Sorge um Arzneimittel-Versorgung

AfD denkt über Bedarfsplanung für Apotheken nach

Stuttgart - 12.08.2016, 15:30 Uhr

Quo vadis, Apotheke? Die AfD macht sich Sorgen um die Arzneimittelversorgung in Sachsen. (Foto: Sket)

Quo vadis, Apotheke? Die AfD macht sich Sorgen um die Arzneimittelversorgung in Sachsen. (Foto: Sket)


Droht Sachsen ein Apothekenmangel? Die AfD ist in Sorge und erkundigte sich bei der Landesregierung. Ein Abgeordneter gibt sich angesichts aktueller Zahlen beruhigt. Doch die Anfragen offenbaren das Wissen der Partei in Sachen Gesundheitswesen: Erstaunlicherweise frägt die Partei, ob es eine regionale Bedarfsplanung gibt. Er sieht sie als Option für die Zukunft an.

Nachdem sich die sächsische Landtagsfraktion der „Alternative für Deutschland“ (AfD) schon um die Versorgung mit Ärzten gekümmert hat, nahm sie sich nun in Kleinen Anfragen an die Landesregierung dem Thema Apothekenmangel an. „Wie viele Apotheken gab es in Sachsen in den letzten fünf Jahren? (Bitte nach Jahreszahlen aufschlüsseln)“, fragte der Abgeordnete André Wendt (Eigenschreibweise: Andre).

Die Antworten fallen oft kurz aus, da viele Informationen eigentlich keiner Anfrage bedürfen – denn sie sind ohnehin öffentlich. Mit Verweis auf die Daten des Statistischen Landesamtes erläuterte die Landesregierung, dass die Zahl der Apotheken von 1001 in 2011 auf 989 in 2015 zurückgegangen sei – und öffentliche Apotheken im vergangenen Jahr durchschnittlich 4125 Einwohner versorgten. Auf die Frage, ob die Regierung Kenntnis von drohenden Versorgungsproblemen vor allem im ländlichen Raum habe, antwortete die zuständige Staatsministerin mit einem knappen Satz: „Derzeit gibt es keinen Versorgungsmangel, die Staatsregierung hat auch keine Kenntnisse zu einem drohenden Versorgungsmangel.“

Gut mit Apotheken ausgestattet

„Man kann sagen, dass uns die Antwort auf den ersten Blick beruhigt hat“, erklärt Wendt gegenüber DAZ.online. „Ich denke mal, wir sind ganz gut ausgestattet mit Apotheken“, sagt er – wobei die Antwort der Landesregierung von der vergangenen Woche noch nicht ganz ausgewertet sei.

Laut Wendt gab es bei der AfD-Fraktion Beschwerden von Bürgern, die sich um die Arzneimittelversorgung sorgen. „Die Anfrage haben wir gestellt, um für uns einen Sachstand zu erhalten – und weil diverse Personen sich bei uns gemeldet und gesagt haben, dass sie zu lange Anfahrtwege haben“, sagt er. Es sei zwar zu erkennen, dass die Anzahl der Apotheken abgenommen hat, doch da es insgesamt nur zwölf weniger seien – weniger als ein Prozent – mache er sich aktuell keine Sorgen. Doch die AfD wolle weiter am Ball bleiben – und prüfen, ob die Angaben stimmen. „Wir recherchieren, ob diese Antwort mit den aktuellen Daten eins zu eins einhergeht, ob es keinen Versorgungsmangel gibt“, sagte Wendt.



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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