Neue Festbeträge

Patienten müssen wieder mehr zahlen

01.07.2016, 17:00 Uhr

Zuzahlung, Mehrkosten und mürrische Patienten: Das sind meist die Folgen in der Apotheke bei „Festbetragsanpassungen”. (Foto: pix4U / Fotolia)

Zuzahlung, Mehrkosten und mürrische Patienten: Das sind meist die Folgen in der Apotheke bei „Festbetragsanpassungen”. (Foto: pix4U / Fotolia)


Patienten müssen ab heute bei einigen Arzneimitteln wieder mehr Zuzahlungen leisten. Verantwortlich sind Absenkungen der Festbeträge unter anderem bei SSRI, Triptanen und Arzneimitteln zur Therapie von Asthma, COPD und Bluthochdruck. Der Unmut der Patienten trifft – ungerechtfertigterweise – meist die Apotheker.

Welche Arzneimittel sind betroffen?

Ab 1. Juli gelten neue Festbeträge. Der GKV-Spitzenverband senkte bei elf Arzneimittelgruppen die Erstattungshöchstpreise. Patienten müssen somit bei den betroffenen Arzneimitteln wieder die gesetzliche Zuzahlung von fünf bis zehn Euro leisten. Teilweise fallen zusätzlich noch Mehrkosten an. Meist entsteht hier hoher Erklärungsbedarf in der Apotheke. Patienten sind verwundert bis verärgert. Welche Arzneimittel sind betroffen

  • Alpha-Rezeptorenblocker (zum Beispiel Urapidil,...)
  • Beta2-Sympathomimetika (Formoterol, Indacaterol, Olodaterol, Salmeterol)
  • Glucocorticoide, inhalativ nasal (zum Beispiel Beclomethason, Budesonid,...)
  • Glucocorticoide, inhalativ oral (zum Beispiel Fluticason,
  • Glucocorticoide + langwirksame Beta2-Sympathomimetika (zum Beispiel Budesonid + Formoterol,...)
  • Heparine, niedermolekular (zum Beispiel Certoparin, Enoxaparin,...)
  • Protonenpumpenhemmer (zum Beispiel Esomeoprazol, Pantoprazol,...)
  • Setrone (Dolasetron, Granisetron, Ondsansetron, Tropisetron)
  • SSRI (Citalopram, Escitalopram)
  • Triptane (Almotriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan, Zolmitriptan)
  • ACE-Hemmer + Calciumkanalblocker (zum Beispiel Enalapril + Lercanidipin,...)
  • AT2-Rezeptor-Antagonist + HCT(zum Beispiel Eprosartan + HCT,...)

Mit den regelmäßigen Festbetragsabsenkungen zieht der GKV-Spitzenverband seit Jahren die Daumenschrauben für die Industrie immer stärker an.

Dr. Hermann Kortland, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH).


Preisabsenkungen seien endlich. Viele Herstellen könnten die Preise nicht mehr entsprechend der neuen Festbeträge senken, kommentierte Kortland vom BAH die jüngste Festbetragsanpassung.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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