Wochenschau

Welchen Mehrwert hat die Steuer?

Stuttgart - 03.04.2016, 08:00 Uhr

(Foto: Finkenherd / Fotolia)

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Während Tüten-Gebühren steuerlich keine großen Fragen aufwerfen, bleibt auch diese Woche unklar, ob die Staatsgrenzen für die Umsatzsteuer nur eine halb-durchlässige Membran sind. Die Wochen-Highlights von DAZ-online-Redakteur Hinnerk Feldwisch-Drentrup.

Tricksen ausländische Versandapotheken, was die deutsche Umsatzsteuer anbelangt – beispielsweise um Boni gegenzufinanzieren? Das Institutionskennzeichen spielt bei der korrekten Einordnung der Zahlungspflicht eine entscheidende Rolle. Können die Krankenkassen erkennen, dass sie die Steuer abführen müssen – oder tun dies die Versandapotheken selber? Die Antworten der letzten Tage blieben kryptisch, doch ist immerhin das Bundesfinanzministerium derzeit dabei, die Hintergründe aufzuklären.

Glasklar ist die Lage hingegen bei der Steuerpflicht für Plastiktüten, die Apotheker zukünftig nur noch gegen Gebühr abgeben sollten – der Umwelt zuliebe. Wie immer gehen 19 Prozent an die Staatskasse. Der Vorstand des Apothekerverbands Baden-Württemberg hat sogar über die Frage beraten, wie die Centbeträge im Kassensystem verbucht werden sollten. Sollten bei den Sitzungen regelmäßig zuckerhaltige Erfrischungsgetränke konsumiert werden, so darf der Verband aufatmen: Der Bundesernährungsminister plant erstmal nicht, mit einer Softdrink-Steuer steigende Ausgaben in der Verbandskasse zu verursachen.

(Foto: DAZ.online)

Hinnerk Feldwisch-Drentrup

Zählen Daten?

Und sei es nur das Gewicht: Gesundheitsdaten sind ein gefährlicher Schatz, denn Krankenversicherungen wollen sie gerne nutzen, um Risikoprofile ihrer Kunden zu erstellen. Daten sind zwar wertvoll, können aber auch flexibel interpretiert werden: Krankenhäuser müssen zwar Qualitätsberichte erstellen, verschleiern Missstände jedoch oft erfolgreich.

Und da auch immer mehr in der Forschung erfasst werden soll, wie innovativ Wissenschaftler sind, wurde kürzlich ein einheitlicher Standard verabschiedet und festgelegt, was in den nächsten Jahren zählt. Kritiker befürchten, dass Wissenschaftler noch mehr als bisher auf ihre scheinbare „Performance“ schielen – und Kreativität verhindert wird.

Arzneimittel für Problemregionen

Ärzte ohne Grenzen fürchtet, dass die wieder aufgetauten Verhandlungen zu einem indisch-europäischen Freihandelsabkommen die „Apotheke der Armen“ schließen könnten. Denn dem Land könnten Exportbeschränkungen auferlegt werden, so dass es günstige Generika nicht mehr ausführen dürfte, wenn europäische Hersteller Urheberrechtsverletzungen geltend machen. Eine neu entwickelte Pharmafabrik in Schrankgröße ist dank Flow-Chemie technisch zwar spannend, doch dürfte sie in Krisenregionen in nächster Zeit noch nicht helfen, Arzneimittel vor Ort herzustellen.

Wie halten wir es mit der Ethik?

Auch gut 10 Wochen nach dem tödlichen Zwischenfall in Rennes ist noch unklar, was die schweren Nebenwirkungen verursacht hat und welche Vorsichtsmaßnahmen sie hätten verhindern können. Während die französische Arzneimittelbehörde bisher sehr zurückhaltend agiert, gibt es deutliche Kritik von Medizinethikern und Experten aus dem Ausland. Doch sorgen sich die Ethikkommissionen in Deutschland, ob sie zukünftig noch unabhängig arbeiten können – denn der Entwurf für die vierte AMG-Novelle schränkt ihre Entscheidungsmöglichkeiten ein. So müssten BfArM und Paul-Ehrlich-Institut die Ethik-Voten nicht mehr zwingend befolgen, und neue Registrierungspflichten könnten Interessenkonflikte verursachen.

Vergangene Woche auch noch lesenswert

5,9 MILLIONEN EURO: So viel Geld spendet die Pharmaindustrie

ZU SCHÖN, UM WAHR ZU SEIN: BMG retaxiert Krankenkassen 

TÜRKEI: Neue Bestechungsvorwürfe gegen Pharmakonzern Novartis

FRÜHE NUTZENBEWERTUNG: IQWiG sieht beträchtlichen Zusatznutzen für Sacubitril/Valsartan


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Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

18 Kommentare

Terminverschiebung des Tagebuchs

von Heiko Barz am 04.04.2016 um 14:55 Uhr

Zu sehen ist hier eine ganz besondere Informationsfreudigkeit , die man gerne feststellen kann.
Auf dieser Plattform jedenfalls gibt es wesentlich mehr konstruktive Kommentare der Kollegen als im Pflichtorgan PZ.
Vergleichbar der Menge an Kommentaren könnte man zahlenmäßig 1 PZ zu 20 DAZ aufrechnen.
Auch beim Vergleich der Foren beider Zeitungen kann so ein Verhältnis festgestellt werden, wenn man deren Beiträge liest. Es wird festgestellt, dass alle 4 - 5 Ausgaben der PZ ein Kollegenkommentar zu lesen ist.
Natürlich ist es für Beteiligte interessant, wenn Examensklassen mit Bild erscheinen, Skilaufergebnisse vom Schladminger - Event ausgewiesen werden, von Exkursionen in die Pflanzenwelt des Gardasees berichtet wird usw., aber konstruktive Kritik findet anscheinend auf den Seiten der PZ nicht statt.
Wie interessant dagegen sind die Berichte von P. Ditzel und anderer Kommentatoren und ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Kollegen sich sang- und klanglos aus der medialen Welt verabschieden.
Deswegen: bitte weiter so!

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Terminverschiebung des Tagebuchs

von Heiko Barz am 04.04.2016 um 14:54 Uhr

Zu sehen ist hier eine ganz besondere Informationsfreudigkeit , die man gerne feststellen kann.
Auf dieser Plattform jedenfalls gibt es wesentlich mehr konstruktive Kommentare der Kollegen als im Pflichtorgan PZ.
Vergleichbar der Menge an Kommentaren könnte man zahlenmäßig 1 PZ zu 20 DAZ aufrechnen.
Auch beim Vergleich der Foren beider Zeitungen kann so ein Verhältnis festgestellt werden, wenn man deren Beiträge liest. Es wird festgestellt, dass alle 4 - 5 Ausgaben der PZ ein Kollegenkommentar zu lesen ist.
Natürlich ist es für Beteiligte interessant, wenn Examensklassen mit Bild erscheinen, Skilaufergebnisse vom Schladminger - Event ausgewiesen werden, von Exkursionen in die Pflanzenwelt des Gardasees berichtet wird usw., aber konstruktive Kritik findet anscheinend auf den Seiten der PZ nicht statt.
Wie interessant dagegen sind die Berichte von P. Ditzel und anderer Kommentatoren und ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Kollegen sich sang- und klanglos aus der medialen Welt verabschieden.
Deswegen: bitte weiter so!

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Dieser Kommentar wurde von der Redaktion aufgrund eines Verstoßes gegen die allgemeinen Verhaltensregeln gelöscht.

Entzugserscheinungen...

von Bernd Jas am 03.04.2016 um 13:36 Uhr

...verleiten manchmal zu merkwürdigen Äußerungen. Das ist besonders bemerkenswert, wenn man einer zwölfjährigen ihr Smartphone wegnimmt.

Also ich gehe mal davon aus, dass es an technischen Problemen liegt. Oder der Redakteur hat sich verditzelt.

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AW: Tagebuch

von DAZ.online-Redaktion am 03.04.2016 um 13:41 Uhr

Genau richtig erkannt, lieber Herr Jas. Wir haben technische Probleme. Wir arbeiten daran und bitten um ein wenig Geduld. das Tagebuch wird nachgeliefert.
Einen schönen Sonntag! Ihre DAZ.online-Redaktion

P.D. fehlt uns!

von Christoph Mauz am 03.04.2016 um 12:56 Uhr

Wo bleiben meine Kommentare? Oder wird man jetzt schon zensiert, weil man P.D. vermisst und ihm nur einen erholsamen Urlaub (hoffentlich) wünscht?

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Tagebuch

von DAZ.online-Redaktion am 03.04.2016 um 13:55 Uhr

Keine Sorge, lieber Herr Mauz, Herr Ditzel kommt wieder und auch das Tagebuch von dieser Woche versuchen wir, so schnell wie möglich zugänglich zu machen, Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Einen schönen Sonntag noch! Ihre DAZ.online-Redaktion

Keine journalistische Lust mehr?

von Ulrich Ströh am 03.04.2016 um 12:44 Uhr

Ich hoffe sehr,dass es nur ein technisches Problem ist,warum das Tagebuch heute entfällt!

Über eine zeitnahe Antwort aus dem Off oder aus Stuttgart freue ich mich.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Nur ein technisches Problem?

von Gunnar Müller, Detmold am 03.04.2016 um 13:06 Uhr

Habe P. Ditzel gegen 10h und Dr. Wessinger eine gute Stunde später angeschrieben und auf die Situation aufmerksam gemacht - in beiden Fällen bislang ohne Anwort bzw. 'sichtbares' Ergebnis........
Soll's das gewesen sein bei resp. mit 'daz online' ?

AW: Tagebuch

von DAZ.online-Redaktion am 03.04.2016 um 13:51 Uhr

Lieber Herr Ströh, lieber Herr Müller,
ja, es ist ein technisches Problem. Wir arbeiten daran, es zu lösen, Und bitten Sie um ein wenig Geduld. Das Tagebuch liefern wir natürlich nach. Einen schönen Sonntag noch! Ihre DAZ.online-Redaktion

Ditzel-Rubrik "L E T Z T E Woche" oder wo bleibt die Rückzahlung der Vergnügungssteuer?

von Dr. Mauz am 03.04.2016 um 12:38 Uhr

Ja ist denn schon wieder Weihnachten? Da habe ich mich ja daran gewöhnt, am Sonntagsfrühstückstisch auf DITZEL verzichten zu müssen, aber nach Ostern? Ich hoffe er geniesst in Südfrankreich einen verdienten Urlaub und erfreut uns danach wieder mit seinen Schmankerln....
Denn so darf es nicht weitergehen - ohne P.D.!!

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Ditzel-Rubrik "L E T Z T E Woche"

von Dr. Mauz am 03.04.2016 um 12:36 Uhr

Ja ist denn schon wieder Weihnachten? Da habe ich mich ja daran gewöhnt, am Sonntagsfrühstückstisch auf DITZEL verzichten zu müssen, aber nach Ostern? Ich hoffe er geniesst in Südfrankreich einen verdienten Urlaub und erfreut uns danach wieder mit seinen Schmankerln....
Denn so darf es nicht weitergehen - ohne P.D.!!

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DAZ

von Karl Friedrich Müller am 03.04.2016 um 12:12 Uhr

Vielleicht ist Herr Ditzel in Urlaub oder endgültig in Rente? Auf den Bildern sah er doch sehr müde aus. (Das ist eine Feststellung und nicht negativ)
Mit der neuen Kolumne jedoch verfolgt die DAZ konsequent ihre ABDA hörige und unkritische Haltung zur Standespolitik. Oder wie immer man deren Nichtvorhandensein nennen will.
Repressalien gegen Apotheken und Apotheker wurden beflissen für gut befunden, ob Pseudocustomer, Bürokratie oder sonstige Grausamkeiten, die uns nur die Zeit stehlen, bei der ABDA aber als Qualität verkauft werden.
Herr Ditzel dürfte dann, quasi als Feigenblatt, so mein Empfinden, die Dinge sonntags zurechtrücken. Leider, leider gab es dazu auch noch offene Kommentare, die offensichtlich so unerwünscht waren, dass man versucht hat, diese zu unterdrücken und zu disziplinieren. Hat halt nicht funktioniert, obwohl es tatsächlich immer weniger Spaß machte, weil immer weniger Kollegen sich zu Wort meldeten.
So ist es nur konsequent, wenn man den letzten Anflug von Kritik an den Zuständen unserer Standespolitik und -Politiker auch noch eliminiert. Grabesruhe ist erwünscht.

» Auf diesen Kommentar antworten | 3 Antworten

AW: Ditzel-Rubrik "L E T Z T E Woche" oder wo bleibt die Rückzahlung der Vergnügungssteuer?

von Dr. Mauz am 03.04.2016 um 12:42 Uhr

Wir wollen unseren "alten" Peter Ditzel wieder haben.....

AW: Ditzel-Rubrik "L E T Z T E Woche" oder wo bleibt die Rückzahlung der Vergnügungssteuer?

von Dr. Mauz am 03.04.2016 um 12:43 Uhr

Wir wollen unseren "alten" Peter Ditzel wieder haben.....

AW: Tagebuch

von DAZ.online-Redaktion am 03.04.2016 um 14:04 Uhr

Lieber Herr Müller,
Ditzel Tagebuch wird es weiterhin in der gewohnten Form geben. keine Sorge. Heute ist es leider Opfer technischer Probleme geworden. Wir versuchen, die zu lösen und bitten um ein wenig Geduld. Es wird selbstverständlich nachgeliefert.
Noch zu ihrer Info: Die Wochenschau ist übrigens nicht neu, sondern erscheint schon eine ganz Weile Samstags. Sie ist auch weniger als Kolumne gedacht, sondern soll lediglich ein Rückblick auf die vergangene Woche des jeweiligen Redakteurs sein.
Einen schönen Sonntag noch! Ihre DAZ.online-Redaktion

Armutszeugnis

von Reinhard Rodiger am 03.04.2016 um 11:16 Uhr

Was ist geschehen? Da wird eine seit Jahren excellente Kolumne auf seltsame Weise entsorgt und durch ein unglaublich einfältiges unkritisches weichgespültes Etwas ersetzt.Das ist unwürdig. Zuerst gegen über Herrn Ditzel und auch gegenüber den Lesern. Die erwarten kritischen klaren und auch provozierende Kommentierung. Für Alltagsplattitüden braucht es keine Fachzeitung.

Allein in den paar Zeilen, die vom Tagebuch "Ditzel" zu lesen waren,stand mehr zu erwarten als hier kam.

Wer hat veranlasst, dass sich die DAZ aus dem kritischen Journalismus verabschiedet? Das ist ein Armutszeugnis erster Ordnung.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Tagebuch

von DAZ.online-Redaktion am 03.04.2016 um 13:47 Uhr

Lieber Herr Rodiger,
Herr Ditzel wird nicht "entsorgt", sondern ist leider heute Opfer eines technischen Problems geworden. Deswegen ist die Wochenschau, die mitnichten ein Ersatz des Tagebuchs sein soll und auch kein Kommentar sondern nur ein Rückblick des jeweiligen Redakteurs, auf der Seite nach oben gerutscht. Wir haben keineswegs vor, uns aus dem kritischen Journalismus verabschiedet.
Wir versuchen, das Problem zu lösen und bitten um Nachsicht. Das Tagebuch wird nachgeliefert.
Einen schönen Sonntag noch!
Ihre DAZ.online-Redaktion

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