MMR Vaxpro und HB Vaxpro

Nicht verkehrsfähige Impfstoffe im Handel

Stuttgart - 26.07.2016, 17:00 Uhr

Von diesen beiden Impfstoffen befinden sich nicht verkehrsfähige Chargen auf dem Markt. Sie sind nur schwer von der regulären Ware zu unterscheiden. In der Apotheke heißt es wachsam sein. (Foto: SPMSD / Montage DAZ)

Von diesen beiden Impfstoffen befinden sich nicht verkehrsfähige Chargen auf dem Markt. Sie sind nur schwer von der regulären Ware zu unterscheiden. In der Apotheke heißt es wachsam sein. (Foto: SPMSD / Montage DAZ)


Derzeit befinden sich mindestens vier Chargen der Impfstoffe MMR Vaxpro und HB Vaxpro auf dem deutschen Markt, die nicht verkehrsfähig sind. Das meldet die Arzneimittelkommission der Apotheker. Die Ware, die nicht vom Paul-Ehrlich-Institut freigeben wurde, soll illegal aus Österreich importiert worden sein. 

Wie die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker mitteilt, wurden illegal Impfstoffe aus Österreich auf den deutschen Markt gebracht. Sie haben keine staatliche Chargenfreigabe durch das Paul-Ehrlich-Institut und sind somit nicht verkehrsfähig.

Betroffen sind laut AMK MMR Vaxpro®, ein Lebendimpfstoff gegen Mumps, Masern und Röteln, und HB Vaxpro®, ein rekombinanter Hepatitis-B-Impfstoff. Mindestens vier nicht verkehrsfähige Chargen sollen im Handel sein. Nämlich

  • MMR Vaxpro®, 0,5 ml, Fertigspritze mit Kanüle (PZN 01849157), mit den Chargenbezeichnungen L040307, M002150 und M006874, sowie
  • HB Vaxpro® 5 µg, 0,5 ml, Injektionssuspension in der Fertigspritze mit Kanüle (PZN 06067821) mit der Chargenbezeichnung L043487.

Importeure noch nicht identifiziert

Die Impfstoffe ohne Chargenfreigabe sollen nur schwer von den regulär im Markt befindlichen unterscheidbar sein. Darauf weist der Hersteller Sanofi Pasteur MSD, der in Absprache mit den Behörden die Warnung an die AMK gemeldet hat, explizit hin. Die nicht verkehrsfähigen Packungen  sehen genauso aus und haben die dieselbe PZN. Nur anhand der Chargenbezeichnung sind sie zu identifizieren. Laut AMK sind die betroffenen Impfstoffe in Österreich legal auf dem Markt. Der oder die Importeure, die die Präparate illegal auf den deutschen Markt gebracht haben, konnten nicht identifiziert werden.  

Apotheken, die die genannten Chargen erhalten haben, sollen sie an ihren Lieferanten zurücksenden – und zwar gekühlt bei 2 bis 8 Grad Celsius, rät die AMK. Zudem sollen sie den  Hersteller Sanofi-Pasteur über die Charge(n) und die Menge(n) der retournierten Packungen informieren – per Fax unter der Nummer 030 499198 415 oder per E-Mail: CommercialOperations@spmsd.com.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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