Begehrter Chefposten bei Stada

Externe Pharmamanager liebäugeln mit Vorstandsvorsitz

18.08.2016, 12:06 Uhr

Interessenten für den Chefposten bei Stada gibt es offenbar einige. Aber ist der Platz überhaupt frei? (Foto: Stada)

Interessenten für den Chefposten bei Stada gibt es offenbar einige. Aber ist der Platz überhaupt frei? (Foto: Stada)


Der frühere Ratiopharm-Boss Claudio Albrecht und der aktuelle Chef des schwedischen Pharmaherstellers Meda, Jörg-Thomas Dierks, sondieren ihre Chancen, Chef von Stada zu werden. Das berichtet die  „WirtschaftsWoche“ exklusiv. 

Stada ist ein spannendes Unternehmen, der Chefposten wäre reizvoll“, sagte Dierks gegenüber der „WirtschaftsWoche“. Der Aktienkurs von Meda habe sich in den vergangenen zwei Jahren unter Dierks Führung verdoppelt. Nach dem Verkauf von Meda an den US-Konzern Mylan dürfte der 55-Jährige frei für neue Aufgaben sein, vermeldet das Blatt mit Berufung auf Branchenkreise. Mylan hatte im Februar ein Angebot im Volumen von 7,2 Milliarden Dollar für die Schweden vorgelegt. Die EU-Kommission hatte der Übernahme kürzlich zugestimmt.

Auch der ehemalige Ratiopharm-Manager Claudio Albrecht gelte als möglicher Kandidat. Dass ihn Investoren immer wieder auf Stada ansprechen, „sei kein Geheimnis“, sagte der 57-Jährige gegenüber der Zeitschrift. „Stada zu managen wäre sicher vergleichbar mit meiner damaligen Aufgabe, den Generikaanbieter Actavis auf Kurs zu bringen“, erklärt Albrecht. Er hatte das isländische Unternehmen mit seinem Team von 2010 bis 2012 saniert und schließlich für mehr als 4,5 Milliarden Euro an den US-Konzern Watson verkauft. 

„Ich bin CEO. Punkt.“ - Matthias Wiedenfels leitet Stada seit einigen Wochen – und gedenkt offenbar nicht, wieder aufzuhören. (Foto: Stada)

Derzeit führe Albrecht eine erfolgreiche Beteiligungs- und Beratungsfirma im Generika-Geschäft, schreibt die „WirtschaftsWoche“. 

Unklar ist allerdings, ob der Vorstandsposten bei Stada überhaupt frei wird. Nach der Trennung vom langjährigen Chef Hartmut Retzlaff steht aktuell der Jurist Matthias Wiedenfels an der Spitze von Stada, der das Amt auch behalten möchte. In einem Interview mit DAZ.online stellte Wiedenfels kürzlich klar, dass er sich nicht als Übergangskandidaten sehe. 

Aktionäre drängen allerdings seit Monaten auf einen Umbau in der Stada-Führung. Angeführt vom sogenannten aktivistischen Investor Active Ownership Capital (AOC) aus Frankfurt wollen sie zunächst den Aufsichtsrat neu besetzen. Anschließend könnte der einen Vorstand installieren, der ein höheres Wachstum forciert, so die „WirtschaftsWoche“. Die Hauptversammlung am 26. August dürfte somit spannend werden.


ts / DAZ.online
redaktion@daz.online


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