Serie: Mittelstand im Pharmaland - SteriPharm

Wie ein Apotheker ein kleines, großes Wunder bewirkte

Berlin - 13.05.2016, 19:30 Uhr

Mehr als eine Million Packungen werden jährlich verkauft: Den stärksten Abverkauf erzielt SteriPharm mit den Produkten Folio und Folio forte (Foto: SteriPharm / nik) Fotostrecke

Mehr als eine Million Packungen werden jährlich verkauft: Den stärksten Abverkauf erzielt SteriPharm mit den Produkten Folio und Folio forte (Foto: SteriPharm / nik)


STERIPHARM – Ihr Durchmesser beträgt nur wenige Millimeter.  Ihre Farbe ist ein dezentes Hellgelb, auch sonst ist die Tablette absolut unauffällig. Und doch ist die kleine Folio-Pille zu 100 Prozent bekannt - bei Frauen in Deutschland, die schwanger sind oder werden wollen. Sie greifen meist zu dem Präparat, das ihr Kind mit Jod und Folsäure versorgen soll. Bei Apothekern und Ärzten ebenfalls. Für den Hersteller, die Firma SteriPharm aus Berlin, ist Folio ein  echtes Erfolgsrezept.

„SteriPharm war das erste Unternehmen, das ein reines Folsäure-Jod-Kombinationspräparat zur Versorgung von Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren in Deutschland anbot.“, sagt Dr. Franziska Coenders. Und das erste Unternehmen, das die Tabletten in einem praktischen und handlichen Klickspender in Verkehr brachte. Bis heute ist SteriPharm mit den meist verkauften Packungen das führende Unternehmen in diesem Segment in Deutschland. Und es ist ein durch und durch inhabergeführtes Familienunternehmen.

Begonnen hat alles mit einem Apotheker,  „ein mutiger und äußerst pragmatischer Mann“, berichtet Coenders. Sie spricht über ihren Vater, Dr. Dieter Schöne. 1964 eröffnete er die Park-Apotheke in Berlin, genauer in Berlin-Wilmersdorf. Zuvor war er leitend in der Industrie tätig und entwickelte bereits dort eine Reihe von Produkten. Mit diesen Erfahrungen im Hintergrund wagte er 1981 den nächsten Schritt: Er gründete die SteriPharm GmbH, um selbst entwickelte Produkte auf den Markt bringen zu können.

Zunächst entstanden verschiedene wässrige Lösungen für unterschiedliche Anwendungsbereiche. In den Neunzigerjahren setzte Schöne dann auf Folsäure-Jod-Präparate. „Die Bedeutung für den menschlichen Körper hatte er früh erkannt. Besonders wichtig war ihm, dass Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere und Stillende ausreichend mit Folsäure und Jod versorgt werden. Dazu war es nötig, die Produkte zu Preisen anzubieten, die für alle bezahlbar sind.“, sagt Coenders. 

Apothekerin Dr. Franziska Coenders, Geschäftsführerin von SteriPharm.

2002 zog Dr. Dieter Schöne mit der Firma nach Berlin-Dahlem – ganz in der Nähe zu seiner Apotheke, die er noch parallel weiter betrieb.

Im selben Jahr  wurde Dr. Franziska Coenders, ebenfalls Apothekerin und Mutter von vier Kindern, zur weiteren Geschäftsführerin von SteriPharm berufen. „Es ging dann Schlag auf Schlag, wir haben neue Folsäure-Kombi-Produkte entwickelt, und später kam mit Nausema noch ein Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit hinzu."

Die Folio-Produkt-Familie wächst kontinuierlich: Es gibt Folio-Präparate für die verschiedenen Phasen einer Schwangerschaft, jodfreie und Vitamin-D-haltige Produkte, das B-Vitamin-Präparat Nausema gegen Schwangerschaftsübelkeit und FolPlus – ein Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Gedächtnisleistung. Der größte Markt ist Deutschland, doch seit 2004 wird Folio auch nach Russland exportiert.

Im Januar 2012 verstarb Dr. Dieter Schöne in Berlin. „Wir führen das Unternehmen ganz in seinem Sinne weiter“, sagt Coenders. „Und ich denke, dass uns das auch gut gelingt.“ In der SteriPharm wird kontinuierlich an der Entwicklung neuer Präparate gearbeitet, stets in Bezug auf neueste Forschungsergebnisse. 

Ein Apotheker-Unternehmen – durch und durch 

Doch andere Unternehmen schlafen nicht: „Der Wettbewerbsdruck in der Branche ist größer geworden. Und da sich bei uns alles um Nahrungsergänzungsmittel dreht, kommen die Auflagen der Health-Claims-Verordnung und – damit verbunden – die Aktivitäten der Wettbewerbsverbände noch hinzu.“ Um jedes Wort auf einer Packung werde mittlerweile gekämpft. 

(SteriPharm)

Apotheker Dr. Dieter Schöne

Hergestellt werden die Produkte der SteriPharm seit jeher durch den Lohnhersteller Artesan GmbH & Co. KG. in Lüchow. Die Organisation, Grafik und das Marketing erledigt man inhouse in Berlin-Dahlem. Der engste Mitarbeiter war 41 Jahre in der Apotheke und im Unternehmen leitend tätig, erst vergangenes Jahr wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Doch gelegentlich schaut er noch gerne ins Büro. „Ist doch schön, so einen vertrauten Mitarbeiter nach wie vor beratend zur Seite zu wissen.“, freut sich Coenders.


Wettbewerbsdruck höher geworden 

Den stärksten Abverkauf erzielt SteriPharm mit den Produkten Folio und Folio forte: Mehr als eine Million Packungen werden jährlich verkauft. Diese Zahl lässt sich natürlich nicht endlich nach oben drehen, da sie von der Zahl der Schwangeren im Land abhängig ist. Außerdem enthält der Spender 120 Mini-Tabletten – ausreichend für vier Monate. Und da er so schön praktisch ist, ist er bei den KundInnen äußerst beliebt.

Auch wenn die Konkurrenz mit mehr Inhaltsstoffen in ihren Nahrungsergänzungsmitteln lockt, bleibt die SteriPharm ihrer Philosophie treu: Beschränkung auf die wirklich notwendigen Inhaltsstoffe, für die fundierte Studien vorliegen, und das Produkt zu einem fairen Preis anbieten. Dafür erspart man sich den Außendienst, setzt auf Messen und den guten Ruf innerhalb der Apothekerschaft. „Wir sind ja selbst Apotheker und wissen, worauf es ankommt."


nik / DAZ.online
nkuhrt@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

SteriPharm – Ihr Folsäurespezialist

Informationen am Messestand

Die Geschäftsführerin der SteriPharm GmbH & Co. KG ist verstorben

Nachruf: Zum Tod von Dr. Franziska Coenders

4. Apothekerinnen-Kongress

Sich ein Netzwerk schaffen

Die Empfehlungen der Monopolkommission und die Gegenargumente

Schon wieder ein Gutachten

Honorarerhöhung, Retaxkompromiss, Zyto-Verträge – und dann das EuGH-Urteil

Was für ein Jahr ...

0 Kommentare

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.