Überfallserie in Mönchengladbach

Apotheken-Räuber schlägt zum vierten Mal zu

Mönchengladbach - 23.05.2016, 17:20 Uhr

Ein Ziel der Überfall-Serie: Die Löwen-Apotheke in Mönchengladbach. (Fotos: Theo Titz)

Ein Ziel der Überfall-Serie: Die Löwen-Apotheke in Mönchengladbach. (Fotos: Theo Titz)


Innerhalb von drei Wochen hat ein mutmaßlicher Serien-Täter im niederrheinischen Mönchengladbach vier Apotheken überfallen. Zuletzt schlug der Mann mit einer auffälligen Narbe an der Lippe am Samstagmorgen zu. Eine Apotheke überfiel er sogar zweimal.

„Das ist wohl definitiv ein Serientäter“, sagt Willy Theveßen, Sprecher der Mönchengladbacher Polizei. Am Samstagmittag hat ein Mann zum vierten Mal eine Apotheke in der nordrhein-westfälischen Großstadt am Niederrhein überfallen – zweimal davon raubte der Täter dabei die gleiche Apotheke aus.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit, sagt die Polizei, sei es in allen Fällen der gleiche Täter gewesen – die Beschreibung auf einen eher kleinen Mann trifft in allen Fällen zu. Theveßen lobt dabei die Angestellten in den Apotheken, die sich in allen Fällen vorbildlich verhalten hätten. Niemand habe den Helden gespielt. „In der Schocksituation konnten die Opfer dennoch immer eine gute Beschreibung liefern“, sagt der Polizist.

Die Nord-Apotheke hat es schon zweimal erwischt. 

Der Täter entkam jedes Mal auf einem Fahrrad

Angefangen hat die Serie am 3. Mai, als der Mann gegen Abend um 17.55 Uhr die Nordapotheke an der Brucknerallee im Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt überfiel. Mit einer großen schwarzen Pistole bewaffnet ging der Mann an den HV-Tresen und forderte, dass ihm die Kasse geöffnet werde. Mit dem Geld aus der Kasse entkam der Mann auf einem Fahrrad. Der zweite Überfall der Serie fand dann am Morgen des 14. Mai um 10.45 Uhr in der Löwenapotheke an der Odenkirchener Straße statt, nach dem gleichen Muster. Und ebenfalls entkam der Mann auf einem Fahrrad.

Am 18. Mai wurde die Maxmo-Apotheke an der Stresemannstraße ebenfalls in Rheydt Ziel des Täters, der sich auch hier nicht von vielen Passanten irritieren ließ oder der Tatsache, dass er seine Raubzüge zur Hauptgeschäftszeit durchführte. Bei diesem Überfall wurde der Mann allerdings von der Überwachungskamera der Apotheke gefilmt. Dennoch führte eine Öffentlichkeitsfahndung der Polizei mit einem Foto daraus noch nicht zur Festnahme des Mannes. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Sache“, sagt Theveßen. Auch für die Polizei sei das eine sehr unerfreuliche Situation. 

Der Täter soll eher klein sein

Beim vierten Überfall, der am vergangenen Samstagmorgen gegen 12.30 Uhr stattfand, schlug der Täter erneut in der Nordapotheke an der Brucknerallee statt. Und wie bei jedem Mal entkam der Apotheken-Räuber erneut auf einem Fahrrad. „Wir hoffen, bald Erfolg bei der Fahndung nach dem Mann zu haben“, sagt Theveßen. Dank der guten Beschreibungen der Angestellten der überfallenen Apotheken ist die Wahrscheinlichkeit den Täter zu schnappen zumindest gestiegen.

Diesen Angaben zu Folge sucht die Polizei nach einem Mann, der jeweils mit einer großen schwarzen Pistole bewaffnet war. Der Täter forderte in allen Fällen in akzentfreiem Deutsch, das die Kasse geöffnet werde. Der Mönchengladbacher Apotheken-Räuber soll zwischen 25 und 30 Jahren alt sein und mit zwischen 1,65 und 1,70 Meter eher klein. 

Dieses Bild stammt von einer Überwachungskamera. 

Eine Narbe an der Lippe und unebene Haut fallen auf

Der Mann ist laut der Beschreibung schlank und trägt Dreitagebart. Bei allen Überfällen trug er eine schwarze Baseball-Kappe. „Auffällig ist eine Narbe an der Lippe“, sagt Theveßen. Rechts an der Oberlippe soll sie sich befinden und den Mann möglichweise an der Beweglichkeit der Lippen hindern. Er habe sie gespitzt, sagten die Angestellten. Darüber hinaus habe der Mann eine Hautauffälligkeit, sagt Theveßen. Die Haut sei uneben, eventuell handele es sich um Aknenarben.

Unter Umständen ist der Mann auch beteiligt an Raubüberfällen, die am 10. Mai eine Sparkasse in Mönchengladbach betrafen sowie am 21. Mai die Filiale eines Lebensmittel-Discounters in der Stadt.

Die Apotheker in der 255.000-Einwohner-Stadt seinen jedenfalls beunruhigt, sagte vor Kurzem Birgit Nellen, Apothekerin in Mönchengladbach und Sprecherin der Apothekerkammer Nordrhein für die Stadt. „Ich habe sicherlich Angst, dass es einen Überfall auch hier geben könnte“, sagt Nellen gegenüber DAZ.online. Man habe ein unangenehmes Gefühl.

Der Inhaber der zweimal überfallenen Nordapotheke und der der Löwenapotheke überlegen nun, eine Belohnung von 1000 Euro auszusetzen auf Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen.

Wer Hinweise auf den Täter hat, kann sich unter Tel. 02161/290 an die Polizei Mönchengladbach wenden.


Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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