Bundesapothekerkammer

Das neue Berufsbild der Apotheker steht 

Berlin - 23.06.2016, 12:22 Uhr

Bereits jeder fünfte Pharmazeut arbeitet heute außerhalb der  öffentlichen Apotheke - wie sieht das Berufsbild für diesen freien Heilberuf also heute aus?(Foto: picture-Factory/Fotolia)

Bereits jeder fünfte Pharmazeut arbeitet heute außerhalb der  öffentlichen Apotheke - wie sieht das Berufsbild für diesen freien Heilberuf also heute aus?(Foto: picture-Factory/Fotolia)


Die Bundesapothekerkammer hat ein aktualisiertes Berufsbild für Apotheker verabschiedet. In dem 24-seitigen Dokument sind erneuerte Aufgaben der Apotheker in ihren verschiedenen Tätigkeitsbereichen beschrieben – von der öffentlichen und Krankenhausapotheke über die Industrie und Lehre bis hin zur Wehrpharmazie.  

„Der Apotheker ist berufen, die Bevölkerung ordnungsgemäß mit Arzneimitteln zu versorgen. Er dient damit der Gesundheit des einzelnen Menschen und des gesamten Volkes.“ Mit diesen Worten, die den § 1 der Bundes-Apothekerordnung wörtlich wiedergeben, beginnt „Das Berufsbild der Apothekerin und des Apothekers“. Dieses hat die Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer (BAK) jetzt beschlossen.

Dieser einleitende Satz stand auch am Anfang des Entwurfs, den eine Arbeitsgruppe der BAK unter der Leitung von BAK-Vizepräsident Thomas Benkert im vergangenen Jahr erarbeitet hat. Im November 2015 stellte sie diesen Entwurf zur Diskussion: Interessierte Apotheker konnten ihn auf einer eigens eingerichteten Plattform abrufen und online kommentieren. 

Immerhin mehr als 1200 Diskussionsbeiträge und Kommentare gingen ein – fast so viele wie bei der zuvor schon geführten Leitbild-Diskussion, die ins Perspektivpapier „Apotheke 2030“ mündete. Dann folgte die Auswertung durch die Arbeitsgruppe. Sie bewertete die Vorschläge und ließ sie in den Entwurf des Berufsbilds einfließen. Es folgte eine Abstimmung mit den Apothekerkammern der Länder. Am 16. Juni hatte die BAK-Mitgliederversammlung das letzte Wort.  

Grundlage für neue Approbationsordnung

Benkert ist überzeugt: „Wir haben mit dem Berufsbild alle wesentlichen Tätigkeitsfelder systematisch erfasst und damit die Grundlage für die anstehende Diskussion über eine Novellierung der Approbationsordnung für Apotheker geschaffen.“

Das neue Berufsbild berücksichtigt, dass jeder fünfte Apotheker heute außerhalb einer öffentlichen Apotheke arbeitet. Es verdeutlicht die besonderen pharmazeutischen Leistungen, die der Apotheker in seinen wichtigsten Tätigkeitsbereichen erbringt. Dazu gehören neben den öffentlichen Apotheken und Krankenhausapotheken insbesondere die pharmazeutische Industrie, Prüfinstitutionen, die Bundeswehr, die öffentliche Gesundheitsverwaltung, Universitäten und andere wissenschaftliche Einrichtungen sowie Bildungseinrichtungen.

Auch der Gesetzgeber justiert nach

Auch der Gesetzgeber hatte kürzlich durch eine Änderung der Bundes-Apothekerordnung das Berufsbild der Apotheker weiter gefasst. Anlass gab die EU-Richlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen. Im Zuge des vierten AMG-Änderungsgesetzes, das in der nächsten Sitzungswoche Anfang Juli vom Bundestag verabschiedet werden soll, justierte er nochmals nach. Die ABDA hatte diese Änderungen begrüßt. Die nun bzw. künftig in § 2 Abs. 3  BApO genannten pharmazeutischen Tätigkeiten, finden sich in ähnlicher Weise auch im BAK-Berufsbild wieder – allerdings geht dieses selbstverständlich sehr viel weiter. So umfasst nach dem BAK-Berufsbild der Versorgungsauftrag des Apothekers beispielsweise auch Gesundheitsförderung und präventive Leistungen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der ABDA.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Grundlage für Diskussion zur Novellierung der Approbationsordnung

BAK beschließt neues Berufsbild für Apotheker

Das neue „Berufsbild der Apothekerin und des Apothekers“ ist veröffentlicht

Ein Bild von einem Beruf

Online-Diskussion über Entwurf des künftigen Berufsbilds

Ein neues Bild vom Apotheker

Neues Berufsbild für Apotheker

Die Revolution muss warten

Online-Diskussion beendet

Berufsbild steht im Juni

Pharmaziestudierende beklagen zu wenig Mitsprache beim neuen Berufsbild

Wir sind die Apotheker von morgen

Wie sich die Bundesapothekerkammer die neue Approbationsordnung vorstellt

Ein anderer Weg zum Konsens

Bundes-Apothekerordnung

Engelen: Tiefe Sorge um freie Berufe

4 Kommentare

Berufsbild

von Alexander Zeitler am 23.06.2016 um 23:58 Uhr

Da sind wir doch mal gespannt, was sich die hohen Herren uns erzählen wollen. Uns, das sind wir in der Offizin., die hohen Herren, womöglich sind auch Damen dabei. Zwischenfrage Wann war der Herr Präsident das letzte mal in seiner Apotheke. ca. 10 Std. im HV bzw. am POS???.
Wahrscheinlich kann man deren Bild gleich in die Rundablage P entsorgen

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kein ernstzunehmendes, erkennbar spezielles "Berufsbild Apotheker".

von Wolfgang Müller am 23.06.2016 um 17:16 Uhr

Schön zu lesen, was man beruflich so Alles heutzutage mit einem Pharmaziestudium immer noch machen kann .....

Braucht man sich ja um die Kinder keine Sorgen zu machen, wenn der Karren "Lukrative Arzneimittel-Herstellungs-, Verkaufs- und Beratungs-Tätigkeit in der Öffentlichen Apotheke" dann endgültig in den Dreck gefahren wurde. Wegen bevorzugter Beschäftigung der Apotheker-Selbstverwaltung mit ....... ja mit was eigentlich?

Gefühlte 99 Prozent der in diesem "Berufsbild Apotheker" beschriebenen Berufstätigkeiten stehen in teilweise jahrzehntelang bewährter Konkurrenz mit Heerscharen von Chemikern, Ärzten, Biologen, Verfahrenstechnikern und und und. Vom Zulassungs-Sachbearbeiter, Produkt-, Herstellungs-, QM-Manager in der Industrie über "Medikations-Management" und "-Analyse" bis hin zur Uni-Lehre z. B. in Pharmazeutischer Chemie und Pharmakologie. Oder will man für Letzteres aus purem Trotz in Zukunft keine Ärzte mehr nehmen?

Nur für die altbekannten Tätigkeiten in der Öffentlichen Apotheke und vielleicht noch als "Qualified Person" für die Industrie-Chargenfreigabe muss man eine Apotheker-Approbation haben (okay, bestimmte hoheitliche Aufsichtsfunktionen über Apotheker und die PTA-Lehre werden sinnvollerweise sicher auch immer nur Apotheker ausüben).

Was sagt uns das, wenn wir doch mal anfangen, uns über das "Berufsbild" und das eng verbundene "Perspektivpapier" tiefer gehende Gedanken zu machen? Vor Allem auch über die diesen aufwändigen Ausarbeitungen zugrunde liegende, nach meinem zugegebenermaßen höchst persönlichem Empfinden bizarre Gruppendynamik?

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: QP

von sven gallinat am 24.06.2016 um 7:40 Uhr

Als Ergänzung:
die Funktion der QP ist nicht mehr an die Approbation als Apotheker gebunden ;-) Wenn man es z.B. als Chemiker schafft, die Zusatzqualifikation zu erlangen, welche thematisch durch das Pharmaziestudium bereits abgedeckt ist, darf auch ein Chemiker u.a. QP sein. Die Hersteller und manche Behörden bevorzugen allerdings weiterhin Apotheker.

Berufsbild, ein Bild wie viele

von Heiko Barz am 23.06.2016 um 16:20 Uhr

Leit(d)Bilder, Berufsbilder und xy-Bilder sind eben nur Bilder und in den meisten Fällen doch nur Illusionen.
Die derzeitig politische Sachlage in Bezug auf Apothekertätigkeiten spricht allen dieser schönen Bilder Hohn.
Die Phalanx der fleißig bemühten Fachleute, die sich um die Auswertung der Umfragen und Diskutantenbeiträge betätigten, müßte aber längst festgestellt haben, dass die Politik ein übergeordnetes Desinteresse für diesen unseren Berufszweig aufbringt.
Die Maler des Berufsbildes "APOTHEKE 2030" pinselten wohl eher ein realitätsfernes Wunschbild.
Schmidt und Co sollten sich lieber nützlicherweise mit der Realität beschäftigen, als sich in apothekerästhetischen Träumereien zu verlieren.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.