Lieferengpass

Gelbfieber-Impfstoff fehlt mindestens bis Ende August

Stuttgart - 08.08.2016, 17:45 Uhr

Stamaril ist der einzige in Deutschland zugelassen Gelbfieberimpfstoff. Das RKI rät bei Bedarf bei einer internationalen Apotheke nachzufragen. (Foto: SPMSD)

Stamaril ist der einzige in Deutschland zugelassen Gelbfieberimpfstoff. Das RKI rät bei Bedarf bei einer internationalen Apotheke nachzufragen. (Foto: SPMSD)


Der einzige in Deutschland zugelassene Gelbfieber-Impfstoff, Stamaril, ist derzeit nicht lieferbar. Frühestens Ende August ist wieder mit einer Auslieferung zu rechnen. Noch vorhandene Impfstoffdosen sollen Personen mit dringlicher Impfindikation vorbehalten werden. 

Für den Gelbfieber-Impfstoff Stamaril besteht seit vergangener Woche ein Lieferengpass. Das teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Newsletter mit. Das Arzneimittel, das lebende, attenuierte Gelbfieber-Viren enthält, ist die einzig zugelassene Gelbfieber-Vakzine in Deutschland. Noch vorhandene Impfstoffdosen sollen nur bei dringender Impfindikation eingesetzt werden. Die autorisierten Gelbfieberimpfstellen sind angehalten, genau zu prüfen, ob der jeweilige Patient unbedingt geimpft werden muss. Ist kein Impfstoff vorhanden und wird aber dringend benötigt, rät das RKI bei einer internationalen Apotheke oder bei anderen Impfstellen anzufragen.

Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) ist frühestens Ende August wieder mit Nachschub zu rechnen. Laut Hersteller Sanofi Pasteur MSD kam es produktionsbedingt zu Verzögerungen. Dadurch verzögere sich nun auch die Auslieferung der entsprechenden Chargen, sagte eine Unternehmenssprecherin gegenüber DAZ.online. 

Eine Impfung für lebenslangen Schutz

Vor dem Hintergrund der anhaltenden und neuen Ausbrüche von Gelbfieber rät das RKI Reisenden allerdings, sich vorab genau zu informieren, ob in den jeweiligen Zielländern Gelbfieber auftritt beziehungsweise eine Impfpflicht besteht und wie die Kontrollen an den jeweiligen Grenzen gehandhabt werden. Eine Liste zu Endemiegebieten und Impfpflichten finden Sie hier.

Seit vergangenem Jahr wird für einen lebenslangen Schutz nur noch eine einmalige Gelbfieber-Impfung empfohlen. Die STIKO hat damit ihre Impfempfehlungen der Einschätzung der WHO angepasst. Eine Auffrischimpfung ist nur noch in Ausnahmenfällen notwendig, wenn

  • die Impfung im Alter von unter zwei Jahren,
  • während einer Schwangerschaft oder
  • bei bestehender HIV-Infektion erfolgte.

Laut WHO ist der Lebend-Impfstoff aus dem 17D-Stamm des Gelbfieber-Virus, der in Hühnereiern vermehrt wird, der einzige Impfstoff auf dem Markt. In Europa wird er unter dem Handelsnamen Stamaril vertrieben, in den USA unter YF-Vax. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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