Umzug des Gesundheitsministeriums

Hauptsitz des BMG bleibt in Bonn

Berlin - 25.08.2016, 10:40 Uhr

Sanierungsbedürftig: Das Bundesgesundheitsministerium will das ehemalige DDR-Innenministerium modernisieren und 2020 in die Mauerstraße 29 einziehen. (Foto: DAZ.online)

Sanierungsbedürftig: Das Bundesgesundheitsministerium will das ehemalige DDR-Innenministerium modernisieren und 2020 in die Mauerstraße 29 einziehen. (Foto: DAZ.online)


Rund 121 Millionen Euro kostet die Sanierung des ehemaligen Innenministeriums der DDR, in das das Bundesgesundheitsministerium 2020 einziehen möchte. Den etwa 380 Mitarbeitern steht dann doppelt so viel Platz zur Verfügung wie derzeit in der Friedrichstraße. Trotzdem stellt das BMG klar: Erster Dienstsitz bleibt Bonn.

Am gestrigen Mittwoch waren erstmals konkrete Pläne über den neuen zweiten Dienstsitz des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) bekannt geworden. Im Auftrag des BMG investiert die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in den kommenden Jahren mehr als 121 Millionen Euro, um einen Baukomplex in Berlin-Mitte zu modernisieren. Die denkmalgeschützten Gebäude in der Mauerstraße waren vor dem Zweiten Weltkrieg Dienstsitz der Deutschen Bank, wurden im Krieg weitestgehend zerstört, anschließend aufgebaut und beherbergten dann das DDR-Innenministerium. Nach der Wende wurde der Komplex zeitweise von anderen Ministerien genutzt, größtenteils standen die Gebäude aber leer.

Gegenüber DAZ.online erklärt ein Sprecher des BMG, warum ein Umzug innerhalb Berlins angepeilt wird. „Ziel ist es, alle Berliner Beschäftigten des BMG, die derzeit auf drei räumlich voneinander getrennte Liegenschaften verteilt sind, in einer Liegenschaft zusammen zu führen.“ Zur Erklärung: Der Hauptsitz des BMG in Berlin ist derzeit in der Friedrichstraße 108, neben dem Friedrichstadtpalast. Weil dort nicht alle Mitarbeiter unterkommen, hat das Ministerium zwei weitere, kleinere Büroflächen angemietet.

Büroeinrichtung aus DDR-Zeiten

Das BMG zieht in eine spannende Gegend: Die Häuserblöcke rund um die Mauerstraße gehören zu den letzten Stadtvierteln in der Berliner Innenstadt, in denen noch nicht alle von der DDR-Regierung genutzten Gebäude modernisiert wurden. Blickt man in die Fenster, sieht man an vielen Stellen noch alte Büroeinrichtungen, kaputte Telefone und durchgesessene Bürostühle. Trotzdem lohnt sich die Modernisierung, wie das BMG findet: „Die Entscheidung für die Liegenschaft Mauerstraße 29 war Ergebnis eines Erkundungsverfahrens, das die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben im Auftrag des BMG durchgeführt hat. Das Objekt ist nach derzeitigem Erkenntnisstand sehr gut geeignet, den Unterbringungsbedarf für die Berliner Beschäftigten des BMG zu decken.“

In der Mauerstraße stehen den BMG-Mitarbeitern rund 30.000 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung. In der Friedrichstraße 108 sind es derzeit 15.000 Quadratmeter. Die Vergrößerung hat eine politische Komponente: Denn seit Jahren wird über den sogenannten „Rutschbahneffekt“ diskutiert. Es geht darum, dass der Gesetzgeber den Mitarbeitern der Bonner Ministerien nach der Wende versprochen hat, dass viele Standorte am Rhein erhalten bleiben. Das BMG ist beispielsweise eines der Ministerien, die ihren ersten Dienstsitz in Bonn haben.

BMG-Dienstsitz in Bonn soll erhalten werden

In den vergangenen Jahren sind die Mitarbeiterzahlen der Berliner Standorte jedoch stetig angestiegen, in Bonn sanken sie. In mehreren Medienberichten war daher auch was das BMG betrifft darüber spekuliert worden, dass mit dem Umzug in die Mauerstraße nun alle Bonner Mitarbeiter nachrücken müssen. Doch das BMG widerspricht vehement. Der Sprecher sagte: „Der Hauptsitz des BMG bleibt Bonn. In die neue Liegenschaft sollen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umziehen, die am Standort Berlin arbeiten.“

Auch die Modernisierungskosten des neuen Gesundheitsministeriums könnten noch zum Politikum werden. Denn im Haushalt 2015 hatte das BMG rund 98 Millionen Euro veranschlagt, im neuen Bundeshaushalt für 2017 geht das Ministerium nun schon von 121 Millionen Euro aus. Auf die Frage, warum die Modernisierung teurer wird als erwartet, sagte der BMG-Sprecher: „Diese Zahlen beruhen auf Schätzungen.“ Das Ministerium erklärt jedoch, dass die Bauarbeiten in der Mauerstraße recht komplex sind: „Zur Nutzbarmachung des denkmalgeschützten Gebäudes ist eine Grundsanierung erforderlich, die auch Abrissarbeiten und Neubaumaßnahmen umfasst.“


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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