Spekulationen bestätigt

Bayer will Monsanto

Leverkusen / Stuttgart - 19.05.2016, 08:45 Uhr

Bayer will sein Agrarchemie-Geschäft  ausbauen

Bayer will sein Agrarchemie-Geschäft ausbauen


Der Leverkusener Konzern Bayer will sein Agrarchemie-Geschäft ausbauen und buhlt um den US-Konzern Monsanto. Gespräche über ein mögliches Gebot waren am Donnerstagmorgen von Bayer bestätigt worden. Finanzielle Details sind noch nicht bekannt.

In der Chemiebranche brodelt seit langem die Gerüchteküche über die Zukunft der Unternehmen, die sich auf das Geschäft mit der Landwirtschaft spezialisiert haben. Dieses steht wegen niedrigerer Preise für Agrarrohstoffe, den Turbulenzen in den Schwellenländern und der Rezession in Brasilien seit einiger Zeit unter erheblichem Druck.

Über ein Bayer-Gebot für Monsanto war bereits vergangene Woche spekuliert worden. Nun haben sich die Gerüchte bestätigt. Laut einer Mitteilung von Bayer haben Vertreter des deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzerns vor kurzem Mitglieder der Geschäftsführung von Monsanto Company getroffen, um vertraulich über eine einvernehmliche Übernahme sprechen. Bayer reagierte damit auf die am Mittwoch veröffentlichte Meldung von Monsanto, in der der US-Konzern mitgeteilt hatte, dass er eine unaufgeforderte, nicht-bindende Offerte des deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzerns erhalten habe.

Finanzielle Details nannte Monsanto nicht. Der Verwaltungsrat von Monsanto werde das Angebot jetzt prüfen. Bis diese Überprüfung abgeschlossen ist, werde es keine weitere Mitteilung des Unternehmens geben, hieß es seitens der Firma.

Komplettübernahme galt bisher als unwahrscheinlich

Viele Experten hatten bisher eine Komplettübernahme durch einen der deutschen Konzerne für eher unwahrscheinlich gehalten. So hatte zum Beispiel Analyst John Klein von der Privatbank Berenberg zwar eine Kooperation von Monsanto mit Bayer oder BASF, die auch als potenzieller Interessent genannt wurden, für möglich gehalten. Übernahmen oder Fusionen dürften hingegen schwierig zu realisieren sein, hieß es.

Der börsennotierte Konzern Monsanto mit Sitz im US-Bundesstaat Missouri und Niederlassungen in 61 Ländern produziert Saatgut und Herbizide, unter anderem den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat unter dem Namen Roundup. Das US-Unternehmen steht aber auch wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte immer wieder in der Kritik.

An einem  Ausbau des Saatgutgeschäft wird seit längerem gearbeitet. Monsanto hatte dazu selbst immer wieder eigene Übernahmen oder Partnerschaften im klassischen Pflanzenschutz ins Auge gefasst. Bereits im März hat es Gespräche mit Bayer über eine gemeinsame Zukunft gegeben. In jüngster Zeit war Monsanto aber mehrfach mit seinen Zukaufsplänen in Europa gescheitert.

Monsanto-Aktie im Aufwind

Monsanto wird an der Börse derzeit mit 42,4 Milliarden Dollar (37,8 Mrd Euro) bewertet. Wegen den Gerüchten um eine Übernahme aus Deutschland waren die Aktien des US-amerikanischen Saatgutkonzern Monsanto in den letzten Tagen stark gefragt. Sie legten um knapp acht Prozent zu. Der Aktienkurs des deutschen Unternehmens gab seitdem etwas mehr als drei Prozent nach.

Bayer betreibt sein Agrarchemie-Geschäft unter dem Namen Bayer CropScience. Einem selbständigen Teilkonzern der Bayer AG, der 2002 aus der Fusion der ehemaligen Pflanzenschutzsparte der Bayer AG und dem vom Aventis-Konzern im Jahr 2001 übernommenen Bereich Aventis CropScience hervorgegangen ist.

Laut eigener Aussage ist Bayer CropScience weltweit die drittgrößte Produzent für Produkte Landwirtschaft, wie Herbizide und Saatgut. Die Firmensparte hat aber auch Anwendungen außerhalb der Landwirtschaft im Programm, zum Beispiel Rodentizide.


dpa-AFX / DAZ.online
redaktion@daz.online


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