Öffentlichkeitsarbeit

ABDA will selbst Nachrichten machen

Stuttgart/Berlin - 07.06.2016, 07:10 Uhr

Lauter werden: Die ABDA will im kommenden Jahr über mehr Kanäle und mit mehr Menschen kommunizieren. (Foto:fotolia/wellphoto)

Lauter werden: Die ABDA will im kommenden Jahr über mehr Kanäle und mit mehr Menschen kommunizieren. (Foto:fotolia/wellphoto)


Eine neue Vollzeitstelle, der Ausbau der Online-Präsenz und ein „Newsroom“, der tagesaktuell über die Arbeit der Organisation berichtet: Die ABDA will ihre Öffentlichkeitsarbeit deutlich verstärken. Das geht aus dem Entwurf für den ABDA-Haushalt 2017 hervor.

Acht hauptamtliche Vollzeitstellen hat die Stabsstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der ABDA aktuell, verteilt auf zehn Personen. Die Aufgaben der Stabsstelle umfassen die klassische Pressearbeit, also beispielsweise den Kontakt mit Journalisten. Es geht aber auch um Öffentlichkeitsarbeit: Dazu gehören etwa die Koordination von PR-Aktionen und Kampagnen mit externen Agenturen. Alleine bestimmen kann die ABDA die Leitlinien der Öffentlichkeitsarbeit allerdings nicht. Seit einigen Jahren gibt es einen PR-Ausschuss, in dem alle Presse- und Öffentlichkeitsbeauftragte der 34 Mitgliedsorganisationen zusammenkommen.

Mit der derzeitigen Besetzung scheint Reiner Kern, Leiter der Stabsstelle seit 2014, allerdings nicht zufrieden zu sein. Laut Haushaltsentwurf reicht die derzeitige Zusammensetzung nur aus, um „Routineaufgaben und jährlich wiederkehrende Projekte der Stabsstelle“ zu bewältigen. Doch ab 2017 soll die „Außendarstellung der ABDA gegenüber Medien, Fachöffentlichkeit und Politik“ intensiviert und dazu neues Personal eingestellt werden.

ABDA will tagesaktuell über sich selbst berichten

Geplant ist unter anderem ein sogenannter „Newsroom“ auf www.abda.de, der „über täglich neue Nachrichten und Informationen die Arbeit, Leistung und politischen Ziele des ABDA-Verbundes konsequent darstellen und unterstützen soll“. Dies soll neben Pressematerial und Social-Media-Beiträgen auch etwa durch Dossiers zu aktuellen Themen, Hinweise auf Veranstaltungen oder Publikationen geschehen. Auch Video- und Audio-Material soll es geben.

Dafür seien die Aufbereitung der Information, zeitaufwändige Recherchen sowie eine mittel- und  langfristige Themenplanung notwendig. Da das „Generieren von Content (…) verlässlich sowie journalistisch professionell erfolgen“ und die Belastung der Geschäftsbereiche vermieden werden müsse, sei eine neue Vollzeitstelle notwendig – und zwar für einen „berufserfahrenen Referenten mit kommunikationswissenschaftlichem oder vergleichbarem Hintergrund“.

Wie viel ist für was geplant?

Für das laufende Jahr sind laut Haushaltsentwurf 3,56 Millionen Euro für die Öffentlichkeitsarbeit eingeplant. 2015 war das anvisierte Ausgabenziel nicht erreicht worden: Die „erhebliche Abweichung“ – der Etat hatte damals 3,49 Millionen Euro vorgesehen, ausgegeben wurden 3,72 Millionen Euro – ist laut Kommentierung der Image-Kampagne und dem FIP-2015-Film geschuldet. Mit dem neuen Öffentlichkeitsarbeit-Konzept will die ABDA 2017 insgesamt 3,67 Millionen Euro ausgeben – so zumindest der Plan.

Allerdings: Die Personalkosten sind in diesen Beträgen nicht enthalten. Die geplanten Ausgaben setzen sich vielmehr zusammen aus Kosten für Kampagnen (2 Millionen Euro für 2017), Events wie beispielsweise das ABDA-Sommerfest (500.000 Euro), „Online“ (270.000 Euro), „spezielle Kommunikationsbereiche“ (230.000 Euro), Pressearbeit (210.000 Euro) sowie den sogenannten „Overhead“ (260.400 Euro).

Die aktuell laufende Kampagne soll im kommenden Jahr trotz des neuen Konzeptes nicht abgesetzt werden. Vorbehaltlich der Zustimmung des Geschäftsführenden Vorstands soll es die Kampagne, die von der Münsteraner PR-Agentur Cyrano gesteuert wird, auch noch im Wahlkampf vor der Bundestagswahl geben, dabei soll sie jedoch stärker politisch ausgerichtet werden. Die Kosten dafür sind wie 2016 mit 2 Millionen Euro angesetzt, das sei ausreichend, „um die notwendige Präsenz und den Werbedruck erzeugen zu können“.

Kooperation mit dem Behindertensportbund wird gestrichen

Gespart werden soll in Zukunft bei den Kooperationen. „Es wird davon ausgegangen, dass die Kooperation mit dem DBS (Deutscher Behindertensportverband, Anm. d. Red.) nicht über das Jahr 2016 hinaus fortgesetzt wird“, heißt es dazu in der Kommentierung des Haushaltsentwurfs. Seit 2008 unterstützt die ABDA den DBS und insbesondere die deutsche Mannschaft bei Paralympischen Spielen. Zuletzt hatte die ABDA den Vertrag mit dem DBS 2013 verlängert.

Noch sind die Pläne im Bereich Öffentlichkeitsarbeit allerdings graue Theorie. Ende Juni muss die ABDA-Mitgliederversammlung dem Haushaltsentwurf und dem Jahresabschluss 2015 zustimmen.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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8 Kommentare

ABDA - Aktivitäten

von Heiko Barz am 08.06.2016 um 10:46 Uhr

Die ABDA war, ist und bleibt ein zahnloser, müder, alter Tiger, der auch mit hilflosen und teils lächerlichen Manipulationen nicht zu einer reißenden Bestie werden wird.
Wenn sich der Genaralanwalt - also die EU - mit seiner Destruktion der heute noch autonomen Deutschen Apothekerlandschaft durchsetzt, und die Kanzlerin sich dem TTIP unterwirft , was sie ja vehement vertritt, dann wird die Deutschte Traditionsapotheke vom Markt verschwinden.
ABDA und Vereine werden überflüssig.
Die Neuordnung heißt dann: EUAB ( europäische Arzneimittelbehörde)
Als Analogie möchte ich nur die reißenden Fluten der letzten Tage als Bild verwenden. Wenn ein System zum fließen kommt, dann hält nichts mehr ein Verderben auf.

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10 Personen...

von Thorsten Dunckel am 08.06.2016 um 10:10 Uhr

... die für´s Nichtstun bezahlt werden. Ich kann mich nicht daran erinnern jemals von dieser Truppe etwas gehört oder gelesen zu haben; und was noch viel schlimmer ist, meine Kunden auch nicht!!!

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geplante ABDA Nachrichtenabtlg.

von Wolfgang Steffan am 08.06.2016 um 8:31 Uhr

Über die wasserköpfige ABDA kann man doch nur noch den
Kopf schütteln. Nichts als teuere Schnapsideen und Kopf-
geburten, die von uns Zwangsmitgliedern bezahlt werden müssen. Ich bin jetzt seit fast 40Jahren Zwangsmitglied in diesem Quatschverein. In dieser Zeit hat sich der Personalbe-
stand wenigstens verdoppelt. Und nichts ist für uns dabei
herausgekommen, außer Kosten !
Darum: Weg damit ! Eine absolute Neugründung muß her !

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ABDA News

von Alexander Zeitler am 07.06.2016 um 17:24 Uhr

Was wollen die da denn berichten?
Wer beim ABDA -Mikado verloren hat?
ich weiss, das ist ein wenig böse. aber ich kann mich nicht erinnern, dass von dort schon mal was Bewegendes gekommen sei.

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Wann..

von Christiane Patzelt am 07.06.2016 um 12:21 Uhr

..kam jemals in den letzten Jahren was Taugliches von der ABDA? Die Imagekampagne zum heutigen Tag der Apotheke ist wieder so ein Paradebeispiel von Mißerfolgen! Auf den 3 Seiten "Krankheit nur werktags, bitte" " Mischkalkulation mit Komplikation" und " Donnerstags wirds gefährlich" stehen jeweils auf der Rückseite die "Zukunftsvisionen" meiner Standesvertretung und ich konstatiere: NIE waren Wunsch und Wirklichkeit so weit voneinander entfernt!! Da wird über Rezeptur-Vergütungs-Erhöhung lamentiert, die Gentrifizierung wird angesprochen und die flächendeckende Versorgung, e-Health-Gesetz und AMTS werden erwähnt, das Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz und die nie erfüllten 120 Mio für den Notdiensttopf----eine feine Aufzählung aller Mißerfolge!
Vieles, was unseren Beruf auszeichnet wird nicht mehr adäquat bezahlt oder machen andere, für uns hat die ABDA in den letzten Jahren GAR NICHTS erreicht, außer uns lächerlich zu machen! Als DANKESCHÖN bekommen sie jetzt nen Millionenbau in Berlin und fordern ne 3,3%ige Erhöhung! Herr Schmidt, für was denn jetzt eigentlich genau?? Wo bleibt meine 3%ige Erhöhung? Wann arbeitet die ABDA denn mal für mein Geld, wann erhalte ich denn mal eine Leistung, die mich geschäftlich weiterbringt?? Wann kann ich denn meine Damen endlich mal angemessen bezahlen und wann habe ich denn mal 12 Monate Planungssicherheit???
Wann ist die ABDA meine Standesvertretung??
Warum höre ich bezüglich des EUGh-Verfahrens mal eine LAUTE Stimme der ABDA, ein Aufschrei muß durch den Bundestag gehen -- DIE ARZNEIVERSORGUNG STEHT HIER ZUR DEBATTE!! Alternde Bevölkerung und nur noch große Apothekenketten in den Innenstädten!! Wer versorgt die Bevölkerung auf dem Land niederschwellig mit Gesundheit?
Warum geben wir uns wort-und kampflos geschlagen und lassen so einen einzigen Richter über all unsere Zukunft entscheiden?? Meine Bude wird auf den Schlag wertlos, wenn die Rabattschlacht kommt, die Enteignung der Apothekeninhaber ist doch keine Kleinigkeit!! Wie blauäugig ist die ABDA?? Wie blauäugig sind Verbände und Kammern, die dieses Konstrukt mittragen?? Warum regt sich keiner der Oberen in den Landesgremien?? Wozu habe ich all diese beitragsgestützten Institutionen, gehe doch ich allein auf die Schlachtbank des Großkapitals....
Das ist der beschissenste Tag der Apotheke für mich!

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AW: Dem...

von Thorsten Dunckel am 08.06.2016 um 10:13 Uhr

... ist nichts hinzuzufügen! 1000% bei Ihnen.

Ö-Arbeit

von Florian Becker am 07.06.2016 um 10:54 Uhr

500.000.- Euro für das Sommerfest, 250.000.- für die Pressearbeit??
Da frage ich mich natürlich schon, was das öffentliche Bild des Berufsstandes mehr prägt.. Sommerfest oder die Presse..
Aber sei´s drum - ich kann sogar mit einer Beitragserhöhung aufgrund einer neuen Vollzeitstelle leben, wenn dafür mal eine ABDA-Öffentlichkeitsarbeit öffentlich auch spürbar wird..

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AW: LIeber Herr Becker,

von Benjamin Wessinger (DAZ) am 07.06.2016 um 11:53 Uhr

vielleicht haben wir uns da missverständlich ausgedrückt. Die Summe bezieht sich auf alle Events, das Sommerfest ist ein Beispiel für ein solches.
Einen sonnigen Tag wünscht
Benjamin Wessinger

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