Nutzenbewertung Arzneimittel

Asthma-Antikörper überzeugt

22.07.2016, 17:50 Uhr

Bei Fragen der Nutzenbewertung von Arzneimitteln folgt der G-BA in den meisten Fällen den Empfehlungen des IQWiG. Nicht bei Mepolizumab. (Foto: G-BA)

Bei Fragen der Nutzenbewertung von Arzneimitteln folgt der G-BA in den meisten Fällen den Empfehlungen des IQWiG. Nicht bei Mepolizumab. (Foto: G-BA)


Der Gemeinsame Bundesauschuss hat Beschlüsse zur Nutzenbewertung von Asthma- und COPD-Arzneimitteln gefasst – und weicht teilweise von der Empfehlung des IQWiG ab.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) folgt nicht immer den Empfehlungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Im Fall des neuen Asthma-Antikörpers Mepolizumab bescheinigte das IQWiG diesem, in seiner Empfehlung vom Mai 2016, keinen Zusatznutzen. Nun setzt der G-BA diese Einschätzung in seinem Beschluss vom Donnerstag nur teilweise um. Der G-BA differenziert die Patientengruppen: Patienten, die dauerhaft orale Glucocorticoide einnehmen, profitierten unter Mepolizumab, bewertete der G-BA. Sie könnten den Bedarf der oralen Corticosteroide senken, heißt es im Beschluss. Für Patienten, die nur bedarfsweise OCS benötigten, sieht der G-BA hingegen keinen Zusatznutzen. Er folgt hier der Empfehlung des IQWiG.

Mepolizumab ist seit Februar 2016 in Deuscthland zugelassen. Unter dem Handelsnamen Nucala® steht es Erwachsenen als Zusatzbehandlung des schweren refraktären eosinophilen Asthmas zur Verfügung.

Dem zur COPD eingesetzten Arzneistoff Umeclidinium (Incruse®) bestätigte der G-BA keinen Zusatznutzen. Verglichen mit der Standardtherapie – Tiotropium – zeige das Anticholinergikum keinen Vorteil bei Mortalität, Morbidität und Lebensqualität der Patienten. Auch hinsichtlich der unerwünschten Arzneimittelwirkungen sah der G-BA keinen erweiterten Nutzen für COPD-Patienten „ab einem mittleren und darüberhinausgehenden Schweregrad“ der COPD.

GKV wird Kinderlax® elektrolytfrei zahlen

Eine Änderung gibt es auch bei den Medizinprodukten. Der G-BA hat das macrogolhaltige Medizinprodukt Kinderlax® elektroltytfrei in Anlage V der Arzneimittel-Richtlinie aufgenommen. In Anlage V finden sich erstattungsfähige Medizinprodukte. Nach Aussage des Herstellers Infectopharm wird Kinderlax® elektrolytfrei in den nächsten Monaten auf den Markt kommen. Das Medizinprodukt wird für Kinder im Alter von sechs Monaten bis elf Jahren zur Behandlung der Obstipation verordnungsfähig und zu Lasten der GKV abrechenbar sein.

Bislang vertreibt der Pharmazeutische Unternehmer Kinderlax® mit Zitrusgeschmack als apothekenpflichtiges Arzneimittel. Es ist für Kinder ab zwei Jahren zugelassen und als Arzneimittel von der Medizinprodukteregelung nicht betroffen.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Asthma: ein Lippenreflex kann retten

von Richard Friedel am 05.12.2016 um 10:53 Uhr

,Das Lächeln kann Asthma verjagen. Man kann zwar mit offenem Mund Lächeln, aber üblicher ist ein Lächeln mit geschlossenen Lippen, was durch Reflex den Sympathicus erregt und so die Atmung vertieft. Nun bei Asthmatikern wird zu viel durch den Mund geatmet, so dass das Lächeln ohne oder mit zu wenig Lippendruck stattfindet und der Sympathicus Nerv nicht wie beim gesundenden Menschen erregt wird. Als jemand mit Asthmaerfahrung würde ich Lächeln gegen Asthma empfehlen. Man spürt den besseren Herzschlag und die Entspannung in der Brust. Also ein freundliches Gesicht zum bösen Spiel machen. Schade, dass die Medizin so sehr auf Medikamente fixiert ist und die "Lippenbremse" mit schlaffen Lippen bei Asthma vorschreibt.
Anstatt der chemischen Keule in Form eines "Sympathicusersatzes" (Sympathomimetikum) man bedient sich der körpeigenen Mittel.

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Asthma: Heilatmung nach A.N.Strelnikova und nach Thomas Gaines.

von Richard Friedel am 05.08.2016 um 15:50 Uhr

Asthma: Heilatmung nach A.N.Strelnikova und nach Thomas Gaines.
Den beiden Formen der Heilatmung ist die laute und scharfe Einatmung durch die Nase gemein. Das ist wohl sinnvoll, da im Asthmaanfall schicksalhaft durch den Mund statt richtig und gesund durch die Nase eingeatmet wird. Für die Heilatmung nach Frau A.N.Strelnikova siehe http://vocteacher.mazaycom.ru/de/ind...&view=1_2_add3 Videos sind (nur als Beispiele) https://www.youtube.com/watch?v=jEMJU17jxQs und https://www.youtube.com/watch?v=QZYsmPE9dHc
Im ersten Hypertextlink finde ich "Die Pumpe" ("Die Reifenfüllung") als Übung sehr gut zu gebrauchen.
Für "Vitalic Breathing" von Thomas Gaines (mit Besprechungen) nach "Vitalic Breathing: The Miracle Air Discovery google books" googlen. Diese Heilatmung wird für Asthma empfohlen. Siehe Besprechung von dem früheren General Traub (81).
Siehe Seite 21 im Buch wonach mit einer schniefenden Einatmung (sniff) die Hände schnell gedreht werden. Das ist wie bei Strelnikova (Video), wo sie geballt werden.
Ich hatte von Kindesbeinen an Asthma, vermied fast immer aber Spray. Die Atmung nach Strelnikova hat mich im Nu geheilt. Lautes Einatmen durch die Nase regt auch das Herz an. Das ist ungefähr die Sympathikuswirkung vom Spray (Sympathikomimetikum).
Es scheint, dass Gewöhnung an Asthmamedikamente durch Fehldiagnosen eine Schwierigkeit sein könnte. Man sollte gegebenenfalls mit dem Arzt über diese Alternative sprechen.

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