DAZ-Tipp aus der Redaktion

Bitte nachfragen!

Stuttgart - 06.05.2016, 12:00 Uhr

Was ist Beratungs-Praxis in der Apotheke? Ein Thema in der DAZ Nummer 18. (Foto: (Foto: WavebreakMediaMicro / Fotolia)

Was ist Beratungs-Praxis in der Apotheke? Ein Thema in der DAZ Nummer 18. (Foto: (Foto: WavebreakMediaMicro / Fotolia)


Hand aufs Herz: Wie reagieren Sie, wenn ein Patient gezielt eine Aspirin verlangt? Holen Sie sofort eine Packung? Oder versuchen Sie in einem konstruktiven Beratungsgespräch den Präparatewunsch zu hinterfragen? Wie sehr sich die Einkaufskultur aus der Welt des Einzelhandels in die Apotheke „eingeschlichen“ hat, zeigt der Praxis-Beitrag in der aktuellen DAZ.

Wenn ein Patient in Ihre Apotheke kommt und gezielt nach Aspirin fragt: Greifen Sie hinter sich und holen eine Packung? Oder hinterfragen Sie den Präparatewunsch? Für wen ist das Arzneimittel bestimmt? Ist der Patient bestmöglich versorgt? Benötigt er eine begleitende Therapie oder Nachbehandlung? Wie sehr sich die Einkaufskultur aus der Welt des Einzelhandels in die Apotheke „eingeschlichen“ hat, zeigt der Praxis-Beitrag in der aktuellen DAZ, den ich Ihnen sehr ans Herz legen möchte. 

Die Auswertung von Pseudo-Customer-Besuchen hat gezeigt, dass wahrscheinlich das Erstere der Fall sein wird. Schilderte der Patient ein Symptom, fand fast immer ein Beratungsgespräch statt. Wurde aber ein konkreter Präparatewunsch ausgesprochen, wurde nur in der Hälfte aller Fälle beraten. Wie man dieses Phänomen erklären kann, erfahren Sie im lesenswerten Praxis-Beitrag von „‘Einmal Aspirin bitte!‘ Konstruktiv beraten ­ auch und gerade bei konkretem Präparatewunsch“.

Es wird erschreckend deutlich, wie sehr sich die Einkaufskultur aus der Welt des Einzelhandels in die Apotheke „eingeschlichen“ hat. Dabei ist und bleibt die Apotheke ein „außergewöhnlicher Einzelhandel“ und das Arzneimittel eine besondere Ware mit exklusivem und besonderem Charakter. Kassieren, Quittieren und Verpacken ist ganz gewiss kein Alleinstellungsmerkmal der Apotheke. Apotheker Dr. Armin Edalat zeigt, dass im Interesse der Arzneimitteltherapiesicherheit, der Genesung und der aktiven Kundenbindung auch bei einem konkreten Präparatewunsch des Patienten oder Kunden die Devise gelten sollte: „Ein Satz geht immer“. 

DAZ-Redakteurin Dr. Carolina Kusnick

Und unbedingt auch lesenswert: Die Beiträge zum Thema Prostata. Klagen Männer über Probleme beim Wasserlassen und über Erektionsstörungen, so sollte das nicht belächelt werden als natürlicher Alterungsprozess des Mannes. Plötzliche Miktions- und Erektionsstörungen können auf ein bereits fortgeschrittenes Prostatakarzinom hinweisen. Die Therapie ist komplex und hängt sehr stark vom individuellen Risikoprofil ab. Nicht unterschätzt werden darf die Nachsorge. Auch noch Jahre nach der Primärtherapie eines Prostatakarzinoms kann es zu einem lokalen Rezidiv kommen. Daher sollte auch bei symptomfreien Patienten die Tumornachsorge jährlich fortgesetzt werden. 

Phytotherapeutika bei milden Formen durchaus hilfreich

Und wann können pflanzliche Arzneimittel bei Beschwerden der Prostata eingesetzt werden? Prof. Dr. Robert Fürst und Dr. Ilse Zündorf vom Institut für Pharmazeutische Biologie der Goethe-Universität Frankfurt haben das aktuelle Studienmaterial gesichtet. Sie zeigen, dass Phytotherapeutika bei milden Formen des benignen Prostatasyndroms durchaus hilfreich sind. Und als Unterstützung bei der Frage, welche Extrakte empfohlen werden können, leiten sie eine Einschätzung der Evidenz von Extrakten aus Kürbis, Sägepalmenfrüchten, Roggen und Brennnessel ab.

Für ein entspanntes sorgenfreies Wochenende eher weniger empfehlenswert ist die „Analyse der Apotheken-Wirtschaftsdaten 2015 des Deutschen Apothekerverbands“, verfasst durch den langjährigen Geschäftsführer des Apothekerverbands Nordrhein, Dipl.-Math. Uwe Hüsgen. Nicht etwa weil der Beitrag langweilig oder schlecht geschrieben ist, nein, eher wegen der trüben Aussichten: Die Zahl der Apothekenbetriebsstätten wird vermutlich weiter abnehmen, und es sind keine Impulse für Ergebnisverbesserungen zu erkennen. Die vielsagende Überschrift des Beitrages: „Weiter ohne Perspektive“.  

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen der DAZ! 

DAZ-Redakteurin Dr. Carolina Kusnick 



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