ABDA-Spitze

Schmidt und Arnold kandidieren erneut

Berlin - 24.08.2016, 16:30 Uhr

Ja, ich will: Sowohl ABDA-Präsident Friedemann Schmidt (links) als auch sein Vize Matthias Arnold wollen erneut für die ABDA-Spitze kandidieren. (Foto: ABDA)

Ja, ich will: Sowohl ABDA-Präsident Friedemann Schmidt (links) als auch sein Vize Matthias Arnold wollen erneut für die ABDA-Spitze kandidieren. (Foto: ABDA)


ABDA-Präsident Friedemann Schmidt und sein Stellvertreter Matthias Arnold wollen erneut für ihre Ämter an der ABDA-Spitze kandidieren. In einem Interview mit der Pharmazeutischen Zeitung gaben beide an, sich im Dezember erneut wählen lassen zu wollen. 

Ende dieses Jahres wählen die Mitgliederversammlungen der Bundesapothekerkammer (BAK), des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) sowie der ABDA die geschäftsführenden Vorstände neu. Gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung haben Friedemann Schmidt und Matthias Arnold nun erklärt, dass sie bei der ABDA-Wahl Anfang Dezember erneut kandidieren möchten. Schmidt sagte, dass eine erneute Kandidatur Konsequenzen habe – „für mich, für meine eigene Apotheke und auch für meine Familie“. Er habe sich „dennoch aus vollem Herzen für eine neuerliche Kandidatur als ABDA-Präsident entschieden.“ Auch Arnold wies darauf hin, dass sich sein Leben mit dem Amt des ABDA-Vize verändert habe. Trotzdem wolle er weiter machen. Die Arbeit mache ihm Spaß und es gebe noch Einiges zu bewegen.

Dem 13-köpfigen geschäftsführenden Vorstand der ABDA gehören neben Schmidt und Arnold alle Vorstände aus der BAK und dem DAV an. Aufseiten der BAK sind das derzeit BAK-Präsident Dr. Andreas Kiefer aus Rheinland-Pfalz, Thomas Benkert (Bayern), Gabriele Overwiening (Westfalen-Lippe), Wolfgang Pfeil (Nordrhein) sowie Georg Engel (Mecklenburg-Vorpommern). Der DAV schickt neben dem Vorsitzenden Fritz Becker aus Baden-Württemberg außerdem in den ABDA-Vorstand: Claudia Berger (Saarland), Dr. Rainer Bienfait (Berlin), Hans-Peter Hubmann (Bayern) sowie Stefan Fink (Thüringen). Außerdem muss dem Gremium laut Satzung ein angestellter Apotheker angehören. Karin Graf aus Baden-Württemberg füllt diese Funktion derzeit aus.

Insbesondere in den Reihen des DAV wird es ab 2017 aber einige Neubesetzungen geben, die sich somit auch auf den ABDA-Vorstand auswirken werden. Zwar hatte Fritz Becker gegenüber DAZ.online bereits bekundet, dass er weitermache. Allerdings wollen sowohl Reiner Bienfait als auch Claudia Berger keine Tätigkeiten im DAV oder der ABDA mehr wahrnehmen.  Der ABDA dürfte es insbesondere schwer fallen, die Funktion von Bienfait als stellvertretendem DAV-Vorsitzenden neu zu besetzen, da der Chef des Berliner Apothekerverbandes im DAV bei allen Krankenkassen-Verhandlungen zugegen ist. Bienfait kann sich dieses Engagement nur erlauben, weil er selbst keine Apotheke mehr leitet.

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Aber auch die Personalie „Claudia Berger“ ist interessant, weil Berger eine der wenigen verbleibenden Frauen im ABDA-Vorstand ist. Spannend wird es daher sein, wie Karin Graf sich bei der ABDA-Wahl verhält. Gegenüber DAZ.online hatte Graf zu verstehen gegeben, dass sie eigentlich aufhören möchte, sich aber noch nicht ganz entschieden habe. Sollte Graf neben Berger auch ausscheiden und keine Nachfolgerin gefunden werden können, wäre Gabriele Overwiening die letzte Frau im ABDA-Vorstand.

Doch selbst Overwiening hat sich noch nicht zu ihrer Zukunft geäußert. Sie ist derzeit Mitglied des fünfköpfigen geschäftsführenden Vorstandes der BAK. An der Spitze der BAK stehen derzeit Andreas Kiefer aus Rheinland-Pfalz als Präsident sowie Thomas Benkert (Bayern) als sein Vize. Im PZ-Interview wies Schmidt darauf hin, dass die Zukunft der BAK-Spitze noch nicht geklärt sei – Kiefer habe sich noch nicht entschieden.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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7 Kommentare

Kandidatur

von Michael Zeimke am 25.08.2016 um 11:10 Uhr

Auch Honni blieb bis zum bitteren Ende hoffningsvoll.

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ABDA , sie wollen Alle weitermachen??

von Heiko Barz am 25.08.2016 um 10:33 Uhr

Neben dem Schock des schweren Erdbebens in Italien hat mich die Meldung unserer fröhlichen ABDA-Spitze, sich im Dezember, wieder wählen zu lassen, maßlos erschüttert.
Wie sich die beiden - Präsident und sein Vize - in einem Interview mit der PZ äußerten und darin ihre erfolgreiche Arbeit selbst lobten, kann ja nur zum Brechreiz führen.
Uns Allen war doch klar, dass die eigentlichen Honorarfragen längst von Gabriel auf die nächste Legislaturperiode ohne weiter Diskussion verschoben wurden.
Das Geplänkel um BTM, Rezeptur und 3% Marge ist doch nur Statthalter für unerreichbare Forderungen und von der Politik ausschließlich missglücktes Wahlkampfgetue.
Gib dem (Apo)Affen Zucker, dann wird er schon springen.

Sich mit solch umwerfenden Erfolgen vor eine akademische Vollversammlung zu stellen und mit "stolzer" Brust wieder wählen zu lassen ( im Dezember ), das grenzt schon an verklärte Überheblichkeit.
Wie war das noch vor einem Jahr, tosender Applaus und standing Ovation für eine, wie hieß es doch noch, bedeutungsvolle Rede, deren inhaltsschweren Worte NICHTS aber auch GAR NICHTS wesentlich Veränderndes folgte.
Es reicht einfach nicht, wutschnaubend Missstände zu beklagen!
Das hat vielleicht einmal Erfolg, aber ein Dauerläufer, sich für die Spitze einer wichtigen Organisation erneut zur Wahl zu stellen, ist das mit Sicherheit nicht.
Es wäre wichtig und auch richtig, Sie, Herr F.Schmidt, würden Ihrer Meinung - laut des von Ihnen gegebenen Interviews - folgen, der Familie und der eigenen Apotheke wieder mehr Raum zu geben. Das gilt natürlich auch für Ihren Vize, denn wie sagten Sie, es gäbe sie Beide ausschließlich nur im Doppelpack!?
Die deutschen Sprache bewertend, hat dieser Satz schon erpresserischen Inhalt.
Treten Sie ( Beide ) ab!
Der Dank der deutschen Apothekerschaft wäre Ihnen gewiß.

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Bankrotterklärung

von Reinhard Rodiger am 24.08.2016 um 23:21 Uhr

Das einfach so durchrutschen zu lassen ist eine Bankrotterklärung des Berufsstandes.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Ich frage mich...

von Christiane Patzelt am 24.08.2016 um 19:37 Uhr

Warum?
Sind das die alternativlosen Köpfe unseres Berufes?
Ist da sonst keiner mehr?

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Von wegen alternativlos

von dr.c.m.klotz am 24.08.2016 um 19:25 Uhr



Danke für die kabarettistische Steilvorlage.
Es stimmt, die ABDA hat es geschafft, für die Alfikanne ein neues Zuhause zu schaffen. Sie darf sich jetzt Vereinskanne nennen. Ja , es ist ein Erfolg, dass dank AVOXA die Stimmlosigkeit der ABDA jetzt ein passendes Gesicht dazu erhalten hat und die Gewinne der reichen ABDA-Töchter zugunsten der substanziellen Immobilienverluste pulverisiert werden konnten. Alles Übel versinkt und der See glättet sich wieder.
Liebe Pharmazeutinnen, wollt Ihr wirklich wieder 4 Männer an der Spitze des Berufsstandes haben?
Wie wäre es denn mit der Präsidentin des MVDA als ABDA-Präsidentin?
Overwiening als BAk-Präsidentin = das wäre ja eh ihr Traumjob und die Fortbildungswilligkeit würde wahrscheinlich bundesweit in die Höhe schnellen.
Als Vize hätte ich gern unseren Kollegen aus Schleswig-Holstein und statt Becker hätte ich gerne den Verbandsvorsitzenden vom BVDAK.

Frischer Wind mit klugen Köpfen, gepaart mit der nötigen Extrovertiertheit, um Flagge gegenüber der Politik, den Medien und der GKV zu zeigen.

Ach, und wenn es um Profis geht, dann hätte ich gerne Prof Kaapke als ABDA-Präsident. Der würde richtig aufräumen.
4 Jahre Glaeske als BAK-Präsident würden beim G-BA und an anderen Stellen Spuren hinterlassen.

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AW: Woher nehmen und nicht stehlen...

von Katja Neuerer am 25.08.2016 um 10:17 Uhr

Liebend gerne würde ich meine Interessen als selbstständige Apothekerin durch Frauen vertreten sehen, die meine Situation als Apothekerin und Mutter relativ junger Kinder mit all den Schwierigkeiten des Alltags kennen.
Doch woher sollen wir diese Frauen nehmen? Welche Apothekerin, kann angesichts der wachsenden Bürokratie in der Apotheke, Approbiertenmangel und dem damit einhergehenden Problem einer adäquaten Vertretung, schwieriger Organisation der Kinderbetreuung, die wenig bis gar nicht mit den Öffnungszeiten einer Apotheke in Einklang zu bringen ist, Haushalt et cetera noch die Zeit und Energie aufbringen, um nach Berlin zu reisen und sich vor Ort zielführend für den Berusstand engagieren.
Hat man zufällig einen approbierten Mann, Eltern, Geschwister, die in der Apotheke einspringen, mag das vielleicht noch funktionieren. Aber dann besteht immer noch das Problem, den Kindern zu erklären, weshalb Mami noch weniger Zeit als früher hat.
Von daher bin ich nicht überrascht, daß Frauen in den Gremien deutlich unterrepräsentiert sind, denn wenn ich meine Situation als selbstständige Apothekerin betrachte stelle ich fest, daß ich im Moment weder die Zeit, noch die Kraft, noch die Energie zusätzlich für berufspolitisches Engagement aufbringen kann

erneute Kandidatur

von Frank ebert am 24.08.2016 um 18:37 Uhr

Es ist so traurig !

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