Hubertus-Apotheke in Langengeld

Traditions-Apotheke wagt Sprung von 107 Jahren

Langenfeld - 27.04.2016, 09:15 Uhr

(Fotos: Hubertus Apotheke) Fotostrecke

(Fotos: Hubertus Apotheke)


Räumlich gesehen ist die Hubertus-Apotheke im rheinischen Langenfeld nur ein Haus weiter gezogen, zeitlich macht die älteste Offizin der Stadt aber einen beachtlichen Schritt von der Vergangenheit in die Zukunft. Am Dienstag feierte Apothekerin Petra Schultz die Wiedereröffnung in neuen Räumen.

2009 feierte die Hubertus-Apotheke in der 59.000-Einwohner-Stadt Langenfeld im Rheinland nahe Düsseldorf ihr 100-jähriges Bestehen. Am vergangenen Dienstag feierte Apothekerin Petra Schultz die Wiedereröffnung der Traditions-Apotheke in neuen, viel größeren Räumen.

„Wir hatten in den alten Räumen einfach nicht mehr genügend Platz“, sagt sie. Es habe sich in der Offizin regelrecht gedrängelt. Und als sich die Gelegenheit ergeben hatte, direkt nebenan in neue große Räume umzuziehen, habe sie diese beim Schopf gepackt. Dabei kehrte sie dem 109 Jahre alten Haus Nummer 35 mit einem lachenden und einem weinenden Auge den Rücken. „Es tut einem natürlich schon leid, die Apotheke war dort diese lange Zeit.“ Und es sei ein schönes altes Haus, über das es auch so manche Geschichte zu entdecken gegeben habe. Für die Festschrift im Jahr 2009 hatte Schultz manches gar aus dem Stadtarchiv im benachbarten Düsseldorf darüber recherchiert.

Zu eng für die Apotheke - und keine Barrierefreiheit

Doch die Enge, Stufen in der Apotheke und nicht einmal die Möglichkeit, eine automatische Tür einzubauen, hätten es schließlich nötig gemacht, umziehen. Letztlich seien in der alten und nun auch in der neuen Apotheke die Kunden von drei ehemaligen Offizinen zusammengekommen. 2001 vereinigte Schultz die Sonnen-Apotheke, in der sie 1998 in Langenfeld erstmals selbstständig wurde, mit der Hubertus-Apotheke, 2004 kam die Ahorn-Apotheke hinzu – alle an einem Standort zur Hubertus-Apotheke vereint. „Ich habe ja aus drei Apotheken eine gemacht“, sagt Schultz.

Nun treffe die Tradition der Hubertus-Apotheke als älteste der Stadt und ihr Geist auf die Moderne, sagt Schultz. Dass auch die Letztere ihre Tücken hat, insbesondere in Form moderner Technik musste die Apothekerin noch bis zum späten Montagnachmittag erleben. „Da kamen noch die letzten Handwerker und dann fiel mal das eine, mal das andere der neuen Systeme aus.“ Nun laufe aber alles und Schultz und ihr Team blickten nach dem ersten fließenden Übergang mit einem Soft-Opening am Montag der offiziellen Wiedereröffnung am Dienstag optimistisch entgegen.

Beratung gibt es mit einem Touchscreen

„Die Kunden, die schon da waren, waren jedenfalls begeistert“, sagt Schultz. Zur modernen Einrichtung gehört etwa ein Info-Point am insgesamt modernen neuen HV-Tisch. Denn dort, an einem von fünf Beratungs-Plätzen, befindet sich nun ein großer Touchscreen, der helfen wird, die Beratung noch plastischer zu machen.

Insgesamt sollen die neuen Räume eine Wohlfühl-Atmosphäre verströmen, sagt die Inhaberin, die die Hubertus-Apotheke nun seit 15 Jahre leitet. Dazu gehört unter anderem ein Trinkwasser-Brunnen, der nicht nur den Patienten zur Verfügung steht, die eine Tablette einnehmen wollen. Im Obergeschoss der jetzt 300 Quadratmeter umfassenden Offizin befindet sich nun ein großer „super-toller Multifunktions-Raum“, erklärt Schultz. Darin wird es in Zukunft Seminare geben und Mitarbeiter-Schulungen, aber es wird auch gekocht, wenn in den Kursen zum „Leichter Leben in Deutschland“, die Schultz durchführt, gesunde Ernährung auf dem Programm steht.

Torte vom Team der Apotheke

Auch die 16 Mitarbeiter der Apotheke seien begeistert und hätten beim Umzug kräftig mit angepackt. „Die waren superschnell“, lobt die Chefin ihre Angestellten. „Ich bin begeistert von ihnen“, sagt sie. Von den Mitarbeitern gab es dann auch eine Torte in der Farbe der Apotheke, einem hellen Grün, zur Wiedereröffnung. Auch für sie wird die Arbeit in Zukunft etwas komfortabler. Statt etwa wie bisher die Arzneimittel für die Patienten aus Regalen zu suchen, gibt es die Medikamente nun vom im Keller eingebauten Kommissionier-Automaten geliefert, während für die Beratung nun mehr Zeit zur Verfügung steht.

In die Zukunft gehe man mit der modernen Apotheke mit einem positiven Rückenwind. Man habe den Kunden nun eine moderne Wohlfühl-Apotheke zu bieten und das ganz im besten Geiste der traditionsreichen 109 Jahre alten Hubertus-Apotheke.


Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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