Alter und Neuer Vorsitzender AV Rheinland-Pfalz

Apotheker lassen sich „nicht zu Sklaven der Kassen machen“

Mainz - 21.03.2016, 13:51 Uhr


Die Mitglieder des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz wählten am Sonntag für die Amtsperiode bis 2020 einen neuen Vorstand. Der alte und neue Vorsitzende Theo Hasse sparte nicht mit Kritik an den Krankenkassen. 

Auf ihrer Jahresversammlung wählten die Mitglieder des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz am Sonntag einen neuen Vorstand - jeweils für die Amtsperiode 2016 bis 2020:

  • Theo Hasse wurde als 1. Vorsitzender in seinem Amt bestätigt. Der Apotheker aus Zerf führte bereits die vergangenen vier Jahre den Wirtschaftsverband an. Er verantwortet die strategische Ausrichtung des Verbandes und damit die Ressorts Wirtschafts-, Sozial und Standespolitik. Auf Bundesebene führt er zusätzlich den Vorsitz des ADA - Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken. 

  • Auf der Position des 2. Vorsitzenden bestätigten die LAV-Mitglieder Bernhard Pohlmann, Apotheker aus Hamm, in seinem Amt. Pohlmann ist im Verband verantwortlich für den großen Bereich der GKV-Verträge und damit für die Verhandlungen mit den Krankenkassen sowie für alle weiteren Tax- und Krankenkassenfragen. Zusätzlich leitet Pohlmann den Schlichtungsausschuss. 

  • Zum 3. Vorsitzenden wählte die LAV-Mitgliederschaft den Landauer Apotheker Andreas Hott, der ebenfalls bereits in der vergangenen Legislaturperiode dem Vorstand angehörte. Hott unterstützt die Vorstandsarbeit durch intensive Kontakte zum Apothekenrechenzentrum ARZ und zu CIDA. Er arbeitet ebenfalls im Schlichtungsausschuss mit und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. 

  • Mit Dr. Jan-Niklas Francke wählten die Mitglieder des Verbandes auf die Position des 1. Beisitzers ebenfalls einen Apotheker, der bereits in der vergangen Periode dem Vorstand angehörte. Der Emmelshausener Pharmazeut verantwortet für den Verband die Bereiche Seminare und Fortbildungen und kümmert sich um die Weiterentwicklung der Mitgliederbetreuung. 

  • Neu in den Vorstand wurde die Wormser Apothekerin Petra Engel-Djabarian gewählt. Sie war bereits einige Jahre Mitglied des sogenannten „Erweiterten Vorstands“ des Verbandes und übernimmt nun mehr Verantwortung auf der Position der 2. Beisitzerin des regulären Vorstands. 

  • Zu Kassenprüfern wurden die Apotheker Jürgen Brüggemann und Mathias Klose gewählt. 

Vor den Wahlgängen hatte der Vorstand Rechenschaft über das abgelaufene Jahr abgelegt. Verbandsvorsitzender Theo Hasse trat dabei kämpferisch vor seine Mitglieder - vor allem angesichts der aus seiner Sicht zunehmenden Retaxationswut der Krankenkassen. Hasse: „Wer glaubt, dass wir uns zu Sklaven der Krankenkassen machen lassen, der verkennt unseren eigentlichen apothekerlichen Auftrag.“ Er frage sich, was passieren würde, wenn alle Apotheken nicht korrekt ausgestellte, mangelhafte Rezepte an die Verordner zurückschicken würden. Hasse forderte in diesem Zusammenhang die Verbandsmitglieder auf, durchaus auch im Einzelfall „ein breites Kreuz“ zu machen und sich einer Kassenwillkür aktiv zu widersetzen. 

Rechtssicherheit für Apotheker kommt

Im Rahmen der Versorgung von Flüchtlingen resümierte Hasse, dass die ordnungsgemäße Versorgung sichergestellt sei. Eine rechtskonforme, nun aber vertraglich verbindliche Regelung, sei mit dem zuständigen Ministerium und im Schulterschluss mit der Landesapothekerkammer verhandelt und stehe kurz vor einem Abschluss. „Das bringt uns bei der Versorgung höhere Rechtssicherheit“, so Hasse. 

Bernhard Pohlmann sprach sich dafür aus, dass im Anschluss an die bevorstehende Entscheidung der Schiedsstelle zum Thema (Null-)Retaxationen der komplette Rahmenvertrag zu §129 SGB V neu verhandelt werden sollte. Hier gäbe es Vieles neu oder feiner zu regeln. Der Bereich der Hilfsmittelversorgung, so Pohlmann weiter, sei vertraglich und hinsichtlich der Erstattungspreise immens umkämpft und gelegentlich für die Apotheke nicht sinnvoll darstellbar. 


LAV / DAZ.online 
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Wir lassen uns nicht zum Sklaven der Kassen machen, wir sind es schon!

von Thomas Luft am 21.03.2016 um 18:51 Uhr

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wenn ich die Worte von Herrn Hasse höre, denke ich an Fausts "Allein mir fehlt der Glaube". Hat schon ABDA-Präsident Friedemann Schmidt auf dem DAT 2015 Hoffnungen mit seiner Brandrede geweckt, die nicht erfüllt worden sind, so tut das nun auch Herr Hasse.

Und wer es noch nicht gemerkt hat: wir lassen und nicht zu Sklaven der Krankenkassen machen, wir sind es doch schon: unterbezahlt, von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt und trotzdem stets bemüht jeden Ärger von unseren Kunden, den Patienten, abzuhalten. Markige Worte reichen mir da nicht mehr, ich sähe gerne Taten! Aber dafür fehlt ganz oben der Mut auch mal Drohungen umzusetzen.

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