Kooperation mit Aldi Süd

Medisana ruft fehlerhafte Blutzuckermessgeräte zurück

Düsseldorf - 27.07.2016, 15:00 Uhr

Falsch gemessen: Der Medizinproduktehersteller Medisana ruft Blutzuckermessgeräte zurück, die bei Aldi Süd zum Verkauf angeboten wurden. Die Geräte messen fehlerhaft. (Foto: Kzenon / Fotolia)

Falsch gemessen: Der Medizinproduktehersteller Medisana ruft Blutzuckermessgeräte zurück, die bei Aldi Süd zum Verkauf angeboten wurden. Die Geräte messen fehlerhaft. (Foto: Kzenon / Fotolia)


Mit einem zerschnittenen Poster auf einem Ärztekongress fing es an. Nun ruft der Gesundheitsprodukte-Hersteller Medisana vorsorglich über den Discounter Aldi vertriebene Blutzuckermessgeräte und Teststreifen zurück, die falsche Ergebnisse liefern.

Im Internetauftritt des Gesundheitsprodukte-Herstellers Medisana mit Sitz im nordrhein-westfälischen Neuss sucht man ihn vergeblich – den vorsorglichen Rückruf des Blutzuckermessgeräts Curamed CM inklusive der Teststreifen der Charge R151018406. Zuerst hatte man wohl per Insider-Mitteilung beim Wirtschaftsdienst DGAP die Aktionäre informiert, zumindest trägt die Mitteilung dort das früheste Datum – noch vor den Mitteilungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und dem Lebensmitteldiscounter Aldi Süd, bei dem die Geräte im Januar 2016 vertrieben worden waren. Dort liefen die Geräte unter dem Namen „Curamed Blutzucker-Messgerät, Starter-Set“ mit der EAN 23277137 und der Artikel-Nummer 43401 als Aktionsware für einige Zeit seit dem 2. Januar 2016.

Die Affäre beschäftigte Gerichte und Wissenschaftler

Damit wird nun wohl ein Schlusspunkt gesetzt unter eine Affäre, die zwei Gerichte beschäftigte und für Empörung bei der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und unter Wissenschaftlern gesorgt hatte. Bis zu 21.500 Geräte könnten deutschlandweit betroffen sein, schätzt Medisana. Vorsorglich im Sinne der Verbraucher als Vorsichtsmaßnahme rufe man die Geräte nun zurück, heißt es. Die Geräte könne man in die Aldi-Süd-Filialen zurückbringen, der Kaufpreis werde „selbstverständlich erstattet“.

Man reagiere damit auf Vortestergebnisse eines unabhängigen Testinstituts, das die bereits publizierten Testergebnisse des Instituts für Diabetes-Technologie in Ulm (IDT) wohl zu bestätigen scheinen, so erklärt das Unternehmen. Diese Ergebnisse des IDT von Anfang des Jahres allerdings, die dem Gerät oder vielmehr den Teststreifen verheerend ungenaue Bestimmung des Blutzuckerwertes bescheinigt hatten, hatte man in Neuss noch vehement angezweifelt.



Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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