GKV-Finanzergebnisse im 1. Quartal 2016

Rabattverträge sparen 835 Millionen Euro

Berlin - 21.06.2016, 15:00 Uhr

Nach wie vor nehmen die Krankenkassen mehr Geld ein als sie ausgeben. Arzneimittel-Rabattverträge helfen dabei. (Foto: designsoliman/Fotolia)

Nach wie vor nehmen die Krankenkassen mehr Geld ein als sie ausgeben. Arzneimittel-Rabattverträge helfen dabei. (Foto: designsoliman/Fotolia)


Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen ist weiterhin stabil. Nach neuesten Zahlen des Gesundheitsministeriums erzielten sie im 1. Quartal 2016 einen Überschuss von 406 Millionen Euro. Die Leistungsausgaben je Versicherten stiegen um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal – der Zuwachs bei Arzneimitteln lag bei moderaten 3 Prozent.

Im ersten Quartal 2019 sieht es bei allen Kassenarten gut aus: Sie verzeichneten nach den vorläufigen Finanzergebnissen, die das Bundesgesundheitsministerium (BMG) am Dienstag vorgelegt hat, allesamt ein positives Finanzergebnis. Insgesamt summiert sich das Plus auf 406 Millionen Euro. Einnahmen in Höhe von rund 55,82 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 55,41 Milliarden Euro gegenüber. Damit sind die Einnahmen je Versicherten mit 4,3 Prozent stärker gestiegen als die Ausgaben (+3,2 Prozent). Insgesamt haben die gesetzlichen Kassen bis Ende März 2016 Finanz-Reserven in Höhe von 14,9 Milliarden Euro angesammelt. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sieht die Kassen damit „auf einer sehr soliden Grundlage“ stehen. 

Die Ausgabenzuwächse bezeichnet das BMG als moderat. Im 1. Quartal 2015 hatte das Plus noch bei 4,2 Prozent, im Gesamtjahr 2015 bei 3,7 Prozent gelegen. Dazu hätten deutlich steigende Versichertenzahlen beigetragen. Die Leistungsausgaben wuchsen um 3,2 Prozent je Versicherten, die Netto-Verwaltungskosten um 3,3 Prozent je Versicherten. 

Hepatitis-C-Arzneimittel hatten ihre Spitze im 1. Quartal 2015

Auch bei den Arzneimittelausgaben besteht kein Grund, Alarm zu schlagen. Nach Zuwächsen von 9,4 Prozent je Versicherten in 2014 und rund 4 Prozent in 2015 sind sie im 1. Quartal 2016 um 3 Prozent auf 9,49 Milliarden Euro gestiegen. Dabei sei zu berücksichtigen, so das BMG, dass die Ausgaben für innovative Hepatitis-C-Arzneimittel in den ersten drei Monaten 2015 insgesamt die höchsten Quartalsumsätze erzielten. Im Vergleich dazu fielen sie im 1. Quartal 2016 erheblich niedriger aus. Gespart wurde zudem erneut mehr durch Rabattverträge: Die Rabatterlöse stiegen laut BMG im 1. Quartal 2016 um rund 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Sie lagen bei rund 835 Millionen Euro.  

BMG

Wie teilen sich die Ausgaben in Höhe von 55,41 Milliarden Euro auf die Leistungsbreiche auf?

Die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen stiegen im 1. Quartal 2016 je Versicherten um 2,4 Prozent (auf 18,86 Milliarden Euro) gegenüber dem 1. Quartal 2015. In die Kliniken fließen nach wie vor ein Drittel der GKV-Gesamtausgaben.

Die Ausgaben für die vertragsärztliche Behandlung stiegen um rund 3,9 Prozent je Versicherten (auf 10,27 Milliarden Euro). Allerdings hat diese Rate bislang lediglich Schätzcharakter. Noch haben die Krankenkassen für das 1. Quartal in diesem Leistungsbereich keine Abrechnungsdaten vorliegen.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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