Apotheke im Olympia-Einkaufszentrum

Crowdfunding-Aktion sammelt für schwerverletzten Jungen

München - 01.08.2016, 17:55 Uhr

Schwieriger Neustart: Die SaniPlus-Apotheke im Olympia-Einkaufszentrum sammelt für den Sohn ihres Mitarebiters. (Foto: hfd / DAZ.online)

Schwieriger Neustart: Die SaniPlus-Apotheke im Olympia-Einkaufszentrum sammelt für den Sohn ihres Mitarebiters. (Foto: hfd / DAZ.online)


Am Freitag startete die Apotheke im Olympia-Einkaufszentrum eine Crowdfunding-Aktion für den schwer verletzten Sohn ihres Mitarbeiters. Sie soll helfen, auf einfachem Wege Spenden zu sammeln – und die Folgen des Amoklaufs für den 13-Jährigen zumindest finanziell zu erleichtern.

Nach dem tragischen Amoklauf am Freitag vor anderthalb Wochen am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München versuchen die Mitarbeiter der Apotheke im OEZ, die Ereignisse langsam zu verarbeiten. „Von einem Normalbetrieb kann man noch nicht reden“, sagt Arndt Lauterbach gegenüber DAZ.online. Seine Frau Birgit ist Inhaberin der Apotheke.

Gleichzeitig sammelt die Belegschaft Geld für den Sohn eines Kollegen, der vom Amoklauf schwer betroffen ist: Der 13-jährige Benet saß zufällig in der McDonald’s-Filiale, als der 18-jährige Täter zu schießen begann. Während seine fünf Freunde und Bekannten starben, überlebte der Junge schwerverletzt. Da er aufgrund einer komplizierten Kieferverletzung noch lange mit den Folgen der Gewalttat zu leben haben wird, sollen Spenden seine medizinische Behandlung unterstützen und der Familie des Jungen zumindest finanziell helfen.

50 Unterstützer in drei Tagen

Während zuerst zu Spenden auf ein Bankkonto aufgerufen wurde, schlug ein Sanitäter des Jungen vor, per „Crowdfunding“ Geld über das Internet zu sammeln. Über die Crowdfunding-Plattform „Leetchi“ können alle Interessierten über Kreditkarte oder elektronisches Lastschriftverfahren auf einfachem Weg spenden. „Die Resonanz ist umwerfend“, erklärt Lauterbach. Seit Freitag haben sich bereits rund 50 Menschen beteiligt, insgesamt wurden über die Plattform mehr als 2000 Euro gespendet.

Drei Original-Fußballtrikots des FC Bayern, die ein Unterstützer für den Jungen gespendet hatte, brachten mehr als 1000 Euro ein. Hinzu kam eine ähnliche Summe, die eine andere Apothekerin über Spendenboxen und Hinweise in der Offizin gesammelt hat. „Die Unterstützung ist wirklich toll“, sagt Lauterbach. Gleichzeitig sei es wichtig, ihn auch zu schützen. „Die Anfragen vom Fernsehen haben wir zurückgedrängt“, erklärt er.

Evakuierung einer Filialapotheke

Der 13-Jährige ist inzwischen wieder voll bei Bewusstsein. „Es geht ihm den Umständen entsprechend“, sagt Lauterbach. Doch aufgrund der schweren Verletzungen erwarten in den nächsten Monaten noch viele Operationen.

Da aktuell noch deutlich weniger Kunden das Einkaufszentrum besuchen, ist die Zeit für die Apotheken-Mitarbeiter derzeit noch ruhiger. Sie bekommen auch psychologische Unterstützung durch die Berufsgenossenschaft, einige arbeiten erstmal noch nicht.

Gleichzeitig beschäftigen Trittbrettfahrer die Polizei. „München ist im Moment hypernervös“, sagt Lauterbach. Seine Familie betreibt auch eine Apotheke in einem Einkaufszentrum im Westen von München, sie liegt direkt am Bahnhof in Pasing. „Am Samstag wurde das Einkaufscenter und der Bahnhof nach einer Bombendrohung evakuiert“, erklärt er. Erst nach zwei bis drei Stunden sei klar gewesen, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt hat.

Zur Crowdfunding-Aktion für den 13-jährigen Benet


Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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