Ausschreibungen

Zyto-Apotheker wollen sich mit Gröhe treffen

Berlin - 09.05.2016, 13:20 Uhr

Keine Gefahr? Weil die Bundesregierung auch in Zukunft Zyto-Ausschreibungen nicht verbieten will, fordert der VZA nun ein Treffen mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). (Foto: VZA)

Keine Gefahr? Weil die Bundesregierung auch in Zukunft Zyto-Ausschreibungen nicht verbieten will, fordert der VZA nun ein Treffen mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). (Foto: VZA)


Ausschreibungen für die Zytostatika-Versorgung stehen schon seit langer Zeit in der Kritik. Die Bundesregierung sieht allerdings keinen Handlungsbedarf. Der Verband der Zytostatika herstellenden Apotheker will nun in einem persönlichen Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf die Gefahren der Ausschreibungen hinweisen.

Hintergrund der Forderung des Verbandes der Zytostatika herstellenden Apotheker (VZA) ist eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion: Die Oppositionspartei wollte wissen, wie das Bundesgesundheitsministerium (BMG) die Gefahren durch Zyto-Ausschreibungen einschätzt. Das BMG antwortete knapp und resolut: Die Arzneimittelversorgung sei nicht gefährdet, weil unabhängig davon, welche Apotheke das Arzneimittel abgebe, Apotheken immer zur zeitnahen Abgabe verpflichtet seien.

Der VZA nennt diese Aussage in einer Mitteilung „unverständlich und keinesfalls zukunftsorientiert“. In einem Gespräch mit Gröhe wolle der Verband darauf hinweisen, dass es „unmittelbare Gefahren“ gebe und außerdem die freie Apothekenwahl bedroht sei. Ärzte, Kliniken, Pflegekräfte sowie Patientenvertreter teilten die massive Kritik des VZA. Der Verband fordert nun, dass „mindestens“ das Patientenwahlrecht wieder hergestellt werde.

Gestützt sieht sich der Verband auch durch die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Michalk (CDU). Sie hatte sich auf der VZA-Jahrestagung Anfang April kritisch zu Zytostatika-Ausschreibungen und die Folgen des Bundessozialgerichtsurteils in dieser Angelegenheit geäußert. Sie erklärte, in dieser Sache das Gespräch mit der Fraktion zu suchen – was aus diesem Plan geworden ist, ist allerdings bislang nicht bekannt.

Verwunderung über ABDA-Zitierung

Das Ministerium hatte sich vor seiner Antwort an die Linksfraktion offensichtlich auch bei der ABDA erkundigt. In der Antwort wies das BMG darauf hin, dass die Zahl der Zyto-Apotheken sich zwar verringert habe. Die Arzneimittel-Versorgung sei laut ABDA aber nicht gefährdet. Der VZA wundert sich über diese Formulierung. Denn erst auf dem DAV-Wirtschaftsforum hatte Fritz Becker, Chef des Deutschen Apothekerverbandes, gefordert, dass Zyto-Ausschreibungen verboten würden.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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