Sohn eines Apotheken-Mitarbeiters angeschossen

Entsetzen nach Amoklauf in München

München - 23.07.2016, 19:00 Uhr


Ein Münchner Schüler erschoss am Freitag neun Menschen, zehn weitere wurden schwer verletzt. Angeschossen wurde auch der Sohn eines Mitarbeiters einer Apotheke im Einkaufszentrum. Die Kollegen sind fassungslos. Sie halfen am Abend Menschen, die in Panik Schutz suchten.

Eine schreckliche Tat erschüttert Deutschland wie auch Menschen weltweit: Am gestrigen Freitag schoss ein 18-Jähriger Münchner Schüler am Olympia-Einkaufszentrum anscheinend wahllos auf Passanten. Am fünften Jahrestag des Attentats von Anders Behring Breivik in Norwegen sterben neun überwiegend junge Menschen – drei waren 14, zwei waren 15 Jahre alt. Nach Medienangaben kamen mehrere der getöteten Menschen aus dem Kosovo und der Türkei. Nach Auskunft der Polizei München werden zehn Schwerverletzte und 17 Leichtverletzte noch in Krankenhäusern behandelt. 

Unter den Schwerverletzten befindet sich auch ein 13-jähriger Junge, dessen Vater als Fahrer für eine Apotheke im Olympia-Einkaufszentrum sowie für Filialapotheken arbeitet. Er wurde durch zwei Schüsse verletzt, während er mit zwei Freunden in der Filiale eines McDonald's saß, in der der Amokläufer um sich schoss. Seine Freunde wurden gleichfalls durch Schüsse verletzt und überlebten nicht, wie die Inhaberin der Apotheken, Birgit Lauterbach, gegenüber DAZ.online am Telefon sagt. „Es herrscht blanke Fassungslosigkeit und Entsetzen“, sagt sie.

Sie selber kam erst am heutigen Samstag aus dem Urlaub zurück, ihr Sohn war aber mit zwei Mitarbeitern in der Hauptapotheke SaniPlus Apotheke im OEZ. Sie hörten die Schüsse. Anwohner hätten die drei später äußerst fürsorglich bei sich aufgenommen, sagt Lauterbach. Gleichzeitig konnte sie aus dem Urlaub live die Bilder von Überwachungskameras verfolgen und sah so die Sondereinsatzkommandos im Einkaufszentrum.

Mit der Polizei zur Hauptapotheke

Die Filial-Apotheke Mediplus Apotheke am OEZ befindet sich nur gut 200 Meter entfernt von der McDonald’s-Filiale. Eine Apothekerin, die die chaotischen Szenen am Vorabend dort miterlebt hat, möchte am Samstagnachmittag noch nicht mit DAZ.online über die schrecklichen Erlebnisse sprechen.

Am Freitagabend stand ganz München still, da die Polizei sicherheitshalber eine Terrorwarnung ausgesprochen hatte. Die Angestellten der beiden Apotheken halfen, soweit sie konnten. „Panische Leute standen hier, die wir reingelassen haben“, sagt die Mitarbeiterin aus der Apotheke am OEZ gegenüber DAZ.online. Am heutigen Samstag konnte sie kurz mit Kollegen zu der Hauptapotheke im Einkaufszentrum, welches weiterhin abgeriegelt ist. „Wir konnten mit der Polizei ins OEZ“, sagt sie. 



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Überwachungskamera

von marko am 02.08.2016 um 15:25 Uhr

Wieso gibt es die Aufnahmen aus dem mcDonalds / der Überwachungskamera nirgendwo zu sehen? Jede Filiale hat diese! Dort könnte man sicherlich sehr gut sehen, wer dieser Typ vor dem McDonalds wirklich war!

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