Saisonale INfluenza

Grippe langsam auf dem Rückzug

Berlin - 06.04.2016, 17:30 Uhr

Die Zahl der Infektionen geht zwar zurück, aber die Grippe zwingt immer noch viele ins Bett. (Foto: Sven Vietense / Fotolia)

Die Zahl der Infektionen geht zwar zurück, aber die Grippe zwingt immer noch viele ins Bett. (Foto: Sven Vietense / Fotolia)


Die Grippewelle in Deutschland klingt nach der jüngsten Auswertung der Arbeitsgemeinschaft Influenza beim Robert-Koch-Institut langsam ab. Insgesamt verläuft die Grippesaison bisher weniger heftig als 2014/15,  jedoch stärker als 2013/14. Dabei dominiert ein Grippevirus vom Typ B.

Mit bundesweit rund 5100 bestätigten Grippefällen lagen die Zahlen für die erste Aprilwoche deutlich unter den März-Zahlen mit Spitzenwerten von rund 9900 Fällen pro Woche. Eine erhöhte Virenaktivität bei Atemwegserkrankungen gab es aber weiter im Westen und Osten des Landes, zum Beispiel in Hessen, Berlin und Brandenburg. Im Vorjahr meldete vor allem der Süden hohe Krankenstände.

Dabei wurden seit Beginn der Saison im im nationalen Rerenzzentrum am häufigsten Influenza B-Viren (52 Prozent), gefolgt von Influenza A(H1N1)pdm09-Viren mit 45 Prozent nachgewiesen, A(H3N2)-Viren wurde mit 3 Prozent nur selten identifiziert. 

Allerdings gab es im Saisonverlauf eine Veränderung bei den zirkulierenden Virenstämmen: War zu Beginn der Grippewelle einige Wochen lang das Virus A(H1N1)pdm09 („Schweinegrippe“) dominant, so verzeichnet Influenza Typ B inzwischen einen immer größeren Anteil: Er ist von 23 Prozent in der 5. Kalenderwoche auf 80 Prozent in der 13. Kalenderwoche gestiegen. 

De Impfstoff schein nicht optimal

Damit hat sich die Befürchtung mancher Mediziner bewahrheitet, die bereits im Herbst zur Verwendung des Vierfach-Impfstoffs rieten. Denn der in Deutschland zumeist verwendete – weil rabattierte – Dreifach-Impfstoff sei angesichts des aktuell in Deutschland vorkommenden B-Stammes nicht passgenau, warnten Experten.  Er enthält die Influenza-B-Komponente B/Yamagata , die laut GlaxoSmithKline,dem Hersteller des tetravalenten Impfstoffs, in dieser Saison nicht mehr häufig vorkommt.  Der Vierfach-Impfstoff enthält zusätzlich die B/Victoria-Linie und damit beide vorkommenden B-Stämme.

Da GSK bei den Ausschreibungen der Krankenkassen für Grippeimpfstoffe nicht mitbietet – was die Kassen für eine Dosis zahlen, ist für das Unternehmen nicht diskutabel –  ist der Impfstoff derzeit  Privatversicherten und Selbstzahlern vorbehalten.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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