Geschäftsjahr 2015

Boehringer zufrieden – und stellt sich neu auf

Ingelheim - 19.04.2016, 13:00 Uhr

Boehringer präsentierte auf der Bilanzpressekonferenz am 19. April die Zahlen für das Geschäftsjahr 2015. (Foto: wes / DAZ)

Boehringer präsentierte auf der Bilanzpressekonferenz am 19. April die Zahlen für das Geschäftsjahr 2015. (Foto: wes / DAZ)


Für Boehringer Ingelheim war das Jahr 2015 erfolgreich. Nun will die Firma ihr Geschäft auf die forschungsgetriebenen Bereiche verschreibungspflichtige Arzneimittel, Tiergesundheit und Biopharmazeutika fokussieren. Das US-amerikanische Generika-Geschäft wurde bereits verkauft, das OTC-Geschäft soll in diesem Jahr abgegeben werden.

Währungsbereinigt stieg der Konzernumsatz um 4,1 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro im Jahr 2015. Bei einem Betriebsergebnis von 2,3 Milliarden Euro bedeutet dies eine Umsatzrendite von 15,3 Prozent. Und so konnte Boehringer-Vorstandschef Barner seine letzte Bilanzpressekonferenz am 19. April in Ingelheim mit den Worten einleiten: „2015 war ein erfolgreiches Jahr, wir haben bedeutende medizinische Fortschritte erzielt, gleichzeitig konnten wir wichtige strategische Weichen stellen."

OTC gegen Tierarzneimittel

Mit diesen strategischen Weichenstellungen ist nicht nur der geplante Verkauf der OTC-Sparte Boehringer Consumer Health Care (CHC) an Sanofi gemeint, sondern auch der bereits abgeschlossene Verkauf der US-Generikasparte Roxane an den Mitbewerber Hikma in 2015.

Im Verlauf des Jahres will Boehringer sein OTC-Geschäft, das 2015 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro (+ 4,1 Prozent) gemacht hat, gegen das Tierarzneimittel-Segment von Sanofi tauschen. Da deren Veterinärsparte Merial jedoch mehr wert ist als Boehringer CHC, müssen die Ingelheimer noch 4,7 Milliarden Euro aus ihrer „Spardose“ obendrauf legen. Bis Ende Juni sollen die Verträge unterschrieben sein, der weitere Zeitplan sei dann auch von den Wettbewerbsbehörden in Europa wie den USA abhängig, wie Barner auf der Bilanzpressekonferenz erklärte.

Investition in die biopharmazeutische Produktion

Gleichzeitig plant Boehringer die größte Einzelinvestition seiner Geschichte, um seine biopharmazeutische Produktion in Wien auszubauen. In diesem Bereich ist Boehringer als Auftragshersteller für Dritte tätig, ein Geschäft, das mit einem Umsatz von etwa 0,6 Milliarden Euro zwar nur 4 Prozent zum Konzernumsatz beitrug, aber mit einem Plus von 15 Prozent stark gewachsen ist.

Insgesamt konzentriert sich die Strategie des Unternehmens in den kommenden Jahren also ganz auf die forschungsgetriebenen Segmente verschreibungspflichtige Arzneimittel, Tiergesundheit und Biopharmazeutika.

Führungswechsel zum 30. Juni

Der Vorstandsvorsitzende Andreas Barner verlässt den Boehringer-Vorstand zum 30. Juni und wechselt in den Gesellschafterausschuss des Familienunternehmens. Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzvorstand Hubertus von Baumbach, der einer der Eigentümerfamilien von Boehringer Ingelheim angehört.


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1 Kommentar

Boehringer

von Kerstin Wilke am 19.04.2016 um 18:21 Uhr

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