Apothekenkooperation

Avie erreicht 200er-Marke

Stuttgart - 05.04.2016, 10:35 Uhr

Sie freuten sich über Umbau-Unterstützung durch die Kooperation: Ehepaar Boving in der Apotheke im Ärztehaus in Neresheim. (Foto: Avie)

Sie freuten sich über Umbau-Unterstützung durch die Kooperation: Ehepaar Boving in der Apotheke im Ärztehaus in Neresheim. (Foto: Avie)


Die „Apotheke im Ärztehaus“ in Neresheim ist die 200. Avie-Partnerapotheke. Die zum Arzneimittel-Importeur Kohl gehörende Apothekenkooperation wächst: Seit 2010 hat sie die Zahl ihrer Mitglieder verdoppelt.

„Avie will weiter wachsen“, gibt Thomas Zenk, seit 2010 Geschäftsführer der Apothekenkooperation, die Richtung vor. Allerdings dürfe man dabei auch die schon bestehenden Partner nicht vergessen. Deshalb müssten Neuerungen auch für die bestehenden Mitglieder umsatzbar sein.

Ein Grund, auch seine neue Apotheke als Avie-Apotheke zu führen, sei neben den Marketing-Instrumenten vor allem die Unterstützung beim Umbau gewesen, sagt der Inhaber der 200. Partner-Apotheke, Jens Boving. Damit sind insgesamt drei seiner vier Apotheken in Ellwangen und Umgebung bei dem „Apotheken-Qualitätsverbund“, wie Avie sich selbst nennt.

Auch bei Avie ist man davon überzeugt, dass dieses Umbau-Konzept neue Mitglieder anlockt. Seit einiger Zeit bietet die Kooperation einen „Wochenend-Umbau“ an, bei dem die Offizin von Donnerstagabend bis Sonntag umgebaut wird. Lange Schließzeiten oder Provisorien in Containern o.ä. sollen damit der Vergangenheit angehören. Bislang wurden sechs Offizinen nach dem im Herbst 2015 vorgestellten Konzept umgebaut. Der Umbau an einem Wochenende sei aber, wie auch das „normale“ Ladenbau-Konzept, nur ein Baustein des modularen Unterstützungskonzepts für Apotheken, wie ein Sprecher betont. Avie will nach eigenem Anspruch das „individuelle, freiberufliche Unternehmertum“ mit den Dienstleistungen der Systemzentrale im Hintergrund verknüpfen. Diese reichten vom Marketing über Category Management bis zum Lieferanten-Management.

Kooperationen in Deutschland

79 Apothekenkooperationen gibt es laut ihrem Bundesverband BVDAK in Deutschland, zwischen 75 und 90 Prozent aller Apotheken sind – je nach Quelle – Mitglied in (mindestens) einer von ihnen. Die ganz großen Verbünde mit tausend und mehr Mitgliedern gehören mit Ausnahme von Linda alle einem pharmazeutischen Großhändler. Doch auch bei den kleineren Kooperationen können im Hintergrund größere Unternehmen stehen. Die Avie GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Kohl Medical AG. Zu diesem Unternehmensverbund gehört auch Kohl Pharma, nach eigenen Angaben marktführender Arzneimittel-Importeur in Europa.

Mit ihren nun 200 Mitgliedern setzt sie sich, was die Mitgliederzahl angeht, von Konkurrenten wie den farma-plus-Apotheken (knapp 40 Mitglieder) oder den Easy-Apotheken (ca. 100 Mitglieder) ab. Zu den größeren Verbünden wie „Gesund ist bunt“ (Parmapharma, rund 350 Apotheken) oder den „Guten Tag Apotheken“ (ELAC Elysee, rund 450 Apotheken) besteht aber doch ein gewisser Abstand. 


Dr. Benjamin Wessinger (wes), Apotheker / Herausgeber / Geschäftsführer
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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