Verhandlungschef der Apotheker macht weiter

Fritz Becker hat noch eine wichtige Mission

Berlin - 21.07.2016, 12:05 Uhr

Weitermachen: DAV-Chef Fritz Becker will für die Apotheker noch ein wichtiges Ergebnis aushandeln: die Dynamisierung des Fixhonorars. (Foto: Sket)

Weitermachen: DAV-Chef Fritz Becker will für die Apotheker noch ein wichtiges Ergebnis aushandeln: die Dynamisierung des Fixhonorars. (Foto: Sket)


An der Spitze des Deutschen Apothekerverbandes wird es nach den Wahlen im November einige Veränderungen geben, die wichtigste Personalie bleibt vermutlich aber unverändert. Fritz Becker, Vorsitzender des DAV, will sich wieder zur Wahl stellen. Der 65-jährige Pharmazeut hat noch ein wichtiges, bislang unerfülltes Ziel.

Becker approbierte Ende der 1970er-Jahre. 1982 eröffnete der gebürtige Karlsruher seine erste Apotheke in Pforzheim. 2004 und 2009 gründete er jeweils eine Filiale. Insgesamt muss sich der DAV-Vorsitzende neben seinen Aufgaben in Berlin also um drei Apotheken kümmern. Seit 1998 ist er zudem Präsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg. 2009 wurde er erstmals auch DAV-Vorsitzender. Gegenüber DAZ.online sagte er: „Wenn mich die DAV-Mitgliederversammlung noch einmal will, dann mache ich gerne weiter.“ Wählt ihn die Mitgliederversammlung im November, tritt Becker seine vierte Amtsperiode als Verhandlungschef der Apotheker an.

Was Becker für die Apotheker bislang erreicht hat, kann sich sehen lassen. Da wäre zunächst die erste Erhöhung des 2004 eingeführten Fixhonorars zu nennen. Dass der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) den Apothekern nur 25 Cent pro abgegebener Packung mehr gewährte, hat Becker ebenso wenig gefallen wie den meisten Apothekern. Dass die Politik das Fixum der Apotheker überhaupt anpasst, war jedoch lange Zeit fraglich. Und immerhin entsprach die Erhöhung einem Honorarplus von insgesamt 190 Millionen Euro pro Jahr.

Nur ein Jahr später beschloss der Gesetzgeber das Apothekennotdienst-Sicherstellungsgesetz (ANSG) und führte somit die Notdienstpauschale ein. Insbesondere Landapotheken profitieren davon. Sicherlich kam die Hauptinitiative für das Gesetz in diesem Fall aus Bayern. Doch es war Becker, der im DAV mit der Gründung des Nacht- und Notdienstfonds die anschließenden bürokratischen Hürden meisterte. Übrigens: Mit dem ANSG hat der DAV erstmals den gesetzlichen Auftrag bekommen, Gelder zu verwalten und an die Apotheker zu verteilen. Mit Blick auf noch kommende Aufgaben ist das eine Stärkung des Verbandes.

Der von Becker und der DAV-Verhandlungskommission ausgehandelte Kompromiss zum Kassenabschlag wird von vielen Apothekern sicherlich als Niederlage angesehen. Nach jahrelangen Streitereien hatten sich der DAV und der GKV-Spitzenverband darauf geeinigt, den Abschlag für 2015 auf 1,77 Euro zu fixieren. Noch viel wichtiger als die Höhe des Abschlages waren aber die Gespräche mit der Politik, die Becker und der DAV anschließend führten. Der Gesetzgeber legte nämlich fest, dass der Abschlag festgeschrieben wird. Die Pharmazeuten ersparen sich so jahrelange Verhandlungen mit den Kassen, auf die kostspielige und mit Unsicherheiten verbundene Gerichtsverfahren folgen.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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1 Kommentar

FB und die Wiederwahl

von Dr.Diefenbach am 21.07.2016 um 11:51 Uhr

Wegen all dieser Dinge wollen wir den guten Kerl ja auch bitte behalten

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