Ehemalige Gesundheitsministerin

Was macht eigentlich… Andrea Fischer?

Köln - 24.08.2016, 07:00 Uhr

(Foto: andrea-fischer.de)

(Foto: andrea-fischer.de)


Sie war grüne Gesundheitsministerin der ersten rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder: Andrea Fischer. Was macht die Frau, die sich in einer ambitionierten Gesundheitsreform verkämpfte, heute? DAZ.online hat nachgefragt. 

Zu Beginn habe sie schon etwas gefremdelt mit der so völlig anderen Umgebung, erzählt Andrea Fischer freimütig. Nach mehr als 30 Jahren Berlin hatte die ehemalige Bundesministerin für Gesundheit 2012 die Hauptstadt mit samt ihrem selbstbezogenen Politikbetrieb hinter sich gelassen und war umgezogen – nach Hannover. Wahrlich ein Kontrast in so ziemlich jeder Beziehung: „Manchmal staune ich über mich selbst, wie gut es mir hier gefällt“, sagt sie und lacht ansteckend. Das gleiche gelte auch für den Job als Dezernentin für Finanzen und Gebäudewirtschaft der Region Hannover, zu der sie vor vier Jahren gewählt worden war.

Dort ist sie seitdem zuständig für einen Haushalt von 1,6 Milliarden Euro und die Bewirtschaftung sämtlicher öffentlicher Liegenschaften, einschließlich Verwaltungs- und Schulgebäuden. Im vergangenen Jahr kam dann noch die Schaffung von Wohnraum für mehr als 4500 Flüchtlinge hinzu.

Sie fühle sich ausgelastet, betont Andrea Fischer. Dieser Satz ist vermutlich zum Reflex geworden seit ihrer frühen und viel beachteten Demission im Januar 2001, nach nur zweijähriger Amtszeit. Sie hatte die öffentliche Verunsicherung über die BSE-Krise nicht in den Griff bekommen. Damals war sie 40, galt als Politiktalent, Aushängeschild und Hoffnungsträgerin der Grünen. Seitdem wird sie in Interviews ständig aufgefordert, ihr aktuelles Dasein mit dem früheren Spitzenjob zu vergleichen. Zu betonen, dass das, was ist, mithalten könne mit ihrem Leben als Spitzenpolitikerin und Mitglied der ersten rot-grünen Bundesregierung.

Mit dem Thema Gesundheit habe sie heute keine Berührungspunkte mehr, sagt sie. Ein Jahr lang war sie – qua Amt – Aufsichtsrätin bei den kommunalen Krankenhäusern der Region: „Der liebe Gott hat wirklich Humor“, habe sie damals gedacht. Und dass es nicht leicht ist, ein Krankenhaus im Wettbewerb richtig aufzustellen.



Sabine Rössing, Autorin DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Was macht...

von Frank ebert am 24.08.2016 um 9:34 Uhr

So klipp und klar : Sie war total unfähig ! aber dies scheint ja das Kriterium für diesen Job zu sein

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