Cloud mit denen aus der „Health“-App verknüpft.

Apple will in der Gesundheit „vorpreschen“

Eine solche Plattform könnte ein gigantischer Umsatzbringer für den Technologiekonzern werden. Laut dem Technik-Magazin Wired werden heute nur in Deutschland jährlich bereits 300 Millionen Euro mit E-Health-Anwendungen wie Fitness-Trackern, medizinischen Apps und Telemedizin umgesetzt. Dieser Umsatz soll sich in den kommenden drei Jahren verdoppeln.

Apple kommentiert die Übernahme wie gewohnt nicht. CEO Tim Cook sagte allerdings Anfang August, man wolle beim Thema Gesundheit „vorpreschen“. Das sei ein Gebiet, in dem „viele, viele Menschen Verbesserungen“ suchten.

In Europa wird es das neue Angebot vorerst aber wohl nicht geben, vermuten Branchen-Insider. Die regulatorischen Hürden seien hier zu hoch. 


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Woran mangelt es den Gesundheits-Apps noch?

1 Kommentar

Nur virtuell

von SigismundRuestig am 31.08.2016 um 11:01 Uhr

"...Eine Life-App wacht über mein Leben.
In Sicherheit soll ich mich wiegen.
Macht mich gläsern fürs Gewinnstreben
Versicherungsprämien sind bald gestiegen..."

Der Song "nur virtuell" bringt es auf den Punkt:

http://youtu.be/WzvpF6JR1cE

Viel Spaß beim Zuhören und: lasst Euch die Realität nicht vermiesen!

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