Berufsbild des Apothekers

Pharmaziestudierende hätten gerne mitdiskutiert

Berlin - 01.08.2016, 17:55 Uhr

Pharmaziestudierende von heute sind die Apotheker von morgen. (Foto: photographee / Fotolia)

Pharmaziestudierende von heute sind die Apotheker von morgen. (Foto: photographee / Fotolia)


Die Pharmaziestudierenden können sich zwar mit vielen Gedanken des neuen Berufsbilds der Apothekerin und des Apothekers identifizieren. Allerdings hätten sie sich mehr Mitsprache bei der Entstehung gewünscht.

Im vergangenen Juni hat die Bundesapothekerkammer (BAK) ein aktualisiertes „Berufsbild der Apothekerin und des Apothekers“ verabschiedet. Darin sind die Aufgaben der Pharmazeuten in ihren verschiedenen Tätigkeitsbereichen beschrieben – von der öffentlichen und Krankenhausapotheke über die Industrie und Lehre bis hin zur Wehrpharmazie. Entstanden ist das 24-seitige Dokument aus der Diskussion eines Berufsbild-Entwurfes, den zuvor eine Arbeitsgruppe unter Leitung von BAK-Vizepräsident Thomas Benkert erarbeitet hatte. Interessierte Apotheker konnten diesen im vergangenen November auf einer eigens eingerichteten Online-Plattform kommentieren. Immerhin mehr als 1200 Diskussionsbeiträge gingen ein. Das neue Berufsbild soll nun Grundlage für die anstehende Diskussion über eine Novellierung der Approbationsordnung für Apotheker sein. 

Nun meldet sich der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD) mit einer Stellungnahme zu Wort. Er beklagt, zu wenig in die Diskussion eingebunden gewesen zu sein. Es sei zwar zu begrüßen, dass man sich in allen Ebenen der Apothekerschaft inhaltlich mit der Zukunft des Apothekerberufs auseinandersetzt. Auch sei es richtig, „dass die Zukunft der Apotheker heute geschrieben wird und jetzt wichtige Weichen hierfür gestellt werden müssen“. Allerdings: Die Pharmaziestudierenden sind die Apotheker von morgen – und sie wären gerne mehr in den Prozess einer Erneuerung ihres Berufsbildes einbezogen worden. „Die für uns bereitgestellten 130 Zugangscodes reichen der Studierendenschaft mit mehr als 13.000 Studierenden nicht aus, um sich aktiv in den Prozess eingebunden zu fühlen, wenngleich wir uns inhaltlich mit vielen Gedanken des neuen Berufsbilds identifizieren können“.

Studium nicht ausreichend berücksichtigt

Der BPhD betont: „Mit einem neuen Berufsbild geben wir uns einmal mehr die Grundlage dafür, auch auf universitärer Ebene an den Schrauben dieses Berufsbilds zu drehen und eine Anpassung der Approbationsordnung vorzunehmen“. Inzwischen seien viele Aspekte der klinischen Versorgung im Berufsbild angekommen. „Allein im Studium sind wir nach Meinung der Studierenden dort noch nicht angelangt, während andere Aspekte in der jetzigen Approbationsordnung vielleicht einen zu großen Stellenwert einnehmen“. Um die Bedürfnisse aller Beteiligten an einer solchen Neuerung möglichst abzudecken, sollte das Studium unter anderem verlängert werden  – „vor allem in Hinblick auf das deutlich erweiterte Aufgabenspektrum des Apothekers, was sich im Berufsbild widerspiegelt“.

Der Verband meint, dass es ein Leichtes gewesen wäre, alle Beteiligten an einen Diskussionstisch zu holen – auch die Pharmaziestudierenden. „Anstatt parallel zueinander an verschiedenen Stellen die Weiterentwicklung unseres Berufs fortzuschreiben, wäre die Entwicklung eines gemeinsamen Papiers wünschenswert gewesen“. Daher endet die Stellungnahme mit dem Appell der Studierenden an die Standesvertreter: Sie möchten zukünftig nicht mehr außen vorgelassen werden, sondern mit am Diskussionstisch sitzen, „damit wir die Standespolitik an unseren Kompetenzen und Vorstellungen teilhaben lassen können und uns die Chance gegeben wird, unsere Zukunft mitzugestalten“.


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