PharmaFGP

OTC-Hersteller baut eigenen Apotheken-Außendienst auf

Gräfelfing - 12.07.2016, 10:00 Uhr

Ambitionierter Unternehmer: Clemens Fischer baut PharmaFGP weiter aus – auch mit einem eigenen Apotheken-Außendienst. (Foto: Unternehmen)

Ambitionierter Unternehmer: Clemens Fischer baut PharmaFGP weiter aus – auch mit einem eigenen Apotheken-Außendienst. (Foto: Unternehmen)


Clemens Fischer, Inhaber und Geschäftsführer des OTC-Herstellers PharmaFGP, bringt Bewegung in die ansonsten eher bedächtig agierende Pharmabranche. Sein Anspruch: Tempo. Sein Ziel: Unter die Top 10 von Europas größten OTC-Herstellern aufsteigen. Im Gespräch mit DAZ.online verrät er seinen nächsten strategischen Schritt – den Aufbau eines eigenen Apotheken-Außendienstes in Deutschland und Europa. 

Sein Unternehmen belegt den vierten und fünften Stock eines modernen Bürokomplexes am Rande von Gräfelfing, vor den westlichen Toren Münchens gelegen. Der ehemalige Arzt und heutige Unternehmer Clemens Fischer, 40, groß, schlank, sportlich, hat ein klares Ziel: Innerhalb der nächsten Jahre soll PharmaFGP zu Europas Top 10 in der OTC-Branche gehören. Sein Unternehmen, das Produkte wie Taumea, Kijimea Reizdarm oder Revoten herstellt und in Deutschland jährlich rund 100 Millionen Euro in Werbung investiert, wächst schnell. 2009 von Fischer und Madlena Hohlefelder gegründet, setzt das Unternehmen heute mit rund 80 Mitarbeitern einen dreistelligen Millionenbetrag um, hat über 30 OTC-Produkte auf dem Markt und bringt regelmäßig neue heraus.

Auch im Vertrieb gibt Fischer, der privat einen Hubschrauber besitzt, Gas. Derzeit arbeitet er am Aufbau eines eigenen Apotheken-Außendienstes. 15 Stellen seien aktuell ausgeschrieben, 30 Mitarbeiter sollen es am Ende sein. Fischer: „Wir wollen bessere Angebote für Apotheken machen, die sich stark für uns einsetzen. Und wir wollen ein Gesicht für den Apotheker sein.“

Der Außendienst soll die Apotheker nicht nur besser über PharmaFGP-Produkte informieren, sondern ihnen auch Argumente gegen Kritik an OTC-Produkten an die Hand geben. Funktioniert der Außendienst in Deutschland, will Fischer diesen im nächsten Schritt auch in einigen europäischen Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Italien hochziehen.

Reaktion auf Nowedas Kritik

Fischer reagiert damit nach eigenen Worten auch auf die Kritik, die der Pharmagroßhändler Noweda vor einigen Wochen gegen PharmaFGP erhoben hat. Die Chefs der Genossenschaft warfen dem Unternehmen unfaire Handelspraktiken und „nicht marktkonforme Einkaufskonditionen“ vor. „Wir nehmen solche Kritik sehr ernst, wir gehen da nicht einfach drüber hinweg“, sagt Fischer gegenüber DAZ.online. „Der Patient steht für uns im Mittelpunkt.“ Und die Apotheken, so der PharmaFGP-Chef, seien dabei das wichtigste Bindeglied zum Endkunden.

Diese Beziehung will Fischer auch nicht durch ein Ausweichen auf Drogeriemärkte gefährden. Zwar sei ihm schon geraten worden, seine Produkte in Drogerien zu verkaufen – dort könne er noch höhere Umsätze machen. „Das mag sogar wahr sein“, meint Fischer. „Aber wir haben uns spezialisiert auf apothekenexklusive Produkte. Selbst solche Arzneimittel, die drogeriemarktgeeignet wären, werden sie dort nicht sehen.“ 



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Kandidat für Auszeichnung

von Wolfgang Matenaer am 13.07.2016 um 10:05 Uhr

Der Kollege Huesmann aus Marburg hat früher mal im Schaufenster bestimmte Produkte unter dem Motto " Scheiß des Monats" ausgestellt. Wie man an den Produkten dieser Firma sieht, gibt es an Kandidaten für diese Auszeichnung nach wie vor keinen Mangel. Ich bin auf die pharmakologischen Konstrukte des Außendienst gespannt

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Es lebe die Verhökerei

von Samuel Hahnemann II am 13.07.2016 um 8:31 Uhr

Schön zu lesen, wie hoch Herr Fischer den Sachverstand der Apotheker einschätzt. Seine Werbetexte müssen dringend vom kompetenten Außendienst erläutert werden!

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