Tausch bei Sanofi und Boehringer

Tierarznei gegen OTC

Paris/Ingelheim - 27.06.2016, 09:36 Uhr

Boehringer will zum zweitgrößten Anbieter von Tier-Arzneimitteln aufsteigen. (Foto: Ermolaev Alexandr/Fotolia)

Boehringer will zum zweitgrößten Anbieter von Tier-Arzneimitteln aufsteigen. (Foto: Ermolaev Alexandr/Fotolia)


Die Pharmakonzerne Sanofi und Boehringer Ingelheim sind einen Schritt weiter in Richtung ihres geplanten Spartentauschs. Bis Ende 2016 soll dieser vollzogen sein. Die nötigen Verträge sind jetzt unterzeichnet.

Die Pharmakonzerne Sanofi und Boehringer Ingelheim haben den seit längerem geplanten milliardenschweren Tausch von zwei Sparten vertraglich festgezurrt. Damit wird das Tiermedizingeschäft der Franzosen (Merial) an Boehringer gehen und im Gegenzug bekommt Sanofi von den Deutschen das Geschäft mit rezeptfreien Mitteln. „Damit wurde ein wichtiger Meilenstein im Rahmen der im Dezember 2015 begonnenen strategischen Transaktion erreicht“, teilten beide Unternehmen am heutigen Montag mit. Der Tausch soll wie geplant bis Ende 2016 vollzogen sein. Die Kartellbehörden müssen noch zu stimmen. Sobald die Transaktion vollzogen ist, sollen die neuen Geschäfte integriert werden.  

Für beide Konzerne ist dieser Tausch ein Schritt zu einer stärkeren Spezialisierung. Nach eigenen Angaben hätten sie so die Möglichkeit, Weltmarktführer mit den jeweiligen Sparten zu werden. Boehringer gehört zu den größten Pharmakonzernen Deutschlands und beschäftigt weltweit mehr als 47.000 Mitarbeiter. 2015 erzielte sein Selbstmedikationsgeschäft einen Umsatz von 1,51 Milliarden Euro.

Chinesisches OTC-Geschäft bleibt bei Boehringer

Zur Boehringer-Sparte Consumer Healthcare gehören Mittel wie Thomapyrin®, das Abführmittel Dulcolax®, die Hustenmittel Mucosolvan® und Bisolvon® sowie der Krampflöser Buscopan®. Zu den wichtigen Umsatzbringern zählen vor allem  Dulcolax® (Umsatz 2015: 225 Millionen Euro; in mehr als 40 Ländern verkauft, besonders stark in den USA) und Buscopan® (Umsatz 2015: 223 Millionen Euro; vor allem in Europa und den Schwellenmärkten). Das China-Geschäft mit OTC will Boehringer allerdings behalten, weil die Geschäfte mit rezeptfreien und rezeptpflichtigen Mitteln in dem Land eng miteinander verwoben seien.

Ingelheimer zahlen 4,7 Milliarden Euro drauf

Die Sparte mit rezeptfreien Mitteln, die an Sanofi gehen soll, bewerten beide Unternehmen mit 6,7 Milliarden Euro. 4,7 Milliarden Euro muss Boehringer noch draufpacken. Sanofis Tiermedizinsparte Merial wird in dem Geschäft mit 11,4 Milliarden Euro taxiert. Das Unternehmen ist in 15 Ländern weltweit tätig, beschäftigt 6.900 Mitarbeiter und machte 2015 einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro. Die Hauptmarken von Merial im Bereich Tiergesundheit sind: Frontline®, Heartgard®, NexGard®, Broadline® und Purevax®; sowie bei Nutztieren Vaxxitek®, Eprinex®, Ivomec®, Longrange®, Circovac® und GastroGard®. 

Boehringer würde früheren Unternehmensangaben zufolge durch die Übernahme zur Nummer zwei im weltweiten Geschäft mit Tiermedizinprodukten werden und könnte die Weltspitze angreifen. Zusammen hätten die beiden Tiermedizin-Sparten 2015 rechnerisch einen Umsatz von mehr als 3,8 Milliarden Euro erzielt. Damit würde Boehringer seinen Umsatz in dieser Sparte mehr als verdoppeln, hieß es weiter.


dpa-AFX / DAZ.online
redaktion@daz.online


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